„Neue Ems Ost“ im UPV
Zweifel an ökologischem Mehrwert

Montag, 17.02.2020, 22:45 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 23:20 Uhr
Im Mittelpunkt dieses Drohnenfotos ist die Emsinsel mit der Industrie-Brache Brinkhaus gut zu erkennen.
Im Mittelpunkt dieses Drohnenfotos ist die Emsinsel mit der Industrie-Brache Brinkhaus gut zu erkennen. Foto: André Auer

Im Rahmen der Laufverlängerung der Ems würden die Gewässerlängen im Innenstadtbereich mehr als verdoppelt. „Das ist ist nicht nur sinnvoll, sondern wird auch noch schön“, befand Peter Pesch am Montag in einem Pressegespräch. In dessen Mittelpunkt stand das Planfeststellungsverfahren „Neue Ems Ost“ – und damit in gewisser Weise Zukunftsmusik – ,ist doch angesichts europaweiter Leistungsausschreibungen, einer Ausführungsplanung und Bauleistungsausschreibungen, für die je ein Jahr veranschlagt werden muss, kaum vor 2023/24 mit einem Baubeginn zu rechnen.

Vorausgesetzt, alle Rädchen greifen sauber ineinander. Wer durch die umfangreiche Sitzungsvorlage für den nächsten UPV-Ausschuss (27. Februar, 17 Uhr, Historisches Rathaus) blättert, muss allerdings unter dem Eindruck stehen, dass die Verwaltung im Moment vor allem alle Hände voll damit zu tun hat, das Projekt zu verteidigen.

So widmet sich ein Teil der Sitzungsvorlage, wie bereits berichtet, noch einmal der von den Kritikern, darunter Arbeitskreis Neue Ems und Altstadtfreunde, in Frage gestellten Variante, für die sich der Rat 2016 entschieden hatte. Während der Rat einen Emsdurchstich am Westrand des Emsseeparks (Variante 5) favorisiert, wünschen sich die Kritiker f einen Durchstich weiter westlich, quer über die Industriebrache Brinkhaus (Variante 2). Dass bei dieser Variante lediglich die wasserbaulichen Kosten förderfähig wären, alle anderen Kosten aber von der Stadt zu tragen wären, hatte seinerzeit dazu geführt, dass der Rat sich für die immer noch aktuelle Variante 5 entschieden hatte.

Anders als vom Arbeitskreis Emsinsel vermutet, hat sich an der Förderkulisse offenbar nichts geändert. Das haben laut Peter Pesch Abfragen bei der Förderstelle der Bezirksregierung in Münster wie auch beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen ergeben. Das Ministerium habe auch keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich der ökologischen Einschätzung der 2016 geprüften Varianten. In einem Brief an den Arbeitskreis Neue Ems bezweifelt es gar den ökologischen Mehrwert der Variante 2 und schätzt, dass „mit der beschlossenen Trassenführung durch den Emsseepark die mit der Maßnahme verfolgten wasserwirtschaftlichen Ziele am wirtschaftlichsten erreicht werden können“ und dass „die Minimierung von Eingriffen in Natur und Landschaft und der Ausgleich und Ersatz nicht ver meidbarer Beeinträchtigungen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens geregelt“ werden.

Fachbüros werden in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Verkehr am 27. Februar ferner den fortgeschriebenen Planungsstand zur „Neuen Ems Ost“ vorstellen, der Ende Januar 2019 Planfeststellungsreife hatte, nach einer Änderung der wasserbaulichen Vorgaben aber komplett überarbeitet werden musste und nun den Bau einer Rampe vorsieht, die den Fischen im dann ökologisch aufgewerteten Fluss „Barrierefreiheit“ garantieren soll.

In einem dritten Komplex werden Planer und Verwaltung auf viele Fragestellungen rund um das Projekt „Neue Ems Ost“ eingehen und dabei vielleicht auch Missverständnisse aus- und mit Gerüchten aufräumen.

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