Übung der Kinderfeuerwehr
Kids kämpfen sich durch dichten Nebel

Hoetmar -

Während Einsatzleiterin Marina Austerhoff, die seit der Jahreshauptversammlung des Feuerwehrlöschzuges Hoetmar am Wochenende den Titel „ Feuerwehrfrau des Jahres“ trägt, der nächsten Kindergruppe den Ernst der Lage erklärt und sie in das Gebäude schickt, in dem mittlerweile gnädigerweise der ohrenbetäubend piepende Rauchmelder verstummt ist, kommen bei einem Löschangriff, mit dem ein imaginäres Feuer hinter dem Haus bekämpft wird, zwei D-Stahlrohre zum Einsatz.

Mittwoch, 08.01.2020, 15:50 Uhr
Während ein relativ frisches Bäumchen, hier von Manfred Austerhoff in Brand gesetzt, relativ langsam abbrennt, dauert es nur knapp 34 Sekunden, bis vom Tannenbaum, der drei Wochen lang dekorativ im Gerätehaus gestanden hatte, nur noch ein schwarzes Gerippe übrig bleibt.
Während ein relativ frisches Bäumchen, hier von Manfred Austerhoff in Brand gesetzt, relativ langsam abbrennt, dauert es nur knapp 34 Sekunden, bis vom Tannenbaum, der drei Wochen lang dekorativ im Gerätehaus gestanden hatte, nur noch ein schwarzes Gerippe übrig bleibt. Foto: Joke Brocker

„Wenn ein Rauchmelder geht und man nicht Zuhause ist, dann muss der Nachbar die Feuerwehr alarmieren. Und wenn man selbst im Haus schläft und vom Rauchmelder geweckt wird, muss man das Haus schnell verlassen“, erklärt Mats ernst und rückt den großen Feuerwehrhelm zurecht.

Mit einem seiner Kameraden hat der Nachwuchsfeuerwehrmann, Mitglied der 33-köpfigen Hoetmarer Kinderfeuerwehr, gerade die Lage in dem total vernebelten Haus der Familie Trenkpohl an der Raiffeisenstraße gecheckt. Auf allen Vieren, ausgestattet mit Taschenlampen, sind er und der Kollege durch den Flur und zwei Zimmer gekrabbelt und haben außer einigen Stühlen, von denen Arne prompt einen gerammt hat, und einer Kiste, in der sich der Verursacher des Nebels befindet, eine Nebelmaschine, wie man sie aus Diskotheken kennt, nichts gesehen. Ob noch andere Menschen in dem vernebelten Gebäude waren? „Nee“, sagt Nele, „ wir sollten doch nicht nach Personen suchen. Aber man kriegt fast keine Luft mehr.“ „Wir haben wohl etwas übertrieben“, gibt Nils Tertilt zu, der Marina Austerhoff , die Chefin der Kinderfeuerwehr, gemeinsam mit neun weiteren Kameraden an diesem Übungsabend tatkräftig unterstützt. Josef Recker erklärt den Kindern derweil, dass sie nun eine Ahnung davon hätten, wie es bei einem Brand in einem total verqualmten Haus aussieht: „Da seht ihr die Hand vor Augen nicht.“

Während Einsatzleiterin Marina Austerhoff, die seit der Jahreshauptversammlung des Feuerwehrlöschzuges Hoetmar am Wochenende den Titel „ Feuerwehrfrau des Jahres“ trägt, der nächsten Kindergruppe den Ernst der Lage erklärt und sie in das Gebäude schickt, in dem mittlerweile gnädigerweise der ohrenbetäubend piepende Rauchmelder verstummt ist, kommen bei einem Löschangriff, mit dem ein imaginäres Feuer hinter dem Haus bekämpft wird, zwei D-Stahlrohre zum Einsatz. Dass die Rasenfläche sich zusehends in eine Morastfläche verwandelt, scheint Familie Trenkpohl nicht zu stören. In den nächsten Monaten wird das Grundstück an der Raiffeisenstraße vermutlich ohnehin auf links gedreht, wenn das alte Haus, das die Trenkpohls für die Übung der Kinderfeuerwehr gerne zur Verfügung gestellt haben, abgerissen und sein moderner Anbau komplett umgebaut wird. Ihre Eltern und Trenkpohls seien befreundet, ihr Vater in die Bauarbeiten involviert, erklärt Marina Austerhoff, wie es zu dieser doch recht spektakulären Übung gekommen ist. Im Feuerwehrgerätehaus mit den sensiblen Rauchmeldern wäre so eine Aktion undenkbar: „Da wäre sofort die Wache in Warendorf alarmiert worden.“

Als auch der letzte Feuerwehrnachwuchsmann wohlbehalten aus dem vernebelten Haus gekrabbelt ist und einen Blick auf die Wärmebildkamera geworfen hat, die selbst in total verqualmten Räumen den Durchblick bei der Suche nach Menschen oder Tieren behält, werden vor dem Haus Tannenbäume verbrannt. „Das machen wir jedes Jahr im Januar“, berichten Josef Recker und Marina Austerhoff. Die Kinder sollen auf in der Advents- und Weihnachtszeit drohende Gefahren hingewiesen werden und sehen, wie schnell ein Tannenbaum in Brand gerät. Während ein relativ frisches Bäumchen, von Manfred Austerhoff in Brand gesetzt, relativ langsam abbrennt, dauert es nur knapp 34 Sekunden, bis vom Tannenbaum, der drei Wochen lang dekorativ im Gerätehaus gestanden hatte, nur noch ein schwarzes Gerippe übrig bleibt.

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