Not schweißt Institutionen zusammen
Aktivierung des Warenkorbs?

Warendorf -

Es gibt jetzt Überlegungen, wie man den Bedürftigen trotzdem die Lebensmittelkörbe zukommen lassen kann. Vertreter des städtischen Sozialamtes, der Ortsgruppe DRK, der Pfarrgemeinde St. Laurentius sowie der Stadtwerke Warendorf haben sich in Freckenhorst am Mittwoch beim Caritasverband getroffen, um über die Möglichkeiten einer Aktivierung des Warenkorbes zu sprechen.

Donnerstag, 26.03.2020, 11:24 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 19:26 Uhr
Mit der Corona-Krise hat auch der Warenkorb in Warendorf geschlossen.
Mit der Corona-Krise hat auch der Warenkorb in Warendorf geschlossen. Foto: Joachim Edler

Es sind Senioren, deren Rente hinten und vorne nicht reicht, Arbeitslose, Geringverdiener, Alleinerziehende und Asylbewerber, die den Warenkorb in Warendorf aufsuchen. Im Jahre 2006, als der Warenkorb unter dem Dach der Caritas an den Start ging, waren es gerade mal sechs Einkaufskörbe voller Lebensmittel – heute sind es über 300.

Dahinter stecken Menschen, Erwachsene und Kinder. Mit Verschärfung der Corona-Krise wurde die Ausgabe der Lebensmittel eingestellt, seit dem 17. März ist die Tafel in Warendorf geschlossen. Auch, um die vielen Ehrenamtlichen zu schützen, die alle im Alter zwischen 65 und 80 Jahre alt sind. „Sie gehören einfach zur Risikogruppe“, weiß Horst Möllmann , Ansprechpartner für die Pfarrcaritas im Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf auf WN-Nachfrage.

Alleine in Warendorf sind etwa 130 Bedarfsgruppen von der Schließung des Warenkorbs betroffen. In Zahlen: 450 Personen, darunter 200 Kinder.

Doch Not schweißt zusammen: Das gilt nicht nur für Menschen in einer Notlage, sondern auch für Institutionen, die Bedürftigen Hilfe anbieten. In der Corona-Krise fanden sich Menschen zusammen, die rasch und unbürokratisch helfen wollen, damit der Warenkorb wieder öffnen kann.

Vertreter des städtischen Sozialamtes, der DRK-Ortsgruppe, der Pfarrgemeinde St. Laurentius sowie der Stadtwerke Warendorf haben sich in Freckenhorst am Mittwoch beim Caritasverband getroffen, um über die Möglichkeiten einer Aktivierung des Warenkorbes zu sprechen. Natürlich im entsprechenden Abstand von mindestens zwei Metern voneinander.

Abhilfe schaffen könnte eine gezielte Ansprache der Klienten des Warenkorbs. „Eventuell können wir einen Fahrdienst aktivieren, um den Klienten einen entsprechenden Warenkorb vor die Tür zu stellen“, stellt Möllmann eine Möglichkeit vor.

Ein weiter Blick über die Stadtgrenzen nach Gronau zeigt, dass dort Ehrenamtliche das Angebot der Tafel aufrechterhalten, indem sie die Ausgabe im Freien organisieren – streng limitiert auf den Kreis der regelmäßigen Warenkorb-Besucher, die einen Nummerzetteln und ein konkretes Zeitfenster mitgeteilt bekommen, in dem sie die Waren in Empfang nehmen können.

Über die neue Facebookgruppe „Warendorfer helfen Warendorfern“ um Pastoralreferent Ulrich Hagemann und über die Stadtwerke Warendorf, die aktuell mit der Initiative Wirtschaft für Warendorf (WIWA) die Solidaraktion „Warendorf bringt´s“ am Start hat, könnten Helfer aktiviert werden. Allerdings gibt Möllmann zu bedenken, dass das Packen der Lebensmittelkörbe letztlich eine Aktion in der Gruppe sei und man darüber nachdenken müsse, wie man diese Arbeit mit den Auflagen eines Kontaktverbotes, die die Corona-Krise mit sich bringt, gestalten kann.

Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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