Chanson-Abend mit Sebastian Krämer im Theater am Wall
Krawatte und Klavierakkorde

Warendorf -

Eine dreifach geknotete Krawatte ist das Markenzeichen von Sebastian Krämer. Akustisch sind es donnernde Klavierakkorde im Wechsel mit feinen Melodien, zu denen er listig und poetisch das Leben besingt. Seine Liedertexte muten zuerst harmlos an, beschäftigen sich meist mit dem täglichen Leben und der Liebe.

Freitag, 10.01.2020, 17:11 Uhr
Eine dreifach geknotete Krawatte ist das Markenzeichen von Sebastian Krämer. Er dichtet und musiziert seit seiner Kindheit. Auch nach 25 Jahren auf der Bühne steckt er noch voller Energie. Das stellte er im Theater am Wall unter Beweis.
Eine dreifach geknotete Krawatte ist das Markenzeichen von Sebastian Krämer. Er dichtet und musiziert seit seiner Kindheit. Auch nach 25 Jahren auf der Bühne steckt er noch voller Energie. Das stellte er im Theater am Wall unter Beweis. Foto: Beate Trautner

Unglaublich! Da gibt der Musiker und Liedermacher Sebastian Krämer ein Konzert im vollbesetzen Theater am Wall und scheint völlig unvorbereitet zu sein! Er sortiert seine Noten oder was auch immer er vor sich liegen hat und weiß nicht, was er spielen soll. Bei seinem ersten Lied vergisst er den Text und weiß nicht weiter. Das Ganze ist Programm. Das Publikum nimmt es gelassen und lacht sogar darüber. 25 Lieder aus 25 Jahren Bühnenkarriere hatte Krämer sich vorgenommen. Und da er selbst nicht zu wissen scheint, was er spielen soll, macht er kurzerhand ein Wunschkonzert daraus, bittet das Publikum um Vorschläge. So wird Lied 24 gleich zu Beginn gespielt.

Aber auch das gehört zum Programm und ist nur ein weiteres Zeichen von Krämers Virtuosität. Denn mit der freien Auswahl nimmt er sich selbst den „Haltegriff“ eines festen Ablaufs weg. Nach jedem gespielten Lied, macht er ein Häkchen auf seiner Liste: „. . . und wieder mehr auf der Habenseite.“

In der Folge zeigt sich Krämer als grandioser Pianist, der sich ausdrucksstark und mit stimmlicher Kraft präsentiert und eine Menge zu sagen hat. Eine dreifach geknotete Krawatte ist das Markenzeichen von Sebastian Krämer. Akustisch sind es donnernde Klavierakkorde im Wechsel mit feinen Melodien, zu denen er listig und poetisch das Leben besingt.

Seine Liedertexte muten zuerst harmlos an, beschäftigen sich meist mit dem täglichen Leben und der Liebe. Allerdings konnte sich das Publikum im „zwischen den Zeilen lesen“ üben. Hört man ihm zu, ist es, als würden die Bilder von Schwarz auf Weiß wechseln. „Es gibt ja immer einen, der die Drecksarbeit macht“, singt der heldenhafte „Drachentöter“. Oder: „Ich hab kein Liebeslied für dich“. Strophenübergreifende Argumentation nennt er es selbst – Gesellschaftskritik nennen es andere.

Auch wenn er zwischendurch auf den Flügel steigt oder mit „Westerhagen-Stimme“ performt, bleibt dem Publikum doch öfter das Lachen im Halse stecken, wenn es die seltsamen Verhaltensweisen der Menschen in den Liedern erkennt.

Sebastian Krämer dichtet und musiziert seit seiner Kindheit. Auch nach 25 Jahren auf der Bühne steckt er noch voller Energie. Auf die nächsten 25 Jahre, Herr Krämer.

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