Raphaela Lagrange: Selbstständigkeit zum Thema „Berufliche Neuorientierung“
Ein Zahnrad greift in das andere

Warendorf -

„Man geht raus, trifft neue Leute und bekommt neue Ideen“, fasst Raphaela Lagrange ihre ersten Schritte zur Selbstständigkeit zusammen.

Donnerstag, 02.01.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 10:28 Uhr
Ursula Pinnekamp (l.) überreicht an Raphaela Lagrange ihr Zertifikat über die absolvierte Fortbildung.
Ursula Pinnekamp (l.) überreicht an Raphaela Lagrange ihr Zertifikat über die absolvierte Fortbildung. Foto: Monika Vornhusen

Das Zertifikat ist quasi noch druckfrisch: Gerade mal eine knappe halbe Stunde zuvor hat Raphaela Lagrange ihr Fortbildungszertifikat als Trainerin für interkulturelle Kompetenz entgegen nehmen dürfen. Dafür hat sie zwischen Januar und November 2019 regelmäßig das entsprechende Fortbildungsprogramm des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf in Kooperation mit dem Bildungsforum absolviert. Und mit diesem Ereignis geht es thematisch gleich mitten hinein in ihren ganz persönlichen Berufsweg. Ein Weg, der im Nachhinein betrachtet, die bildlichen Konturen eines Uhrwerks annimmt - Zahnrad um Zahnrad greift ineinander – alle gemeinsam bringen das große Ganze in Schwung.

Die Warendorferin arbeitet nämlich in Selbstständigkeit in verschiedenen Projekten zur beruflichen Neuorientierung. Dabei berät sie nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene, wenn es um die berufliche Orientierung geht.

Dabei kann Lagrange auch aus ihrer ganz persönlichen Erfahrung zum Thema berufliche Orientierung schöpfen. Denn nach dem Abitur hat die Warendorferin erst einmal eine Ausbildung zur EDV-Kauffrau gemacht und später als Programmiererin gearbeitet, Software-Schulungen gegeben.

Allerdings war es schwer für Raphaela Lagrange mit Beginn der Familienphase im Leben, die auch mit mehreren Umzügen verbunden war, die Kontakte und den Anschluss in diesem schnelllebigen Berufsfeld zu halten. „Als meine drei Kinder älter waren, kreisten die Gedanken dann wieder mehr darum, in welche Richtung es für mich nach so einer langen Familienphase wohl beruflich gehen könnte.“

Ihr erster Versuch war ein Seminar-Besuch der Institution Frau und Beruf (Münster). „Es ging damals um ein Seminar mit dem Titel „Das kalkulierte Risiko“, erinnert sich Lagrange. „Ich bin dort auch mit einer Idee für eine Selbstständigkeit hingegangen, habe diese dann nachher aber wieder verworfen.“ Für die Warendorferin ging es im ersten Schritt einfach darum, sich auf den Weg zu machen. „Einfach mal anmelden, irgendwo hingehen und neue Kontakte knüpfen“, das war mein Ursprungsgedanke.

Und ihre Rechnung ging insofern auf, als sie im Rahmen dieses Frau-und Beruf-Seminars auf eine Infobroschüre der Uni Bielefeld über das weiterbildende Studium „FrauenStudien“ stieß.

Mit dem Schwerpunkt „Politik und Bildungsarbeit“ absolvierte dieses Studium und legte dabei noch einen weiteren Schwerpunkt auf das Thema „Moderation und Coaching“.

„Über das Studium bin ich dann auch direkt in mein erstes Projekt hineingeraten“, rollt Lagrange ihren Weg rückwärts auf. Beim Projekt Nummer eins geht es um Berufsorientierung für angehende Abiturienten unter dem Stichwort „Abitur und wie weiter ?“, das über ein Trainings- und Beratungsunternehmen seit 2004 in Bielefeld und Ostwestfalen Lippe angeboten wird. Finanziert wird das Ganze aus der heimischen Wirtschaftswelt heraus sowie über schulische Fördervereine und kleinere Eigenbeiträge der Schüler.

Ein weiteres Zahnrädchen auf ihrem Berufsweg setzte Raphaela Lagrange in Gang mit der Teilnahme an einer einjährigen Fortbildung am Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung an der Hochschule Bremen unter dem Stichwort „Bildungsberatung und Kompetenzentwicklung.“

„Das war ein familienkompatibles Angebot, das ich auch neben der damals schon laufenden Selbstständigkeit wahrnehmen konnte.“ Und obendrein förderte eben diese Fortbildung im Rahmen der erforderlichen bürokratischen Förder- und Anmeldeanträge ein weiteres Zahnrädchen zutage. „Damals wurde ich direkt gefragt, ob ich nach erfolgreicher Fortbildung in Freiberuflichkeit für ein Landesprojekt tätig werden möchte. Das zentrale Thema: Die Fachberatung zur beruflichen Entwicklung. Das vom Land NRW getragene Projekt unterstützt Personen in beruflichen Veränderungsprozessen. So richtig rund läuft das Uhrwerk aus den vielen kleinen Zahnrädern für Raphaela Lagrange jetzt mit ihrem 2. Landesprojekt unter dem Stichwort „Fachberatung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen.“ Und an dieser Stelle schließt sich der Berufsweg dann plötzlich zum Kreis, wenn Raphaela Lagrange auch noch ihr frisch gedrucktes Fortbildungszertifikat in den Händen hält, das ihre Qualifikation als Trainerin für interkulturelle Kompetenz bescheinigt. Die Zahnräder laufen jetzt rund - greifen ineinander und stehen für eine Rundum-Kompetenz in der Bildungsberatung.

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