Auftaktveranstaltung der Berufsinformationstage
Träume kann man leben

Warendorf -

Dass berufliche Karrieren nicht immer geradeaus laufen müssen, zeigt das Leben von Johannes Austermann. Gelernt hat der 23-Jährige Bankkaufmann. Und er lebt vom und fürs Kino.

Montag, 02.03.2020, 15:52 Uhr
Nicht nur Schüler kamen zur Auftaktveranstaltung der BIT am Montag im Mariengymnasium:
Nicht nur Schüler kamen zur Auftaktveranstaltung der BIT am Montag im Mariengymnasium: Foto: Rebecca Lek

Bereits zum 15. Mal finden die Berufsinformationstage an den weiterführenden Schulen statt. Jedes Jahr wählen die Veranstalter einen besonderen Referenten für die Auftaktveranstaltung aus, um den Schülern zu zeigen, dass „nicht nur gerade Wege zum Ziel führen“.

Johannes Austermann , Inhaber des Scala Filmtheaters, reiht sich somit mit seinem Vortrag „Träume – nicht nur im Film“ in die Reihen der Referenten zwischen Heribert Bruchhagen und Martin Richenhagen ein.

Sichtlich interessiert hörten die Schüler des Mariengymnasiums, des Gymnasiiums Laurentianum und der Gesamtschule dem Jungunternehmer zu. Denn nicht alle wussten, dass der 23- Jährige vorher eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse absolviert hatte. „Das war auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Ich habe damit eine solide Ausbildung“, betonte Austermann. Dennoch bereut er den Schritt in die Selbstständigkeit nicht. „Ich wollte definitiv nicht aus Warendorf weg und der Job reichte mir so nicht aus. Kino ist einfach meine Leidenschaft“, erklärte der Jungunternehmer.

Ich wollte definitiv nicht aus Warendorf weg und der Job reichte mir so nicht aus.

Johannes Austermann

Die Entscheidung, einen sicheren Job aufzugeben, hat er sich jedoch nicht leicht gemacht. Seine Eltern schlugen ihm vor, zumindest noch in Teilzeit bei der Bank zu bleiben. „Das kam für mich nicht infrage. Ich mache etwas immer mit vollem Einsatz“, begründete er.

Seitdem er das Kino übernommen hat, gab es auch einige Änderungen. So eröffnete er das Scala Café und renovierte das Gebäude. Zusätzlich installierte er verschiedene Veranstaltungen, um dadurch auch zusätzliche Besucher zu generieren. „Menschen wollen mehr als nur den Film. Ich wollte das Kino mit Events wieder beleben“, erklärte Austermann seine Strategie. Hier kam die Frage aus der Schülerschaft auf, ob sich der Aufwand bis jetzt gelohnt hat. Ein klares Ja vom Kinobetreiber: „2018 hatte das Kino noch 17 000 Besucher. Mein kurzfristiges Ziel für 2019 waren 36 000 Besucher. Wir schafften 50 000“.

Im ersten Jahr 50 000 statt 36 000 Gäste im Kino

Einen Grund dafür sieht er in seinem Team. Mittlerweile arbeiten seine beiden Schwestern in Vollzeit und acht Aushilfen bei ihm mit. „Alle arbeiten so, als wenn es auch ihr Kino wäre und füllen es so mit Leben.“

Ein Punkt in seinem Lebenslauf ist Austermann ebenfalls wichtig gewesen: sein politisches Engagement. Als jüngstes Stadtratsmitglied im Münsterland findet er es wichtig, aktiv an der Gestaltung der Stadt teilzunehmen. „Ich weiß, es ist mittlerweile verpöhnt, in einer Partei Mitglied zu sein. Aber ihr müsst dafür kämpfen, dass eure Grundwerte erhalten bleiben. Und das kann man am besten, wenn man politisch aktiv ist“, sagte er zu den Schülern.

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