Projekttage zum Thema Nationalsozialismus
„So brisant wie eh und je“

Warendorf -

Projekttage zum Thema Nationalsozialismus – für die jeweiligen Zehntklässler der Bischöflichen Realschule ein fester Programmpunkt am Ende des ersten Schulhalbjahres. „87 Jahre nach der Machtübernahme Hitlers und genau 75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz ist das Thema so brisant wie eh und je“, betont Geschichtslehrer Stefan Jaunich, der die Projekttage mit seinen Fachkollegen organisiert hat.

Montag, 03.02.2020, 06:45 Uhr aktualisiert: 03.02.2020, 06:50 Uhr
Projekttage zum Thema Nationalsozialismus – für die jeweiligen Zehntklässler der Bischöflichen Realschule Warendorf ein fester Programmpunkt am Ende des ersten Schulhalbjahres.
Projekttage zum Thema Nationalsozialismus – für die jeweiligen Zehntklässler der Bischöflichen Realschule Warendorf ein fester Programmpunkt am Ende des ersten Schulhalbjahres. Foto: Thomas Lins

Projekttage zum Thema Nationalsozialismus – für die jeweiligen Zehntklässler der Bischöflichen Realschule ein fester Programmpunkt am Ende des ersten Schulhalbjahres. „87 Jahre nach der Machtübernahme Hitlers und genau 75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz ist das Thema so brisant wie eh und je“, betont Geschichtslehrer Stefan Jaunich , der die Projekttage mit seinen Fachkollegen organisiert hat.

Alle Zehntklässler besuchten im Rahmen der Projekttage die Gedenkstätte Wewelsburg bei Paderborn. Zwischen 1934 und 1945 war die Wewelsburg eine Schulungsstätte für SS-Führer und bietet heute gut aufbereitetes Material für die Recherche an historischem Ort. In der Gedenkstätte erfuhren die Besucher aus Warendorf anschaulich, wie katastrophal und erniedrigend die Situation der im KZ Inhaftierten war.

Aufgeteilt in Projektgruppen, durchliefen die 87 Zehntklässler Stationen wie „Geschichte, Ideologie und Organisation der SS“ oder „Lebensgeschichte eines ehemaligen Häftlings aus der Ukraine“. Obligatorisch für alle Gruppen war der Rundgang durch die Wewelsburg mit der Gruft und dem „Obergruppenführersaal“. Für Geschichtslehrerin Dorothee Schulte besonders interessant sind die Biografien von SS-Männern, ihre Motive und Selbsteinschätzung und ihr Leben nach dem II. Weltkrieg: „Was bewog diese Männer, freiwillig im verbrecherischen Apparat der SS mitzuwirken?“

Den Abschluss des Tages bildete die Besichtigung des Areals des ehemaligen KZ Niederhagen. „Das war schon interessant“, findet Tom Ostermann aus der Klasse 10a, „man konnte sich allerdings nicht gut vorstellen, was damals war.“ Denn heute ist nur noch der Appellplatz durch eine freie Rasenfläche und einen Gedenkstein erkennbar, ansonsten ist dort ein Wohngebiet.

Das Resümee am Ende von Schüler Linus Lütke Wienker: „Der Besuch war voll interessant. Es hat sich für mich gelohnt, vor allem weil ich mich schon vorher für die Thematik interessiert habe.“ Für Geschichtslehrerin Gundula Dambacher ist besonders die Vermittlung der unterschiedlichen Perspektiven von Tätern und Opfern gut gelungen. Und sie ergänzt abschließend: „Selbst das aktuelle Phänomen der Neonazis wird durch die Ausstellung verständlicher.“

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