Kita Kunterbunt: 102 Kinder kommunizieren von zu Hause per Post
Wer steckt hinter der Maske?

warendorf -

„Die Kinder vermissen den Kindergarten. Und die Erzieher möchten wieder arbeiten“, beschreibt Gabriele Schulte, Leiterin der Kita Kunterbunt, die Situation. „Die Empfindlichkeiten der Kinder sind ganz unterschiedlich. Viele Familien managen das gut, bei anderen weinen die Kinder viel und auch die Eltern fühlen sich hilflos. Es ist einfach sehr schwer, weil die Kinder die Situation nicht verstehen“.

Um dennoch den Kontakt zu den Familien nicht zu verlieren, haben alle 102 Kinder (45 in Freckenhorst und 57 in Warendorf) Post nach Hause bekommen.

Mittwoch, 01.04.2020, 13:20 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 18:05 Uhr
Die Kindergartenleiterin Gabriele Schulte (Bild) und die 16 Erzieher der Kita Kunterbunt freuten sich sehr über die vielen Fotos mit Hasenmasken.
Die Kindergartenleiterin Gabriele Schulte (Bild) und die 16 Erzieher der Kita Kunterbunt freuten sich sehr über die vielen Fotos mit Hasenmasken. Foto: Rebecca Lek

Minimalbesetzung, leere, stille Räume, kaum Kinderlachen. So sieht derzeit der Alltag in den hiesigen Kindergärten aus. „Für uns ist die Situation auch schwer. Die meisten Erzieherinnen sind im Homeoffice was ja eigentlich gar nicht richtig funktioniert“, erklärt Gabriele Schulte , Leiterin der Kita Kunterbunt. „Die Kollegen arbeiten an Flyern, Aktionen und können natürlich aufwendigere Dinge vorbereiten. Derzeit scheitert es allerdings an der Durchführung“. Denn so toll die Aktionen auch sein mögen: Ohne Kindergartenalltag können sie nicht umgesetzt werden. „Die Kinder vermissen den Kindergarten. Und die Erzieher möchten wieder arbeiten“, beschreibt die Leiterin die Situation. „Die Empfindlichkeiten der Kinder sind ganz unterschiedlich. Viele Familien managen das gut, bei anderen weinen die Kinder viel und auch die Eltern fühlen sich hilflos. Es ist einfach sehr schwer, weil die Kinder die Situation nicht verstehen“.

Um dennoch den Kontakt zu den Familien nicht zu verlieren, haben alle 102 Kinder (45 in Freckenhorst und 57 in Warendorf) Post nach Hause bekommen. „In der Kita ist es so leer und leise ohne dich“ lautet die Begrüßung. Passend zu Ostern soll die Kreativität gefördert werden. „Die Kinder sollten Osterbilder malen, Osterhasen basteln, eine mitgeschickte Hasenmaske bemalen und sich damit fotografieren“, berichtet Gabriele Schulte. Die Idee dahinter: Fenster und Schaukasten sollen mit den Bildern dekoriert werden. Die Kinder können bei einem Spaziergang dann alle Bilder sehen und raten, welcher Freund hinter der Maske steckt.“

Die Resonanz war überwältigend. Nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern freuten sich sehr über den Brief und fingen schnell an zu basteln und zu malen. Bereits nach einigen Tagen kamen die ersten Fotos per Mail und Post zurück. Die Erzieher wiederum gestalteten mehrere Collagen, die jetzt im Schaukasten an der Brinkstraße 5 zu bewundern sind.

Zusätzlich gab es das Angebot, dass die Kinder auch mit den Erziehern in Kontakt treten können - wenn auch nur telefonisch. Rund zehn Familien nahmen das Angebot bereits wahr.

Mit den Hasenmasken soll es aber nicht enden. Zu Ostern wird jedes Kind noch einen Brief mit einer Kleinigkeit bekommen, um den Kindergarten nicht zu vergessen. Denn ob alles ab dem 20. April wieder normal läuft, ist ungewiss. „Wir hoffen sehr darauf, dass bald wieder Normalität herrscht. Bis jetzt wissen wir allerdings nicht, ob wir am 20. wirklich wieder öffnen werden“, zeigte sich Gabriele Schulte skeptisch.

 

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