„Aleardi & die Phonauten“
Anti-Depressionsmusik vom Feinsten

Warendorf -

Wer an diesem Abend den Weg in das Theater am Wall gewählt hatte und nicht das heimische Sofa bevorzugte, dessen Entscheidung war sicherlich richtig. Aleardi & die Phonauten“ trieben am Samstag die Stimmung im Warendorfer Paul-Schallück-Saal von der ersten Sekunde an in die Höhe.

Sonntag, 02.02.2020, 12:44 Uhr aktualisiert: 03.02.2020, 14:36 Uhr
Konzert TaW
Konzert TaW Foto: Axel Engels

Aleardi & die Phonauten“ trieben am Samstag die Stimmung im Warendorfer Paul-Schallück-Saal von der ersten Sekunde an in die Höhe.

Im Theater am Kurfürstendamm in Berlin hat diese Band Anfang 2017 das Licht der Welt erblickt, seitdem sind die drei hochprofessionellen Musiker mit ihrer ganz speziellen Musik in der ganzen Republik unterwegs. Das ehrwürdige Theater am Wall ließen sie am Samstag auf jeden Fall in seinen Grundfesten erzittern. Den drei sympathischen Künstlern hätte man eine größere Resonanz bei den Liebhabern feinster von Hand gemachter Musik gewünscht. Wer an diesem Abend den Weg in das Theater am Wall gewählt hatte und nicht das heimische Sofa bevorzugte, dessen Entscheidung war sicherlich richtig. Was zwischen den oftmals nachdenklichen Songs an Kommunikation zwischen den drei Künstlern passierte, war ein ebenso großer Genuss. Ihre Moderationen waren durchtränkt von schwarzem Humor und bitterbösen Anspielungen, nahmen sie sich gegenseitig zum Vergnügen des Publikums auf die Schippe.

Pasquale Aleardi kennt man vielleicht als

 

 

 

 

Schauspieler in diversen TV Produktionen. Sein Renommee, schließlich hat er sogar schon am New Yorker Broadway im Musical „Chicago“ mitgewirkt, wurde da von seinem Kollegen Marc Leymann arg erschüttert, der seiner Rolle als „böse Mary“ so richtig nachkam.

Auch Jörg Hamers machte seinem Spitznamen „Spike“ alle Ehre, biss wie der Hund aus „Tom & Jerry“ richtig um sich. Was dieses Trio an Musik und Entertainment auf die Bühne brachte, hatte ganz viel Kultpotenzial. Sie leben einfach ihre Songs mit ganzer Leidenschaft. Das zeigte sich sofort bei „Retro“. Da diente ein umgebautes Röhrenradio als Bassverstärker, auf dem dann eine der legendären BASF-Kassetten prangte. Solch leicht schräge Kunst kam beim Publikum bestens an, schließlich sind alle drei Vollprofis und wissen eine perfekt mitreißende Show zu präsentieren.

Pasquale Aleardi hat schon Kindern einer Grundschule das Spiel auf der legendären Nasenflöte beigebracht. Da durfte dieses Instrument mit seinem einzigartigen Klang natürlich bei „Onkel Doktor“ nicht fehlen. Von umgeschriebenen Discohits wie „Why did you do it“ ging es rasant auf eine „Reise“, schlüpfte Pasquale Aleardi bei „Maurizio Marques“ als südländischer Schlagersänger in die Rolle des Frauenverführers.

Leicht funkig ging es zu bei „Braun wie James“, zauberten Marc Leymann und Jörg Hamers mit Gitarre, Bass und Basstrommel einen groovenden Sound auf die Bühne. Da wurde die Frage „Was ist ein Mann“ wie in einer Kreuzberger Männer-WG mit „Kalk auf den Fliesen und der Schimmel wächst seit Tagen“ in ein musikalisches Gewand gekleidet. Spätestens bei „Azzuro“ gab es kein Halten mehr, sangen alle Besucher begeistert mit. Natürlich mussten die drei grandiosen Künstler noch für Zugaben in die große Schatzkiste ihres Repertoires greifen. Diese Show als Heilmittel gegen Depressionen sollte es von den Krankenkassen auf Rezept geben.

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