NABU nimmt Stellung zum „Schüttenteich“
Krötentunnel hilft nicht

Warendorf -

Der NABU hat Verständnis für die Befürchtungen der Grundeigentümer, die sich in Zeiten der Corona-Krise gegen die Aufnahme persönlicher Kontakte seitens Straßen.NRW oder beauftragter Stellen verwahren. In Zeiten wie diesen sollten selbstverständlich die berechtigten Sorgen und Nöte von Bürgern über behördliche Belange gestellt werden.

Montag, 30.03.2020, 16:44 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 13:20 Uhr
Laut NABU beherbergt der Schüttenteich, ebenso wie in der Nähe liegende Feucht- und Nassgrünländer sowie Kleingewässer, eine Reihe bestandsbedrohter Arten.
Laut NABU beherbergt der Schüttenteich, ebenso wie in der Nähe liegende Feucht- und Nassgrünländer sowie Kleingewässer, eine Reihe bestandsbedrohter Arten. Foto: Joke Brocker

Der Naturschutzbundes Deutschland ( NABU ), Kreisverband Warendorf, nimmt Stellung zur aktuellen Situation des Biotops „Schüttenteich“ in Neuwarendorf.

Anlass zur Stellungnahme ist die Auseinandersetzung der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW) mit Straßen.NRW zur laufenden faunistischen Kartierung und der zugehörigen Berichterstattung Ende vergangenen Woche

Der NABU, seit vielen Jahren Besitzer des Schüttenteiches, hat dieses Biotop über Jahre mit großem Erfolg entwickelt. Inzwischen beherbergt der Schüttenteich, ebenso wie in der Nähe liegende Feucht- und Nassgrünländer sowie Kleingewässer, eine Reihe bestandsbedrohter und vom Bundesnaturschutzgesetz geschützter Arten. Zu diesen Arten gehört zum Beispiel der Laubfrosch (Hyla arborea), der mit seinen weithin hörbaren Ruferchören Kleingewässer besiedelt. Auch Wiesenvögel leben und reproduzieren in diesem Bereich, so der Kiebitz, eine ebenfalls in der heutigen Landschaft zunehmend seltener werdende und geschützte Art. Als Rast- und Zugvögel wurden bestandsbedrohte Arten wie Flussregenpfeifer und durchziehende Limikolen wie Bekassine und Grünschenkel festgestellt. Außerdem wirken die Feuchtgebiete in hohem Maße dem seit Jahren anhaltenden, sehr bedrohlichen Insektensterben entgegen.

Die laufende faunistische Kartierung geschieht in Folge der Planung der L 547 als Ortsumgehung Freckenhorst. Allerdings würden aufgrund der Linienbestimmung bei Realisierung der geplanten L 547 die genannten naturschutzfachlich sehr wertvollen Bereiche vernichtet. Von Straßen.NRW in Erwägung gezogene Krötentunnel schaffen da keinesfalls adäquate Abhilfe. Daher lehnt der NABU die aktuelle Planung der L 547 ab. Aus naturschutzfachlicher Sicht muss eine umweltgerechtere Lösung gefunden werden.

Im Verfahrensablauf ist aus rechtlicher Sicht die aktuelle faunistische Kartierung und ein Betreten des Biotops durch den beauftragten Biologen nicht zu beanstanden. Andere Personen haben aber – zumal zu Brutzeiten – ein Betreten des Biotops unbedingt zu unterlassen. Das gilt ausnahmslos für alle Personen, auch für Mitarbeiter von Straßen.NRW.

Der NABU hat Verständnis für die Befürchtungen der Grundeigentümer, die sich in Zeiten der Corona-Krise gegen die Aufnahme persönlicher Kontakte seitens Straßen.NRW oder beauftragter Stellen verwahren. In Zeiten wie diesen sollten selbstverständlich die berechtigten Sorgen und Nöte von Bürgern über behördliche Belange gestellt werden.

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