Gastronomie setzt auf Außer-Haus-Geschäft
Essen aus dem Fritten-Fenster

Warendorf -

In der Krise zeigen sich auch die Gastronomen erfinderisch und setzen auf Außer-Haus-Service. Von Pommes frites aus dem Frittenfenster bis zum Vier-Gänge-Menü (auch zu Ostern) - die Warendorfer müssen auf nichts verzichten.

Donnerstag, 02.04.2020, 18:05 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 13:28 Uhr
Thomas Wörmanns „Frittenfenster“ kommt gut an. Viele Warendorfer freuen sich über Alternativen zu Pizza und Döner.
Thomas Wörmanns „Frittenfenster“ kommt gut an. Viele Warendorfer freuen sich über Alternativen zu Pizza und Döner. Foto: Rebecca Lek

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, hat die Bundesregierung frühzeitig alle gastronomischen Betriebe geschlossen. Etablierte Restaurantbetriebe, die bis dato auf einen Lieferservice verzichtet hatten, nutzen jetzt die Möglichkeit des Außer-Haus-Geschäftes.

Thomas Wörmann , Inhaber der Gaststätte „Zur Sonne“ begann bereits am vergangenen Wochenende damit, Gerichte direkt aus dem „Frittenfenster“ zu verkaufen. „Auf den Andrang waren wir am Freitag ehrlich gesagt nicht vorbereitet. Wir haben uns sehr über die vielen Kunden gefreut“, gesteht Wörmann. Er glaubt, dass gerade dieses kleine Stück Normalität von den Warendorfern gut aufgenommen wird. Freitag und Samstag können sich die Kunden nun wieder auf Burger und Hähnchen freuen.

Dieses Wochenende starten unter anderem das „Haus Allendorf“ und das „Alte Gasthaus Wiese“ mit dem Abholservice. „Es ist eine gute Möglichkeit, bei unseren Gästen im Gedächtnis zu bleiben“, erklärt Carsten Allendorf. Starten wird er erst am Sonntagmittag – sozusagen als Probelauf für Ostern . Auf einer verkürzten Karte können die Gäste zwischen vier Gerichten wählen. Dazu gibt es gratis ein Oster-Überraschungs-Dessert. Die gleichen Gerichte wird es dann an den Feiertagen geben. Zwar muss die Kundschaft hier etwas weiter fahren, hat dafür aber die Möglichkeit, direkt vor dem Restaurant zu parken – und sich natürlich die süße Osterüberraschung nicht entgehen zu lassen.

Auch Falk und Karina Roerkohl vom „Alten Gasthaus Wiese“ setzen auf eine verkürzte Karte und starten bereits am heutigen Freitag – allerdings beschränkt sich das Angebot vorerst auf die Abende. „Wir hoffen auf viele bekannte Gesichter“, meint Falk Roerkohl.

Wichtig für den Außer-Haus-Verkauf ist das Einhalten des Mindestabstandes von eineinhalb Metern. Zudem ist der Verzehr in einem Umkreis von 50 Metern um die entsprechende gastronomische Einrichtung untersagt – bei Nichteinhaltung droht dem Kunden eine Strafe von 200 Euro. Alle drei Betriebe haben ihre Speisekarten auf Facebook oder ihrer Website veröffentlicht und bitten um telefonische Vorbestellung. „So können wir die Wartezeit und mögliche Schlangenbildung minimieren“, erklärt Karina Roerkohl.

Bis jetzt schauen alle nur bis zum 19. April und hoffen inständig, dass danach der Betrieb langsam wieder anlaufen kann. Sollte die Schließung darüber hinaus angeordnet werden, besteht jedoch die Möglichkeit, das Außer-Haus-Geschäft weiterzubetreiben. „Zur Überbrückung ist das ganz gut, wirklich retten kann man uns damit aber nicht“, betont Allendorf. Auch Familie Roerkohl hofft darauf, bald wieder wie gewohnt öffnen zu können. „Die Soforthilfe ist zwar schön und gut, aber wir brauchen das normale Tagesgeschäft wieder“, stellt Falk Roerkohl klar.

Insgesamt haben die Warendorfer durch das Außer-Haus-Geschäft die Möglichkeit, die lokale Gastronomie zu unterstützen und gleichzeitig, trotz Corona, etwas Restaurantflair an den heimischen Esstisch zu zaubern.

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