Mithelfen, damit die Läden überleben
Kreisstadt in der Krise stärken

Warendorf -

Wenn die Kunden wegen des Ansteckungsrisikos untereinander nicht in die Läden dürfen, kommt die Ware eben zum Kunden. Warendorfs Einzelhändler werden in der Not erfinderisch. Die Warendorfer Energieversorgung (WEV), Tochterunternehmen der Stadt, will helfen und ist aktuell dabei, das Online-Portal „Warendorf bringt´s“ bereit zu stellen, auf dem sich Einzelhändler und Gastronomen eintragen können, die ihre Türen in Corona-Zeiten geschlossen haben aber trotzdem weiter erreichbar sind.

Montag, 23.03.2020, 18:48 Uhr aktualisiert: 23.03.2020, 18:53 Uhr
Die Warendorfer Energieversorgung (WEV) will helfen und ist aktuell dabei, ein Online-Portal „Warendorf bringt‘s“ bereitzustellen, auf dem sich Einzelhändler und Gastronomen eintragen können.
Die Warendorfer Energieversorgung (WEV) will helfen und ist aktuell dabei, ein Online-Portal „Warendorf bringt‘s“ bereitzustellen, auf dem sich Einzelhändler und Gastronomen eintragen können. Foto: Alice Kaufmann

Ein Virus hat die Stadt nahezu lahmgelegt. Um Einzelhandel und Gastronomie halbwegs am Leben zu erhalten, sind in diesen Zeiten Eigeninitiative, Kreativität und ungewöhnliche Lösungen gefragt (die WN berichteten). Wenn die Kunden wegen des Ansteckungsrisikos untereinander nicht in die Läden dürfen, kommt die Ware eben zum Kunden. Warendorfs Einzelhändler werden in der Not erfinderisch. Die Warendorfer Energieversorgung (WEV) will helfen und ist aktuell dabei, ein Online-Portal bereitzustellen, auf dem sich Einzelhändler und Gastronomen eintragen können, die ihre Türen in Corona-Zeiten geschlossen haben, aber trotzdem weiter erreichbar sind. Alice Kaufmann , Pressesprecherin der WEV, auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir sind mit Hochdruck dabei, das von der Agentur ink 3D design erfolgreich aufgesetzte Online-Portal .Münster bringt’s‘ auch für unsere Heimat umzusetzen. Warendorf wäre nach Münster dann die zweite Stadt.“ Den Kontakt zu der Agentur pflegt der lokale Energieversorger schon länger (Kino-Spots), die Idee zu „Warendorf bringt´s“ kam am Freitag, am Sonntag stand das Gerüst, diese Woche geht es in die finale Phase.

In Münster haben Gastronomen und Gewerbe, die ihre Türen wegen der Corona-Krise schließen mussten, durch „Münster bringt’s“ neue Hoffnung geschöpft. Innerhalb von vier Tagen hatten sich dort bereits 320 Unternehmen angemeldet. „Auch die Menschen hier in Warendorf, Hoetmar, Einen, Milte, Müssingen und Freckenhorst kämpfen derzeit um ihre Existenz. Wir wollen helfen, weil wir daran glauben, dass wir als Gemeinschaft diese Krise überstehen können und jetzt jeder Einzelne gefragt ist“, stehe der lokale Energieversorger – vom Geschäftsführer bis zur Bürokraft – hinter der Aktion. Bei dem Online-Portal handele es sich nicht um ein Branchenbuch, betont die Pressesprecherin. Hintergrund der Aktion: weiter beim Einzelhändler/Gastronomen vor Ort einkaufen.

Über „Warendorf bringt´s“, was natürlich doppeldeutig zu verstehen ist, verlassen sich die Unternehmen nicht allein auf staatliche Notfonds, sondern ergreifen selbst die Initiative.

„Als lokaler Energieversorger liegt es uns sehr am Herzen, jetzt mehr zu tun und dieses Portal hier in Warendorf anbieten zu können“, si Alice Kaufmann. Unternehmen sollen sich noch in dieser Woche dort listen lassen und den Menschen ihre Waren und Lebensmittel direkt nach Hause liefern können. Aktuell werde noch an einer logistischen Lösung gearbeitet, so Kaufmann, damit nicht nur diejenigen dieses Angebot nutzen können, denen eine eigene Auslieferung möglich ist.

Sichergestellt werden könnte eine Auslieferung zum Beispiel durch Lasten-Fahrräder wie in Münster oder E-Bikes – ein örtlicher Fahrradhändler habe sich bereits gemeldet – oder durch den Bürgerbus. „Da führen wir zurzeit Gespräche. Außerdem können sich ehrenamtliche Helfer bei ,Warendorf bringt‘s‘ registrieren und ihre Hilfe anbieten. Natürlich jederzeit völlig kostenfrei.

Wer mitmachen möchte, zum Beispiel beim Ausliefern für Unternehmen, die es selbst nicht leisten können, kann sich gerne beim Energieversorger melden. Dazu steht Alice Kaufmann auch schon mit den Technikexperten der Agentur in Kontakt. Ebenso bei der Frage: „Wie erreiche ich jemanden, der kein Internet hat?“

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