Initiative Münsterland für elternlose Kinder in Moria/Lesbos
„Unhaltbar und unwürdig“

Freckenhorst -

Aufgrund der Berichte in den Medien über die Situation der elternlosen Kinder auf Lesbos, vornehmlich im Flüchtlingslager Moria, haben sich 41 Freckenhorster spontan zu einer Initiativgruppe zusammengefunden. Sie haben einen Brief mit Forderungen formuliert, der an die politisch Verantwortlichen auf Kreis- und Bundesebene geschickt worden ist.

Freitag, 10.01.2020, 14:30 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 16:56 Uhr
Papst Franziskus spricht im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos Schutzsuchenden Mut zu.
Papst Franziskus spricht im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos Schutzsuchenden Mut zu. Foto: dpa/Orestis Panagiotou

Aufgerüttelt durch Medienberichte über die unhaltbaren Zustände im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, unter denen insbesondere 4000 bis 4 500 geflüchtete Kinder und Jugendliche ohne familiäre Begleitung leiden, haben 41 Freckenhorster jetzt die „Initiative Münsterland für elternlose Kinder in MORIA/Lesbos“ ins Leben gerufen.

In einem Brief, den die politisch Verantwortlichen auf Kreis- und Bundesebene erhalten sollen, hat die Gruppe, die weitere Aktionen ankündigt, eine Reihe von Forderungen formuliert. Geflüchtete, heißt es etwa, dürften nicht als Opfer in einem politischen Prozess und zur abschreckenden Warnung missbraucht werden.

Unter Hinweis auf das Gebot der Nächstenliebe fordert die Initiative Bundeskanzlerin Angelika Merkel, Bundesaußenminister Heiko Maas und Bundesinnenminister Horst Seehofer explizit auf, eine „sofortige Überstellung geflüchteter unbegleiteter Kinder und Jugendlicher in die Bundesrepublik zu ermöglichen und in die Wege zu leiten, ungeachtet der ungeklärten europäischen Zustimmung“.

Im Aufnahmelager Moria, das ursprünglich für die Aufnahme von 3000 Geflüchteten ausgelegt war, leben inzwischen 17 000 Menschen unter unhaltbaren Zuständen.

Und das betrifft, wie die Initiative schreibt, nicht nur die Ver- und Entsorgung, die an Grenzen stößt, und die drohenden gesundheitlichen Gefahren. Vor allem die Kinder und Jugendlichen, die auf der Flucht bereits Misshandlungen ausgesetzt waren, müssten diese auch im Lager fürchten.

„Diese Zustände sind unhaltbar und eines Europas, das sich auf seine christliche und abendländische Kultur beruft, unwürdig“, heißt es in dem Brief der Initiative, deren Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius und St. Lambertus und der evangelischen Kirchengemeinde Everswinkel-Freckenhorst angehören. Den Brief in voller Länge lesen Sie unter www.westfaelische-nachrichten.de.

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