Schüler des Paul-Spiegel-Berufskollegs besuchen Gedenkstätten des Holocausts
Riga ist Tatort der Stadtgeschichte

Warendorf -

Mahn- und Gedenkstätten im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus besuchten Schüler des Berufskollegs Warendorf in Riga.

Dienstag, 21.01.2020, 07:19 Uhr aktualisiert: 21.01.2020, 07:40 Uhr
Lara Tewes, Jette Mueller, Luisa Steinkamp und Melina Uekötter sind Schülerinnen des Paul-Spiegel-Berufskollegs. Gemeinsam werden sie sich zu einer Gedenkstätte in Riga begeben. In Warendorf halten sie derweil nach Stolpersteinen Ausschau, die das Schicksal der hiesigen Juden beschreiben.
Lara Tewes, Jette Mueller, Luisa Steinkamp und Melina Uekötter sind Schülerinnen des Paul-Spiegel-Berufskollegs. Gemeinsam werden sie sich zu einer Gedenkstätte in Riga begeben. In Warendorf halten sie derweil nach Stolpersteinen Ausschau, die das Schicksal der hiesigen Juden beschreiben. Foto: Carina Linnemann

Auf der Suche nach Deutscher Geschichte begeben sich Schüler des Paul-Spiegel-Berufskollegs nach Riga. In der Lettischen Hauptstadt wurden während der Nazidiktatur etwa 1000 Juden aus dem Münsterland erschossen.

Der Ausflug nach Riga ist Teil eines Angebotes des Berufskollegs, das Besuche von Mahn- und Gedenkstätten beinhaltet, die im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus stehen. Neben einer einwöchigen Reise nach Riga konnte ein ebensolanger Ausflug nach Auschwitz von den Schülern ausgewählt werden. Ebenfalls wurden Tagesfahrten zur Villa ten Hompel nach Münster und zur Steinwache in Dortmund angeboten.

Die Schüler des Paul-Spiegel-Berufskollegs haben das klassenübergreifende Angebot gerne angenommen. Schon Ende Januar reisen sie gemeinsam mit ihren Mitschülern zu den jeweiligen Gedenkstätten. „Während es in Auschwitz eine gute Infrastruktur mit zahlreichen Informationsmöglichkeiten gibt, muss man in Riga selbst auf die Suche gehen“, berichtet Historiker Matthias M. Esther . In einem großen Waldgebiet seien die Juden seinerzeit erschossen worden. Gedenkstätten und etwa 55 Massengräber in dem weitläufigen Wald deuten auf das unfassbare Schicksal hin“, so Esther. Etwa 25 000 Juden liegen in dem Waldstück begraben.

Lara Tewes , Jette Mueller, Luisa Steinkamp und Melina Uekötter werden sich auf die Reise nach Riga begeben und sind schon sehr gespannt. „In der zehnten Klasse haben wir uns in der Schule mit dem Nationalsozialismus beschäftigt. Ich finde es sehr spannend, jetzt eine Gedenkstätte zu besuchen“, so Schülerin Lara Tewes. Besonders in Zeiten, in der rechtsradikale Parteien wieder Oberwasser gewinnen, sei es umso wichtiger solche Mahn- und Gedenkstätten zu besuchen.

Im Rahmen der Vorbereitung zu den Gedenkstätten, haben sich die Schüler der Berufskollegs intensiv mit der Geschichte der Warendorfer Juden beschäftigt. Dabei erfuhren sie einiges über die Deportation der Juden aus Warendorf und die Geschichte einzelner Juden aus der Emsstadt. „Wer genau hinsieht, wird die Stolpersteine in den Straßen der Warendorfer Altstadt entdecken, auf ihnen lassen sich bereits einzelnen Schicksale der Menschen erkennen.“, so Esther.

Lara Tewes, Jette Müller, Luisa Steinkamp und Melina Uekötter erhoffen sich, während der Reise mehr über einzelne Schicksale und Biografien zu erfahren. „Wir werden die Möglichkeit haben, mit einem Zeitzeugen zu sprechen, das wird sicherlich sehr spannend“, freut sich Melina Uekötter auf die Begegnung. Daneben möchten alle vier gerne Riga kennenlernen. „Da kommt man sonst ja eher nicht hin, wir alle freuen uns sehr darauf, Lettland und seine Kultur näher kennenzulernen“, sagte sie.

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