Bürgerschützenverein Milte zeigt trotzdem Flagge
Kein Heimatfest im Corona-Jahr

Milte -

Die Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz vom 15. April habe letzten Endes nur noch einmal bestätigt, was die aktiven Ehrenamtler des Vereins schon geahnt hatten. Ein Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August schließt natürlich auch das Milter Schützenfest mit ein.

Donnerstag, 23.04.2020, 09:10 Uhr aktualisiert: 23.04.2020, 13:42 Uhr
Die Milter Vereine zeigen Verantwortung und Solidarität: Fanfarencorps, Spielmannszug und Ehrengarde freuen sich auf das nächste Jahr
Die Milter Vereine zeigen Verantwortung und Solidarität: Fanfarencorps, Spielmannszug und Ehrengarde freuen sich auf das nächste Jahr Foto: Mike Atig

„Es war zwar absehbar, aber wir haben dennoch bis zuletzt gehofft, dass es irgendeine Möglichkeit gibt, unser Schützenfest doch noch stattfinden zu lassen.“ Präses Robert Holtkamp hat jetzt gemeinsam mit dem Vorstand des Bürgerschützenvereins Milte die Entscheidung getroffen, im „Corona-Jahr 2020“ das größte Heimatfest Miltes abzusagen. Am ersten Juniwochenende wird der Schützenplatz Milte also verwaist bleiben.

Die Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz vom 15. April habe letzten Endes nur noch einmal bestätigt, was die aktiven Ehrenamtler des Vereins schon geahnt hatten. Ein Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August schließt natürlich auch das Milter Schützenfest mit ein. Aber so leicht machen es sich die Milter Bürgerschützen nicht: „Wir haben mit dem Festwirt gesprochen, mit der Band und mit allen anderen, mit denen wir vertraglich verbunden sind. Das gehört sich einfach so. Parallel dazu haben wir intern alle Optionen geprüft. Wir können da nicht einfach absagen und zur Tagesordnung übergehen, denn im nächsten Jahr soll das Schützenfest wieder stattfinden. Und dann wollen wir natürlich auch mit unseren bewährten Partnern wieder vertrauensvoll zusammenarbeiten.“

Auch das amtierende Königspaar Mike und Ina Atig wurden zu ihrer Meinung befragt. Immerhin wären sie das erste Königspaar seit dem zweiten Weltkrieg, das mehr als ein Jahr die Königswürde tragen muss. „Das ist unser Job, in guten und in schlechten Zeiten. So müssen wir eben noch ein Weilchen den Spannungsbogen hoch halten. Wir hoffen, dass die Freude auf das Schützenfest im nächsten Jahr umso größer sein wird“, meint König Mike. Und seine Königin Ina ergänzt: „Selbst wenn in diesem Jahr ein Schützenfest erlaubt gewesen wäre, wären doch vor dem Hintergrund des Ansteckungsrisikos viel weniger Menschen gekommen. Und schlimmer, als gar kein Schützenfest, ist ein leeres Schützenfest!“

Auch die zwölfköpfige Throngesellschaft hat schon signalisiert, dass sie ein weiteres Jahr mitarbeiten wird. Spielmannszug, Fanfarencorps und Ehrengarde haben sich sogar in einer gemeinsamen Fotocollage in sozialen Netzwerken zum Motto #MiltebleibtZuhause bekannt.

Einige wollen ihre grün-weißen Schützenfahnen dennoch hissen, aus Tradition und ein bisschen wohl auch aus Trotz. „Dieses Fest ist ein Ausdruck unserer Identität und unserer Geschichte seit 1841“, so Präses Holtkamp. „Corona mag weltweit vieles verändern, aber nicht unsere Tradition und unser Selbstverständnis als Milter Bürger. Auch diese Krise wird vorübergehen. Und dann werden wir wieder Schützenfest feiern!“

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