Ex-Führungskräfte fordern weiter Freisprüche
Landgestüt: Prozess geht weiter

Warendorf -

Am Mittwoch war der erste Prozesstag in dem Berufungsverfahren um die Korruptionsvorwürfe gegen die ehemalige Leiterin des NRW-Landgestüts in Warendorf, ihren damaligen Stellvertreter und Verwaltungschef sowie den früheren Ersten Hauptberittmeister. Alle drei waren wegen „Vorteilsnahme im Amt“ aus dem Staatsdienstes entlassen worden (die WN berichteten). Alle drei gingen in Berufung.

Mittwoch, 08.01.2020, 21:48 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 12:24 Uhr

Alle drei ehemalige leitende Mitarbeiter des Landgestüts Warendorf setzen auf Freispruch. Am Mittwoch war der erste Prozesstag in dem Berufungsverfahren um die Korruptionsvorwürfe gegen die ehemalige Leiterin des Gestüts, ihren damaligen Stellvertreter und Verwaltungschef sowie den früheren Ersten Hauptberittmeister. Alle drei waren wegen „Vorteilsnahme im Amt“ aus dem Staatsdienstes entlassen worden (die WN berichteten). Alle drei gingen in Berufung.

Vier weitere Prozesstage sind angesetzt, zu denen noch einmal Zeugen gehört werden, unter anderem ehemalige Vertreter des NRW-Landwirtschaftsministeriums.

Geldstrafen von 6400, 5600 und 3300 Euro – so lautete das Urteil des Amtsgerichts Warendorf (1. Instanz) gegen die drei ehemaligen Führungskräfte. Alle drei zeigten sich nach dem Urteilsspruch vom 21. Februar 2019 enttäuscht, hatten sich nach dem Verlauf der Beweisaufnahme auf Freisprüche erhofft.

Es geht um teure Flugreisen, Luxushotels und VIP-Status. Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass sich die drei Führungskräfte in den Jahren 2013 und 2014 zwei Luxusreisen nach Katar von einem dortigen Geschäftspartner des Landgestüts bezahlen ließen. Zudem flossen Beraterhonorare aus dem arabischen Land an eine eigens von dem Ex-Führungstrio gegründete Firma.

Die Beschuldigungen pflegten Geschäftsbeziehung zu einer Stiftung in Katar, die die Spitzenvertreter des NRW-Landgestüts um Fachberatung und Unterstützung beim Aufbau einer Reitsporteinrichtung in dem Wüstenstaat gebeten hatten. Die Kooperation mit Doha war vom NRW-Ministerium als vorgesetzter Behörde des Landgestüts ausdrücklich begrüßt worden. Der damalige Minister Johannes Remmel sei über die Kooperation informiert gewesen, beteuern die Angeklagten. Die ehemalige Gestütsleiterin drückte es in einer ersten Stellungnahme nach der Urteilsverkündung vor dem Amtsgericht im vergangenen Jahr so aus: „Wir sind in die Wüste geschickt worden.“

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