Mermaiding-Kurs im Hallenbad
Plötzlich Meerjungfrau

Warendorf -

Filme wie „H2O – Plötzlich Meerjungfrau“, „Mako – Einfach Meerjungfrau“ oder auch „Arielle, die Meerjungfrau“ sorgen dafür, dass eine Trendsportart aus Amerika auch hierzulande immer mehr Anhängerinnen findet: Mermaiding. Am Samstagnachmittag fand ein Grundlagenkursus für angehende Meerjungfrauen im Warendorfer Hallenbad statt.

Sonntag, 05.01.2020, 22:00 Uhr
Trockenübung für Meerjungfrauen: Toni, Lale, Tess, Nicola, Fiona, Matea, Sarah, Viktoria und Sophie (v. l.) hatten jede Menge Spaß im Mermaiding-Kurs.
Trockenübung für Meerjungfrauen: Toni, Lale, Tess, Nicola, Fiona, Matea, Sarah, Viktoria und Sophie (v. l.) hatten jede Menge Spaß im Mermaiding-Kurs. Foto: Joke Brocker

Christopher Columbus hätten sie gewiss begeistert, die neun kleinen Meerjungfrauen, die am Samstagnachmittag zum Mermaiding-Kurs im Hallenbad auftauchen, um wenig später unter Anleitung der Obermeerjungfrau Ines (Jarkuschat) in das als Ersatz-Meer fungierende blau gekachelte Nichtschwimmerbecken des Hallenbades abzutauchen. Zart, zierlich und jung muss er sich die Meerjungfrauen vorgestellt haben. Doch: „Sie waren nicht so schön wie man sie von Bildern kennt, obwohl ihr Gesicht bis zu einem gewissen Grad als menschlich bezeichnet werden kann . . .“, vermerkte der Amerika-Entdecker in seinem Schiffs-Tagebuch offenbar ein wenig desillusioniert, nachdem er, wie man vermuten darf, runzelige Seekühe gesichtet hatte.

Ähnlich wie Columbus kennen auch Toni, Lale, Tess, Nicola, Fiona, Matea, Sarah, Viktoria und Sophie Meerjungfrauen, jene Fabelwesen, halb Frau, halb Fisch, bislang nur von (bewegten) Bildern. Aus Filmen wie „H2O – Plötzlich Meerjungfrau“, „Mako – Einfach Meerjungfrau“ oder auch „Arielle, die Meerjungfrau“, in denen junge hübsche Mädchen mit meist wallenden Mähnen nur mit Wasser in Berührung kommen müssen, um sich mir nichts, dir nichts in Meerjungfrauen zu verwandeln. Die Filme haben einen regelrechten Meerjungfrauen-Hype ausgelöst. Und in der Folge dafür gesorgt, dass die aus den USA stammende Trendsportart Mermaiding inzwischen auch in Hallen- und Freibädern hierzulande angeboten wird.

Getrieben von dem Wunsch, einmal wie eine Nixe durchs Wasser zu gleiten, sind es vor allem acht- bis zwölfjährige Mädchen, die sogenannte Mermaiding-Kurse besuchen, wie Ines Jarkuschat sie seit mittlerweile sechs Jahren regelmäßig in Bielefeld anbietet, wo sich inzwischen sogar ein Meerjungfrauen-Club etabliert hat. Manchmal meldeten sich auch erwachsene Frauen zu den Schnupperkursen an, erzählt Mermaid Ines, die an diesem Samstag mit ihrer 18-jährigen Tochter Laura aus Oerlinghausen angereist ist, die ihr beim ersten Meerjungfrauen-Schnupperkurs im Warendorfer Hallenbad assistieren wird. Bei Mermaiding-Geburtstagspartys schlüpfen bisweilen auch Jungen in die Monoflossen-Kostüme, die Ines zur Verfügung stellt: „Die sind dann froh, dass sie kein Bikini-Oberteil anziehen müssen und haben auch Spaß“.

Die kleinen Meerjungfrauen, die sich nach einer kurzen theoretischen Einführung umständlich die eng anliegenden und bis zur Taille reichenden Spandex-Schläuche über die Beine ziehen, an deren Fußteil sich je eine Monoflosse befindet, können es kaum abwarten, sich in die Fluten zu stürzen. Und dort in der nächsten Stunde ein anstrengendes Pensum zu absolvieren, das Bauch, Beine und Po gleichermaßen trainiert. Es gilt durch Ringe zu tauchen, eine Rolle rückwärts zu versuchen oder für die Unterwasser-Kamera zu posieren., ohne dabei wie eine Ballerina auf den Flossen zu stehen, die brechen könnten.

Mütter und Großmütter, die ihre Töchter und Enkelinnen begleiten, quasi im Auftrag des Christkindes, das den 59 Euro teuren Schnupperkursus und in einigen Fällen auch Flossen zu Weihnachten gebracht hatte, beobachten das Geschehen derweil vom Beckenrand.

„Die Kinder haben Spaß“, stellt Doris Kattenbaum, die Enkelin Sarah und deren Freundin Matea regelmäßig mit zum DLRG-Schwimmtraining nimmt, zufrieden fest. Auch Katrin Rottwinkels Tochter Tess ist in ihrem Element. Sie hatte die Monoflossen erstmals im Vitusbad in Everswinkel gesehen. „Die werden dort verkauft“, weiß Mutter Katrin. Monoflossen kosten 60 bis 70 Euro, ganze Kostüme, wie Mermaid Ines sagt, locker das Doppelte.

Eine Investition, die gut überlegt sein will. Doris Kattenbaum hat schon eine Idee: „So ein Kostüm wäre doch ein gutes Kommunionsgeschenk.“ Ein Grundlagenkurs übrigens auch. Den nächsten in Warendorf möchte Ines Jarkuschat voraussichtlich im November anbieten.

 

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