Exkursion in Dortmunder Gedenkstätte
Vor 90 Jahren: „Hölle Westdeutschlands“

Warendorf / Dortmund -

Eine Schülergruppe des Paul-Spiegel-Berufskollegs hat sich in Dortmund mit den bisher für sie anonymen Männern und Frauen des Widerstands gegen die Nationalsozialisten auseinandergesetzt.

Donnerstag, 27.02.2020, 12:24 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 15:24 Uhr
Die Schülerinnen und Schüler des Paul-Spiegel-Berufskollegs mit Lehrkräften im Polizeigefängnis in Dortmund.
Die Schülerinnen und Schüler des Paul-Spiegel-Berufskollegs mit Lehrkräften im Polizeigefängnis in Dortmund. Foto: Berufskolleg

Zehn Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Bildungsgänge des Paul-Spiegel-Berufskollegs machten sich jetzt mit dem Zug auf den Weg nach Dortmund zur Mahn- und Gedenkstätte Steinwache. „Das seit 1906 in der Steinstraße beheimatete Polizeirevier, die Steinwache, war Mitte der 1920-er Jahre um ein Polizeigefängnis erweitert worden, das ab 1933 in einigen Bereichen zur Folterung und Erpressung von Geständnissen politischer Gegner missbraucht wurde. Die Geheime Staatspolizei ( Gestapo ) spielte im weiteren Verlauf eine entscheidende Rolle und machte die Steinwache zur sprichwörtlichen ,Hölle Westdeutschlands‘“, heißt es im Bericht der Schule.

Das Gefängnis, bis Ende der 50er Jahre weiterhin als solches genutzt, ist seit Anfang der 1990-er Jahre eine Mahn- und Gedenkstätte mit einer ständigen Ausstellung.

„Die Schülergruppe mit den Lehrkräften Romina Gonsior und Jörg Mense erlebte eine individuelle Auseinandersetzung mit den bisher anonymen Männern und Frauen des Widerstands gegen die Nationalsozialisten. Dazu trug die stark biografische Ausrichtung der Ausstellung bei, denn die Schüler hörten beispielsweise Verhörprotokolle damaliger Insassen“, heißt es im Pressebericht. Und weiter: „Neben politischen Gegnern wurden oft jüdische Bürger und ausländische Zwangsarbeiter von der Gestapo in die Steinwache verschleppt. Bei massiver Mehrfachbelegung der Zellen sind von 1933 bis 1945 insgesamt mehr als 66 000 Menschen in der Steinwache inhaftiert gewesen: Zahlreiche Funktionäre politischer Parteien und der Gewerkschaften, Vertreter der christlichen Kirchen, jüdische Bürger, Sinti und Roma und ausländische Zwangsarbeiter wurden festgehalten, verhört und misshandelt.“

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