Hausbesuch beim Freckenhorster Prinzenpaar
Ein perfektes Team

Freckenhorst -

Sie haben sich im Karneval in Köln kennengelernt und gehen nun gemeinsam als Prinzessin Manu I. und Prinz Dirk I. durch die fünfte Jahreszeit. Manuela und Dirk Nölker sind das amtierende Prinzenpaar der KG Silber-Blau und haben beim Hausbesuch jede Menge zu erzählen.

Freitag, 31.01.2020, 14:46 Uhr aktualisiert: 02.02.2020, 12:44 Uhr
Ergänzen sich im richtigen Leben wie auch im Karneval perfekt: Manuela und Dirk Nölker, die als Manu I. und Dirk I. die Freckenhorster Jecken durch die fünfte Jahreszeit führen.
Ergänzen sich im richtigen Leben wie auch im Karneval perfekt: Manuela und Dirk Nölker, die als Manu I. und Dirk I. die Freckenhorster Jecken durch die fünfte Jahreszeit führen. Foto: Joke Brocker

Vielleicht ist es ihrer Affinität zu Skandinavien zu verdanken, dass Manu I. und Dirk I., die amtierenden Tollitäten der KG Silber-Blau, das trübe Januar-Grau jenseits ihres Wohnzimmerfensters vergessen machen. Die beiden haben es sich auf einem Sofa in ihrem hyggeligen Heim am Warendorfer Südring bequem gemacht, necken sich gegenseitig, scherzen, lachen das Grau einfach weg und lassen nicht den geringsten Zweifel daran aufkommen, dass sie einander perfekt ergänzen. Auch in der Rolle als Prinz und Prinzessin der Freckenhorster Karnevalsgesellschaft.

Als Prinzessin hätte ich nicht zur Verfügung gestanden, nur mit Dirk zusammen. Er gibt mir Sicherheit, er ist einfach da.

Manuela Nölker

Die Entscheidung, die Freckenhorster Jecken durch die Session 2019/20 zu führen, haben die Nölkers sich nicht leicht gemacht. Als sie mit Uli Fastermann, Präsident der KG, über das Thema sprachen, gab Dirk Nölker, der die Geschäftsstelle der Provinzial in Freckenhorst leitet, zu bedenken, dass Stürme wie Kyrill, Friederike und Co. das immerhin rund 60 Auftritte umfassende Programm, das die Tollitäten bis Aschermittwoch zu absolvieren haben, ganz gehörig durcheinanderwirbeln könnten. Versicherungsagenturen hätten jetzt Hochsaison, sagt der 50-Jährige. Ausgerechnet dann als Prinz unterwegs zu sein, sei nicht gerade optimal. Notfalls müsse seine Frau, die als Kundenberaterin zugleich auch Kollegin ist, alleine losziehen. Eine Aussicht, die Manuela Nölker nicht begeistert: „Als Prinzessin“, stellt die 55-Jährige klar, „hätte ich nicht zur Verfügung gestanden, nur mit Dirk zusammen. Er gibt mir Sicherheit, er ist einfach da.“ Und vor allem könne er reden. Das liege ihr nicht so sehr. Seine Frau, die in den eigenen vier Wänden das Sagen habe, sei dafür für die Spontaneität und die gute Stimmung zuständig, verrät Dirk Nölker.

Luftwaffen-Hauptmann trifft Scheich beim Kölner Karneval

Obwohl Prinzessin Manu I. aus Göttingen stammt, das nicht gerade den Ruf einer Karnevalshochburg hat, ist sie doch ein bekennender Karnevals-Jeck. Als Angestellte der Gothaer Versicherung in Göttingen hatte sie häufig mit den Maklerbetreuern der Versicherung am Hauptsitz Köln zu tun, die regelmäßig von den Maklern eingeladen wurden, den Karneval am Rhein zu erleben. Und irgendwann erwischte dort auch Manu das überaus hartnäckige Karnevalsbazillus. In jenem Jahr, als sie in der original Uniform eines Luftwaffen-Hauptmanns a.D. in Köln Karneval feierte, lief ihr ein Scheich über den Weg, der mit seinen Kollegen aus Münster – nach Ansicht vieler Rheinländer eher karnevalistische Diaspora – angereist war. Seither tanzen der Vater eines Sohnes und einer Tochter aus einer früheren Beziehung sowie die Mutter einer erwachsenen Tochter gemeinsam durchs Leben. Das Tanzen ist durchaus wörtlich zu nehmen, hat Dirk Nölker, vor seiner TuS-Fußballer-Karriere doch im Alter von 17 bis 26 Jahren professionell getanzt, unter anderem in der Latein-Formation des TSC Harmonie Münster und später im TSC Residenz unter Martina Weßel-Therhorn. Ehe er sich mit seiner Frau aufs Parkett wagte, musste diese erst einmal lernen, sich führen zu lassen.

Die Prinzessin tanzt ab und zu aus der Reihe

Im Karneval allerdings tanzt Manu I., ihres Zeichens niedersächsische Landesmeisterin im Fünfkampf, gerne mal aus der Reihe. Bei der Pripro beispielsweise stand Dirk I. schon fast auf der Bühne, als sie noch spontan die Spalier stehenden Gäste herzte. Der Präsident habe ihnen doch „Genießt es“ zugeraunt, als sie den Saal betraten, erklärte die Prinzessin ihrem grantelnden Gatten, der darauf zurückgab: „Ja, aber nicht so lange.“ Die Prinzessin müsse eben noch lernen, dem Glöckchen zu folgen, bemerkt der Prinz schmunzelnd mit Blick auf sein Zepter. Bei ihren bisherigen Auftritten haben die Tollitäten die ersten ihrer ungewöhnlichen Orden unters Narrenvolk gebracht. Ein golfender und kickender Elch mit Schal in den Farben Schwedens und einem Provinzial-Engel-Brandzeichen gibt Aufschluss über die Leidenschaften der Nölkers, die es mehrfach im Jahr in ihre zweite Heimat, nach Schweden, zieht. Die ersten Auftritte in Freckenhorst und bei den befreundeten Karnevalsvereinen in Münster hat das Paar genossen und freut sich nun auf das, was da noch kommt. Ein Highlight sei der Kneipenbummel durch Freckenhorst, ein weiteres der Besuch bei den Wiedertäufern in Münster am heutigen Abend. Manu I., übrigens Vizepräsidentin der KG Silber-Blau, und Dirk I. freuen sich auch auf den Kinderkarneval bei Dühlmann am 8. Februar und auf den karnevalistischen Gottesdienst in der Stiftskirche, die sie von der Dachterrasse ihres Hauses aus immer im Blick haben. Dort wollen sie mit einer ganz besonderen Überraschung aufwarten. Das Schönste aber sei, da sind sich die beiden einig, zusammen durch die Session zu gehen und sich über das gemeinsam Erlebte austauschen zu können.

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