Kindergartenbedarfsplanung
Optionsflächen dringend benötigt

Warendorf -

Welche Auswirkungen neue Baugebiete aber auch ein Trend, sich nicht mehr zu einer Konfession zu bekennen, auf die Kindergartensituation hat, zeigte sich in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses.

Donnerstag, 06.02.2020, 22:24 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 22:30 Uhr
Zu Beginn der Sozialausschuss-Sitzung ließen sich die Mitglieder von Leiterin Ingrid Pankok (l.) durch die Räume der Kita „Am Eichenwäldchen“ führen.
Zu Beginn der Sozialausschuss-Sitzung ließen sich die Mitglieder von Leiterin Ingrid Pankok (l.) durch die Räume der Kita „Am Eichenwäldchen“ führen. Foto: Joke Brocker

Mit den Grundlagen der Kindergartenbedarfsplanung hat sich der Sozialausschuss in seiner Sitzung Anfang der Woche beschäftigt. Im Anschluss an eine Bestandsaufnahme in öffentlicher Sitzung wurden in nichtöffentlicher Sitzung aus Ist-Zustand und Perspektiven resultierende Liegenschaftsangelegenheiten erörtert.

Der erste Beigeordnete Dr. Martin Thormann hatte im nichtöffentlichen Teil der Sitzung berichtet, dass sich zwölf der 23 Warendorfer Kindertagesstätten in Trägerschaft der katholischen Kirche , fünf in Trägerschaft einer Elterninitiative, drei in freier, zwei in kommunaler und einer in evangelischer Trägerschaft befinden. Insgesamt gebe es derzeit 68 Gruppen mit insgesamt 1385 Kindern. 309 Plätze seien für unter Dreijährige bestimmt.

795 der 1385 Kindergartenplätze (57,4 Prozent) sind in katholischer Trägerschaft, 37,9 Prozent in freier Trägerschaft, in Trägerschaft von Elterninitiativen oder Kommune, 4,7 Prozent in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde.

An Maßnahmen zum Ausbau der Kindergärten, etwa im U3-Bereich, haben sich laut Thormann alle Träger beteiligt. Allein die Stadt habe in den vergangenen zehn Jahren 775 000 Euro in Maßnahmen wie den U3-Ausbau investiert. Dass ein Trend, sich nicht mehr zu einer Konfession zu bekennen, auch Auswirkungen auf die Kindergartensituation hat, zeigte sich im weiteren Bericht.

56 Prozent der Bevölkerung Warendorfs sind katholisch, 16 Prozent evangelisch, 28 Prozent haben andere oder gar keine Konfession. Der Anteil der Katholiken ist laut Thormann von 25 000 auf 21 100, der Anteil der evangelischen Christen von 6500 auf 6000 zurückgegangen, während der anderer Konfessionen von 7 000 auf 10 900 angewachsen ist. „Wir haben einen Zuwachs von über zehn Prozent in diesem Bereich“, berichtete Thormann. Das hat Auswirkungen auf die Entwicklung des Grundbestandes und der Zusatzplätze. Die katholische Kirche, die als Träger unverzichtbar sei, habe bisher den Grundsatz „Ein Kindergartenplatz pro 60 Gläubige“ gehabt. Sie stehe zwar weiterhin zu ihren Einrichtungen, werde aber keine weiteren Trägerschaften übernehmen, stellte Thormann klar.

Auch die Wohngebietsentwicklung müsse man im Auge behalten. Der Erste Beigeordnete verwies mit Blick auf die Neubaugebiete darauf, dass Warendorf eine wachsende Stadt sei, in der die Nachfrage nach U3- und U2-Plätzen steigen werde. „Wir wären strategisch gut beraten, uns Optionsflächen zu suchen“, meinte Thormann und verwies auf Flächen am Drosselweg und im Baugebiet In de Brinke.

Gehe man davon aus, dass die Unterbringung der Kita „Am Eichenwäldchen“ im Gebäude der ehemaligen Franziskusschule, die der Ausschuss zu Beginn der Sitzung besichtigt hatte, nur als Interimslösung gedacht sei, wäre ein Teil der Optionsflächen – konkret im Baugebiet In de Brinke – schon belegt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7243756?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Rosenmontagszug mit fröhlichen Holländern und strahlendem Prinz Karneval
Für Prinz Thorsten II. Brendel (2.v.r.) ist der schönste Moment der ganzen Session gekommen: Mit den Adjutanten Frank Hoffmann (v.l.), Andreas Koch und Christian Lange rollt er auf den Prinzipalmarkt zu.
Nachrichten-Ticker