Galeriekonzert: 150. Veranstaltung
Champions-League mit familiärer Note

Warendorf -

„Die Galeriekonzerte spielen mittlerweile in der Champions-League“, sagt Dr. Reinhold Schoppmann nicht ohne Stolz. Jede Woche bekommt der Zahnarzt im Ruhestand und Hobby-Pianist mindestens fünf Anfragen. „Wir müssen nicht mehr bitten.“ Wenn am kommenden Sonntag (9. Februar) das Noah-Quartett aus Hamburg auftritt, gibt es gleich doppelten Grund zum Feiern. Es ist das 150. Konzert seit der Gründung der Galeriekonzerte im Jahre 1982. Und das Hamburger Quartett hat Beethoven im Gepäck. Nicht von ungefähr: Die Welt feiert 2020 den 250. Geburtstag Beethovens – und Warendorf ist dabei.

Montag, 03.02.2020, 14:36 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 10:04 Uhr
Die Verträge mit den Künstlern der Galerie-Konzerte wickelt Dr. Reinhold Schoppmann, Initiator und unermüdlicher Motor der Konzertreihe, selbst ab – ein ehrenamtliches Ein-Mann-Unternehmen.
Die Verträge mit den Künstlern der Galerie-Konzerte wickelt Dr. Reinhold Schoppmann, Initiator und unermüdlicher Motor der Konzertreihe, selbst ab – ein ehrenamtliches Ein-Mann-Unternehmen. Foto: Joachim Edler

Gerade die familiäre Atmosphäre bei den Galerien-Konzerten im Sophiensaal zieht Weltstars der Klassik ins beschauliche Warendorf. Dr. Reinhold Schoppmann , Initiator und unermüdlicher Motor der Konzertreihe, ist dankbar für die vielen großen Begegnungen und Gespräche, aus denen Freundschaften entstanden sind. Schoppmann schwärmt von den „After-Work-Partys“ mit den Künstlern, die Show nach der Show, die er nicht missen möchte. Zur Gage gehört auch ein „vertraglich“ vereinbartes Abendessen. Das allerdings nicht immer im Hause Schoppmann stattfindet, sondern reihum beim „harten Kern“ des Kammermusikreises.

Dazu gehören neben Dr. Reinhold und Monika Schoppmann auch Dr. Adalbert und Ulrike Gabel, Hein-Eugen und Ricarda Nass. „Das Schöne: Nach dem Konzert reden wir nur noch über Gott und die Welt. Ganz große Abende haben wir schon in Warendorf erlebt. Die Galeriekonzerte spielen mittlerweile in der Champions-League“, sagt Schoppmann nicht ohne Stolz.

Jede Woche bekommt der Zahnarzt im Ruhestand und Hobby-Pianist mindestens fünf Anfragen. „Wir müssen nicht mehr bitten.“ Künstler, die einmal im Sophiensaal auftraten, kommen gerne wieder. Unter ihnen der damalige DDR-Pianist Peter Rösel , zu dem Schoppmanns eine enge private Freundschaft pflegt. Und so gibt Rösel sein Abschiedskonzert auch in Warendorf, am 3. Oktober 2021.

Ein Blick 38 Jahre zurück: Am 14. Februar 1982 fand das erste Galeriekonzert mit dem Trio „Rameau“ aus Münster statt. Der Durchbruch kam mit der Verpflichtung von Peter Rösel im Mai 1983.

Für den Auftritt hatte Schoppman extra einen Steinway-Flügel aus Hamburg kommen lassen. An dem alten Broadwood-Flügel hatte der Zahn der Zeit genagt. Für Rösel ein Antiquariat, nicht bespielbar. Nach dem Rösel-Konzert ging es bergauf, zog es immer mehr renommierte Künstler nach Warendorf. „Wir sind nicht Mailand, aber fast“, lacht Schoppmann und zählt nur einige Stars der Klassik auf: Benedict Klöckner, Alexander Krichel, NeoBarock (Köln), Pindakaas (Saxophon-Quartett). Gerade der Mix aus altbekannten und noch jungen Künstlern zeichnet die Galeriekonzerte aus.

Im Schnitt besuchen 120 Zuhörer die Konzertreihe. Vier Konzerte gibt es in jeder Saison. Angefangen hatte alles 1981, als Schoppmann für die katholische Studentenverbindung ein Kammerkonzert im Historischen Rathaus organisierte. Die damalige Leiterin des Heimathauses und Ehrenringträgerin der Stadt, Eugenie Haunhorst, war so begeistert, dass sie Schoppmann immer wieder so hartnäckig bearbeitete, bis dieser den Kammermusikkreis gründete. Mitstreiter fand er in seinem damaligen Klavierlehrer Hubert Witte, den Musiklehrern Torsten Brand und Wolfgang Bittner sowie dem Architekten Ludger Riebel. Von Anfang an ebenfalls mit dabei der Musikfreund und Wein-Sommelier Klaus Wiese sowie Martin Heil, zuständig für die Pressearbeit.

Da die Konzerte ihren Ursprung in den Geschäftsräumen des damaligen Antiquitätenhandels „Fine Art“ (Buck/Deimel) in der Galerie des Gesellschaftshauses „Harmonie“ (Münsterstraße) hatten, war der Name für die Konzertreihe schnell gefunden. Die Verträge mit den Künstlern wickelt Schoppmann selbst ab, ein ehramtliches Ein-Mann-Unternehmen.

Wenn am Sonntag, 9. Februar, das Noah-Quartett aus Hamburg auftritt, gibt es gleich doppelten Grund zum Feiern. Es ist das 150. Konzert seit der Gründung der Galeriekonzerte im Jahr 1982. Und das Hamburger Quartett hat Beethoven im Gepäck. Nicht von ungefähr: Die Welt feiert 2020 den 250. Geburtstag Beethovens – und Warendorf ist dabei.

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