Caritas-Warenkorb wird wiedereröffnet
Einkauf im Fünf-Minuten-Takt

Warendorf -

Vor vier Wochen musste der Caritas-Warenkorb geschlossen werden, weil die Ehrenamtlichen, die sich hier um die Warenausgabe kümmerten, zum Corona-gefährdeten Personenkreis gehört. Jetzt springen jüngere Ehrenamtliche ein, die am Samstag den Warenkorb wiedereröffnen werden. Freilich unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

Donnerstag, 16.04.2020, 20:57 Uhr aktualisiert: 17.04.2020, 18:38 Uhr
Der Caritas-Warenkorb, der seit vier Wochen geschlossen war, wird am Samstag wieder seine Pforten öffnen. Das freut (v. l.) Iris Blume, Teamleiterin Soziales und Wohnen, Horst Möllmann, Ansprechpartner für die Pfarrcaritas im Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf, Ralf Neumann-Bussian (DRK) und Ulrich Hagemann, Pastoralreferent in St. Laurentius und Begründer der Facebook-Gruppe „Warendorfer helfen Warendorfern“.
Der Caritas-Warenkorb, der seit vier Wochen geschlossen war, wird am Samstag wieder seine Pforten öffnen. Das freut (v. l.) Iris Blume, Teamleiterin Soziales und Wohnen, Horst Möllmann, Ansprechpartner für die Pfarrcaritas im Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf, Ralf Neumann-Bussian (DRK) und Ulrich Hagemann, Pastoralreferent in St. Laurentius und Begründer der Facebook-Gruppe „Warendorfer helfen Warendorfern“. Foto: Joke Brocker

Corona, weiß Iris Blume, Teamleiterin Soziales und Wohnen bei der Stadt Warendorf, reiße große finanzielle Lücken in das ohnehin schon knappe Haushaltsbudget jener Warendorfer, die zu den Stammkunden des Caritas-Warenkorbes gehören.

Als die Lebensmittelausgabestelle am Kletterpohl vor vier Wochen geschlossen wurde, um die für die Warenausgabe zuständigen, ausnahmslos zum Personenkreis der besonders gefährdeten älteren Menschen gehörenden Ehrenamtlichen vor dem Virus zu schützen, waren Alte, Kranke, Alleinerziehende und Familien mit geringem Einkommen die Leidtragenden.

Umso erfreuter waren 32 dieser sogenannten Bedarfsgemeinschaften, als sie am Gründonnerstag frische Lebensmittel direkt vor die Haustür geliefert bekamen. Die Organisatoren dieser Aktion bestärkte das in ihrem Bemühen, wenigstens eine Notversorgung einzurichten. Am Dienstag nach dem Osterfest beschlossen die Initiative „Warendorfer helfen Warendorfern“ um Begründer Ulrich Hagemann , Pastoralreferent in St. Laurentius, die Stadtwerke, das Sozialamt mit Thomas Mundmann und Iris Blume sowie der Caritasverband, unter der Regie des DRK den „Warenkorb“ zu reaktivieren.

Es gehe nicht darum, etwas zu übernehmen oder etwas jemandem wegzunehmen, stellen die Organisatoren klar, dass sie den seit 13 Jahren gut funktionierenden Warenkorb nur übergangsweise – und zeitlich eingeschränkt – betreiben werden. War der Caritas-Warenkorb sonst dienstags und donnerstags geöffnet, wird er ab Samstag, 18. April, einmal wöchentlich geöffnet sein. Für den Samstag habe man sich entschieden, weil die zwischen 18 und 45 Jahre alten Ehrenamtlichen, die künftig in dem kleinen Ladenlokal am Kletterpohl für die Warenausgabe zuständig sind, während der Woche anderweitige Verpflichtungen hätten.

Circa 100 Bedarfsgemeinschaften werden am Samstag am Kletterpohl erwartet. Damit Abstände gewahrt und Verstöße gegen die Kontaktsperre verhindert werden, gibt es fünfminütige Zeitfenster, in denen die Betroffenen die bereits gefüllten Warenkörbe abholen können. Wer sich wann (und unbedingt pünktlich) am Hintereingang (Kirchstraße) des „Caritas-Warenkorb“ einzufinden hat, hat das Sozialamt den Betroffenen per Post mitgeteilt.

Alte Menschen, Personen mit Vorerkrankungen oder Alleinerziehende würden beliefert, betont Ralf Neumann-Bussian vom DRK, der alle Fäden zusammenhält, ganz egal, ob es sich um Hygiene-Vorkehrungen oder Fragen des Lebensmitteltransportes handelt, für den DRK- und Caritas-Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

Ganz besonders dankbar ist Horst Möllmann, Ansprechpartner für die Pfarrcaritas im Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf, der Warendorfer Bürgerstiftung und der „Aktion Mensch“, die die Wiederöffnung des Warenkorbs mit Spenden unterstützen. „Das ermöglicht es, zum Beispiel länger haltbare Lebensmittel wie Nudeln oder Hygieneartikel zu kaufen“, freut sich Möllmann. „Kirche muss sichtbar bleiben durch gutes Handeln am Nächsten“, begründet Ulrich Hagemann, warum sich auch die Kirchengemeinde St. Laurentius intensiv einbringt.

Menschen zwischen 18 und 45 Jahren, die das Team der Ehrenamtlichen in den kommenden Wochen unterstützen möchten, können sich jederzeit unter r.bussian@drk-waf.de an Ralf Neumann Bussian wenden.

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