Gaststätte „Zum Fensterberg“
Noch kein fertiges Konzept

Einen-Müssingen -

Um die Zukunft ihrer Gaststätte im Herzen von Müssingen bangen Birgit und Robert Thönissen-Beermann. Das Paar befürchtet, dass mit der von der CDU ins Gespräch gebrachten Dorfplatz-Gestaltung ein kleines Wäldchen der Bebauung geopfert werden könnte und dass eine solche Bebauung die Existenz der Gaststätte, die seit 1946 in Familienhand ist, gefährdet.

Mittwoch, 13.05.2020, 06:25 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 15:08 Uhr

Die Nerven von Birgit und Robert Thönnissen-Beermann liegen blank. Nicht wegen Corona. „Gegen Corona koche ich an“, versichert der Eigentümer der Gaststätte „Zum Fensterberg“ in Müssingen. Größere Sorgen bereiten ihm und seiner Frau, die den 1946 von Birgit Thönnissen-Beermanns Großeltern gegründeten Betrieb seit 1995 führen, die kleinen Details in einem Plan zur Gestaltung eines Dorfplatzes direkt vor der Gaststätte. Dort, wo heute noch ein kleines Wäldchen wächst, sollen angeblich Bauplätze entstehen. Die Thönissen-Beermanns fürchten, dass eine solche Bebauung die Existenz ihrer Gaststätte massiv in Frage stellen wird. Es sei noch nie gut gegangen, wenn eine Bebauung vor einem gastronomischen Betrieb entstehe, verweisen sie unter anderem auf das Beispiel Mister Ed‘s in Warendorf. Ihm sei klar gesagt worden, dass es an dieser Stelle eine Bebauung geben solle. „Ich kann kein Geld investieren, wenn das passiert“, macht der Gastwirt deutlich, dass er zwingend Planungssicherheit benötigt. In seine Überlegungen bezieht er auch das Wäldchen vis-à-vis seiner Gaststätte ein.

Statt dieses einer Bebauung zu opfern, würde der Gastronom dort eine grüne Oase, eine naturnahe Begegnungsstätte für Jung und Alt, schaffen wollen. Eine kleine Sitzecke mit zwei Bänken, einer Beleuchtung und einer Möglichkeit, dort E-Bikes aufzuladen. Für die Aufwertung des Wäldchens möchte er Fördergelder aus dem Programm „8Plus-Vital.NRW“ beantragen, wie er in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montag erläuterte. Weil der Antrag bis zum 25. Mai gestellt sein muss, drängte er auf eine zeitnahe Entscheidung seitens der Stadt.

Auf ihrer Seite haben die Thönissen-Beermanns die SPD-Fraktion. „Die Planungen zum Dorfplatz begrüßen wir, aber nicht, das Wäldchen in Bauplätze umzuwandeln“, sagte Andrea Kleene-Erke im Haupt- und Finanzausschuss.

„Das ist eine ganz wichtige Fläche“, versicherte Baudezernent Peter Pesch. Die Stadt habe das Grundstück mit dem Wäldchen angekauft, aber es gebe noch kein fertiges Konzept, so dass sich damit erst der neu gewählte Rat beschäftigen könne. „Ich bin froh, dass wir die Fläche kaufen konnten.

Da waren wir lange dran“, bestätigte Bürgermeister Axel Linke. „Wir haben nicht beantragt, dass es dort Bauland gibt. Wir sind noch ganz im Anfangsstadium“, versicherte Ralph Perlewitz ( CDU ).

Peter Pesch äußerte Verständnis für die Situation. „Es ist mir vollkommen klar, dass Sie mit der Gaststätte da sind.“ Für Thönissen-Beermann muss bis zum 25. Mai eine Entscheidung seitens der Stadt getroffen werden, ob Fördergelder beantragt werden. „Die Stadt muss sagen, ob sie das möchte oder nicht. Wenn ja, dann hätte ich zwölf Jahre Planungssicherheit.“

„Sie halten sich daran fest, dass Sie mit ein paar Bänken Betriebssicherheit haben, aber das ist nicht so“, entgegnete Axel Linke. Stadtplaner Peter Pesch versprach, dass bei der Planung der Waldfläche Rücksicht auf die Belange der Gaststätte genommen werde. „Aber im Moment gibt es noch kein fertiges Konzept.“

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