Stadtmuseum im Historischen Rathaus öffnet mit Ausstellung des Künstlers Klaus Lückemeyer
Vom menschlichen Wesen

Warendorf -

Arbeiten von Klaus Lückemeyer aus Sassenberg sind ab 17. Mai im Historischen Rathaus zu sehen. Auf eine Vernissage verzichtet die Stadt Warendorf angesichts von Corona. Gleichwohl sind alle Kunstinteressierten eingeladen, die Gemälde in Ruhe und mit Abstand zu betrachten.

Samstag, 16.05.2020, 10:52 Uhr aktualisiert: 17.05.2020, 08:26 Uhr
Das Gemälde „American Gothic“ neu interpretiert: In der Version von Klaus Lückemeyer steht Friedrich Merz vorm Kanzleramt (großes Bild). Ein nachdenklicher Mario Bergoglio alias Papst Franziskus und die Acrylmalerei Digital Nomad II sind ebenfalls Teil der Ausstellung.
Das Gemälde „American Gothic“ neu interpretiert: In der Version von Klaus Lückemeyer steht Friedrich Merz vorm Kanzleramt (großes Bild). Ein nachdenklicher Mario Bergoglio alias Papst Franziskus und die Acrylmalerei Digital Nomad II sind ebenfalls Teil der Ausstellung. Foto: Lückemeyer

Aktuelle malerische Arbeiten von Klaus Lückemeyer, Gestalter aus Sassenberg, werden vom 17. Mai bis zum 19. Juli unter dem Titel „menschmalerei+“ im Historischen Rathaus Warendorf präsentiert. Aufgrund der momentanen Umstände verzichten der Künstler und die Stadt Warendorf als Veranstalter auf eine Vernissage und hoffen, dass dennoch viele Kunstinteressierte die Gelegenheit nutzen, die Ausstellung in Ruhe und mit Abstand zu besuchen.

Thema der Arbeiten ist der Versuch, das menschliche Wesen in seiner Vielfalt und seinen Abgründen zu verstehen. Neben fiktiven Porträts, die keine existierende Personen darstellen, sondern oftmals auf mehrfach kombinierten, digitalen und verfremdeten Fahndungsfotos beruhen, sind sozialkritische Arbeiten mit bekannten Zeitgenossen zu sehen. So schaut Papst Franziskus müde durchs Rathaus-Fenster auf die Laurentiuskirche, während Herr Merz irritiert vorm Kanzleramt verharrt.

Im vorderen Ausstellungsbereich werden frühere Arbeiten seit 2012 gezeigt, die die Grundlage zu diesen Menschen-Malereien gebildet haben. Druckgrafische Arbeiten (seit 1987) und 3D-Visualisierungen (seit 1994) runden die Ausstellung ab. Der Bereich Druckgrafik beinhaltet verschiedene Handpressendrucke. Als wichtigste Arbeit ist die Diplom-Arbeit aus dem Jahr 1987 an der Fachhochschule Münster zu nennen, aus einer Zeit, in der es noch keine Computer im Alltag gab und Handarbeit gefragt war. Die 3D-Visualisierungen zeigen Arbeiten seit Anfang der 2000er Jahre, die mehrfach Auszeichnungen bei Wettbewerben der Zeitschrift Digital Production erhalten haben.

Die Arbeiten der Ausstellung sind weitgehend chronologisch in einem Online-Blig erfasst (https://menschmalerei.de) und mit persönlichen Anmerkungen und erklärenden Informationen zu den einzelnen Arbeiten versehen. Alle Kunstinteressierten können auf diesem Weg Fragen an den Künstler stellen und Kommentare zu den Arbeiten abgeben. Der Künstler ist bemüht, zeitnah zu antworten. Außerdem werden aktuelle Informationen, die die Ausstellung betreffen, auf diese Weise veröffentlicht. Sollte zum Ende der Ausstellung eine Finissage stattfinden können, wird dieses ebenfalls in diesem Blog, auf der Homepage der Stadt Warendorf oder in der lokalen Tagespresse veröffentlicht.

Zur Person des Künstlers: Klaus Lückemeyer, gebürtiger Sassenberger und langjähriger Warendorfer, malt und gestaltet seit seiner Zeit als Schüler des Gymnasium Laurentianum in Warendorf. Seit 1987 ist er als Grafikdesigner in mehreren münsterländischen Werbeagenturen und Verlagen tätig, darüber hinaus aber immer auf der Suche nach einem kreativen Ausgleich zum manchmal stressigen Berufsalltag.

Die Ausstellung ist vom 17. Mai bis zum 19. Juli zu sehen. „Auf Grund der Corona-Pandemie gelten besondere Vorsichts- und Schutzmaßnahmen“, macht Horst Breuer vom Sachgebiet Kultur der Stadt Warendorf deutlich. So dürfen zeitgleich immer nur maximal zehn Personen die Ausstellung besuchen. Ein Bildschirm im Eingangsbereich des Historischen Rathauses zeigt jeweils an, wie viele Personen sich aktuell in der Ausstellung befinden. Ebenso ist das Tragen einer Alltagsmaske Pflicht.

Das Stadtmuseum ist dienstags bis freitags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Am Samstag und Sonntag kann es jeweils von 14 bis 17 Uhr besucht werden. Wegen zeitgleicher standesamtlicher Trauungen ist der Besuch der Ausstellung aber an folgenden Tagen nicht möglich: 20. Mai, 22. Mai, 10. Juni, 12. Juni, 19. Juni, 26. Juni und 10. Juli.

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