Go Vivet: Ein optischer Signalgeber regelt Zugänge
Grünes Licht – in besonderen Zeiten

Warendorf -

Die Corona-Krise fördert Kreativität. Go Vivet ist ein Beispiel dafür. Binnen 14 Tagen ist die Idee bis zur Serienreife weiterentwickelt worden. Dabei versteht sich die Leuchtampel nicht als Corona-Ampel, wie Tobias Schulte, einer der Entwickler, wissen lässt.

Mittwoch, 06.05.2020, 18:04 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 15:22 Uhr
Bundesweiter Startschuss für das Projekt Go-Vivet (von links): Volksbank-Vorstand Norbert Eickholt, Eberhard Resch (ER-Elektronik); Bürgermeister Axel Linke; Cornelia Köster (Marketing Pilotfisch); Tobias Schulte (PAN direkt), Christoph Berger (Modehaus Ebbers)
Bundesweiter Startschuss für das Projekt Go-Vivet (von links): Volksbank-Vorstand Norbert Eickholt, Eberhard Resch (ER-Elektronik); Bürgermeister Axel Linke; Cornelia Köster (Marketing Pilotfisch); Tobias Schulte (PAN direkt), Christoph Berger (Modehaus Ebbers) Foto: Erhard Kurlemann

„Ein bisschen befreiter einkaufen“ – dazu will Go-Vivet einen wichtigen Beitrag leisten. Unter dem Titel „Grünes Licht für Warendorf“ ist die zweifarbige Leuchtampel als Produkt am Donnerstag in der Volksbank in Warendorf bundesweit vorgestellt worden.

Tobias Schulte , Geschäftsführer von PAN direkt, einem Unternehmen, das von Warendorf aus weltweit Audioprodukte entwickelt und vermarktet, betont, „ein persönliches Erlebnis“ habe die Idee beflügelt. Beim Einkauf vor einigen Tagen wollte er einen Laden betreten, wurde aber zurückgewiesen, da die Zahl der zulässigen Kunden erreicht gewesen sei. Das sei ihm und anderen Umstehenden unangenehm gewesen.

„Ob man ein Geschäft betreten kann oder nicht, führt aktuell zu einer großer Verunsicherung“, berichtete er von Gesprächen mit Freunden und Bekannten zur aktuellen Einkaufssituation. Die Konsequenz: „Einkaufen soll wieder Spaß machen“ – trotz aller aktuell geltenden Regeln.

Go-Vivet will helfen, „besonders in diesen Tagen“ für Klarheit zu sorgen. Das Wort „Corona-Ampel“ lasse er dafür nicht gelten, „weil es um den Konsumenten geht, der sich in seinem zur Zeit begrenzten Freiraum frei bewegen will.“ Dafür gebe es jetzt das Signal: „Es ist grün, es ist frei“.

Urvater der Idee sei indes Christoph Berger . Der Inhaber des Modehauses Ebbers signalisiere den Kunden durch eine Ampel, ob der Zutritt zu dem Geschäft möglich sei.

Binnen 14 Tagen sei der Gedanke weiterentwickelt und zur Serienreife gebracht worden, erläutert Schulte. Der Warendorfer Unternehmer stellt zwei Varianten vor. Eine könne aufgehängt oder anderweitig befestigt werden, eine andere werde komplett mit Ständer ausgeliefert. „Die Montage ist ganz einfach und funktioniert ganz ohne Werkzeug.“

Tobias Schulte hebt hervor, „das Produkt ist eine gute Nachricht, nicht nur für Warendorf“. Go vivet sende ein positives Signal. Es sei zudem nachhaltig. So habe ihm ein Gastwirt aus Vorarlberg gesagt, er könne das Gerät nach Corona über seinen Tresen hängen: „Wenn es grün leuchtet, ist Happy Hour.“ habe der bereits eine Art der Weiterverwendung erkannt. Man könne auch die Scheibe ersetzen, und Reklame in eigener Sache machen.

In Zusammenarbeit mit der Firma ER Elektronik in Greffen (Eberhard Resch, zuständig für den technischen Part“) würden zunächst etwa 500 Stück in der Woche produziert. „Die Zulieferfirmen sind startklar.“

Neben eigenen Vertriebskanälen unterstützt Thomas Darpe die Vermarktung, erläutert Tobias Schulte die weiteren Planungen. „Wir denken, das Produkt kommt zur richtigen Zeit.“ Dass es dafür einen großen Markt gebe, bewiesen erste Rückmeldungen, wie etwa aus der Wirtschaftskammer Österreichs. Derzeit würden Produktinformationen und andere Broschüren in mehreren Sprachen aufgelegt.

Das Gerät sorge für Sicherheit im Publikumsverkehr. Dieses könne gerade bei bevorstehenden Lockerungen etwa im Gastgewerbe auch für Restaurants ein interessantes Angebot sein. „Ein Kunde kann problemlos erkennen, ob es freie Plätze gibt.“ Das Produkt sei auch für weitere Bereiche einsetzbar.

Die zweifarbige Leuchtampel zur Personen-Zugangssteuerung ist von beiden Seiten sichtbar und kann drinnen wie draußen genutzt werden. Sie wird per Fernbedienung gesteuert. Es gibt rund 67 Millionen Codes, so dass „die Chance, die Anlage des Nachbarn zu verstellen, sehr gering ist“.

Ein Gerät mit Fuß kostet 350 Euro, die einfache Ausführung 290 Euro – ohne Mehrwertsteuer.

„Wir arbeiten gerade daran, das System mit einer Zählersteuerung zu kombinieren“, erläutert Schulte. Und ergänzt, dass sich das auch im Preis bemerkbar machen werde.

Bürgermeister Axel Linke war es vorbehalten, den Startknopf offiziell zu drücken. Zuvor hatte er angekündigt, dass Unternehmen aus Warendorf 20 Prozent Rabatt bei der Anschaffung gewährt werde. „Und die Stadt kauft eine Anlage für die Stadtbücherei.“

Petra Michalczak-Hülsmann, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis (gfw), lobt die Idee: „Sie ermöglichen Wirtschaftsleben und schützen die Menschen.“ Sie bietet zudem Gespräche darüber an, inwieweit Unternehmen für ihre Corona-Schutz-Investitionen Förderungen erhalten können.

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