Mariä Himmelfahrt ist abgesagt
Keine Bögen, keine Bungen

Warendorf -

Keine große Überraschung: Nachdem das Krüßingfest Anfang Mai nur sehr eingeschränkt gefeiert werden konnte, werden nun auch die für das Mariä-Himmelfahrts-Wochenende Mitte August vorgesehenen Veranstaltungen abgesagt. Einzige Ausnahme ist ein Gottesdienst mit begrenzter Teilnehmerzahl und schlichterer Liturgie.

Dienstag, 12.05.2020, 17:24 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 15:08 Uhr
Josef Dreischulte, Bürgermeister Axel Linke, Hans Krümpelmann, Jörg Drewes, Gerd Leve und Kreisdechant Peter Lenfers (v. l.) sagten am Dienstag in einer Pressekonferenz im Sophiensaal die für das Mariä-Himmelfahrts-Wochenende Mitte August vorgesehenen Veranstaltungen ab.
Josef Dreischulte, Bürgermeister Axel Linke, Hans Krümpelmann, Jörg Drewes, Gerd Leve und Kreisdechant Peter Lenfers (v. l.) sagten am Dienstag in einer Pressekonferenz im Sophiensaal die für das Mariä-Himmelfahrts-Wochenende Mitte August vorgesehenen Veranstaltungen ab. Foto: Joke Brocker

Es waren natürlich keine guten, allerdings auch keine wirklich überraschenden Nachrichten, die Bürgermeister Axel Linke, Kreisdechant Peter Lenfers , Josef Dreischulte und Hans Krümpelmann als Vertreter der Bogengemeinschaften, Gerd Leve , Präses des Bürgerschützenvereins Warendorf, sowie Jörg Drewes, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Pferdeprozession, am Dienstagmorgen im Sophiensaal zu verkünden hatten.

Wegen der Corona-Pandemie sind Feste aller Art bis Ende August verboten. Das gilt auch für das Heimatfest Mariä Himmelfahrt , das, wie Josef Dreischulte recherchiert hatte, übrigens schon einmal wegen einer Pandemie ausfallen musste. 1952, als auch in Warendorf die Kinderlähmung grassierte.

„Unter diesen Voraussetzungen ist kein Bogenaufbau durch die alte Garde möglich“, warb Dreischulte, Vorsitzender der Bogengemeinschaft Markt, um Verständnis, dass die Bögen in Zeiten von Corona nicht aufgestellt werden. Keine Bögen, keine Bungen, keine Illumination.

Ausfallen werden zudem zwei geplante Wiederaufführungen des Maria-Musicals, die Spende der Krankensalbung, der Wallfahrtstag für die Frauengemeinschaften des gesamten Bistums, die großen Gottesdienste und die Stadtprozession. Dennoch seien das Ereignis und die Botschaft des Festes nicht genommen, befand Dechant Lenfers und kündigte einen Gottesdienst mit begrenzter Teilnehmerzahl und schlichterer Liturgie an. Überdies regte er an zu überlegen, wie man auf andere Weise zueinander kommen, das Vakuum anders füllen könne. Man dürfe sich jetzt nicht lähmen lassen, sondern müsse Kreativität entwickeln.

Genau das machen die Warendorfer Bürgerschützen, die ihr 179. Schützenfest nicht in gewohnter Form feiern können. Präses Gerd Leve hatte in der Chronik geblättert und festgestellt, dass das Fest in der Vergangenheit 20-mal ausgefallen war, meist kriegsbedingt und 1891 aufgrund von Hagelschäden. Die Absage des Festes schmerze, aber es gelte die Mitglieder zu schützen. Festwirt und Caterer stünden auch im nächsten Jahr bereit,

Gleiches gelte für die Musikzüge aus Emsdetten und Freckenhorst, die so gut aufgestellt seien, dass sie das Angebot der Schützen, bereits jetzt 50 Prozent der Bezüge zu erhalten, ausschlagen konnten. Die Bürgerschützen sollen ihr Fest nach Aussage Levers wenigstens virtuell feiern können. Mit Video-Clips und Care-Paketen, die ihnen nach Hause geliefert werden. Im Oktober oder November solle auch die Jahreshauptversammlung nachgeholt werden, kündigte Leve an und wünschte sich eine baldige Rückkehr zur Normalität, damit zumindest das 180. Schützenfest wieder unbeschwert gefeiert werden kann.

„Wir starten nächstes Jahr voll durch“, versprach auch Jörg Drewes, dessen Verein zur Förderung der Pferdeprozession sich mit einem überarbeiteten Sicherheitskonzept zurückgemeldet und potenzielle Teilnehmer der für den 8. August geplanten Pferdeprozession schon frühzeitig eingeladen hatte. Die Pferdeprozession ist übrigens nicht nur im vergangenen Jahr ausgefallen. Auch 2010 war sie aus Sicherheitsgründen abgesagt worden, nachdem sich bei der Loveparade in Duisburg das Unglück ereignet hatte, bei dem 21 Menschen starben.

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