Bürgerschützenfest abgesagt
Schützenleben tritt einen Schritt zurück

Freckenhorst -

Kein Bürgerschützenfest, kein Jubiläum, keine Generalversammlung: Im Interview mit unserer Zeitung schildern die Freckenhorster Bürgerschützen, wie sie mit den Einschränkungen im Corona-Jahr umgehen.

Sonntag, 17.05.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 16:16 Uhr
Unter Einhaltung der geltenden Vorschriften trat der Vorstand des Bürgerschützen-Vereins kürzlich in der Reithalle von Ehrenoberst Ludger Schulze Niehues zusammen.
Unter Einhaltung der geltenden Vorschriften trat der Vorstand des Bürgerschützen-Vereins kürzlich in der Reithalle von Ehrenoberst Ludger Schulze Niehues zusammen.

Zu einem erwartbaren, unvermeidlichen und doch alle Beteiligten mit Wehmut erfüllenden Ergebnis kam die letzte Vorstandssitzung der Freckenhorster Bürgerschützen. Unter Beachtung aller Vorschriften war man erstmalig nach vielen digitalen Abstimmungen wieder persönlich in der Reithalle von Ludger Schulze Niehues zusammengekommen, um im Ergebnis die Schützenfestsaison 2020 Corona-bedingt vorzeitig zu beenden. Über die Beweggründe der Freckenhorster Schützen und den aus der Entscheidung für alle Mitglieder resultierenden Konsequenzen haben die WN mit Präsident Matthias Kalthöner gesprochen:

 

Ihr Verein hat das Bürgerschützenfest 2020 abgesagt. Viele andere Vereine haben dies schon deutlich früher getan. Wie ist es zu dieser Entscheidung gekommen?

 

Kalthöner: Die im Vergleich zu anderen Vereinen recht späte Absage unseres Schützenfestes hat zwei Gründe. Zum einen war es uns wichtig, die gesetzlichen Regelungen für NRW abzuwarten. Dass der Ausfall un-seres Festes nahezu unausweichlich war, ist glaube ich allen Beteiligten schon lange klar. Aber aus Regressgründen ist für uns eine gesetzliche Regelung wichtig gewesen. Diese liegt seit dem 4. Mai nun endlich vor und gibt uns auch gar keine andere Möglichkeit, als das Schützenfest ausfallen zu lassen. Außerdem war es uns wichtig, zuerst mit unseren langjährigen Partnern wie zum Beispiel unserem Festwirt, den Beschickern und unseren Musikzügen den persönlichen Kontakt zu suchen, bevor wir nun die Öffentlichkeit und unsere Mitglieder informieren.

WN: Wird denn Ende Juli in Freckenhorst wirklich kein Schützenflair spürbar sein?

 

Kalthöner: Es wird voraussichtlich keine Veranstaltungen geben, die der Bürgerschützenverein Freckenhorst organisiert. Kein Schützenfest bedeutet eben auch konsequenterweise kein „kleines“ oder „abgespecktes“ Schützenfest unter Auflagen. Aber zum letzten Juliwochenende gehört in Freckenhorst das Schützenfest einfach dazu und ich gehe fest davon aus, dass dies spürbar sein wird. Einen Vorgeschmack konnten wir zum Termin des ausgefallenen Königsballs im April erleben – es gab keine Veranstaltung, aber eine grün-weiße Welle von Sympathiebekundungen. Wir werden als Verein sicherlich auch in den sozialen Medien dafür Sorge tragen, dass dieser Termin an Freckenhorst nicht spurlos vorbeigeht.

WN: Wie haben Ihre Partner und am Fest Beteiligten auf den Ausfall rea-giert?

 

Kalthöner: Wir erleben den Kontakt zu unseren Partnern sehr positiv, auch wenn die persönliche Betroffenheit bei allen Beteiligten aus der Veranstaltungsbranche natürlich groß ist. Allen Beteiligten ist klar, dass in der jetzigen Situation das Schützenleben einen Schritt zurücktreten muss. Als Verein haben wir unseren Partnern auch Perspektiven gegeben und freuen uns auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im kommenden Jahr.

WN: Was bedeutet das für die amtierende Majestät Alfons Keßmann, seine Throngesellschaft und die Könige der Formationen?

 

Kalthöner: Für die amtierende Majestät und seine Throngesellschaft ist der Ausfall der Veranstaltungen des Bürgerschützen-Vereins natürlich sehr schade. Allerdings wird diese Throngesellschaft auch Vereinsge-schichte schreiben. Sie werden als Throngesellschaft 2019/2021 in die Historie unseres Vereins eingehen. Ihr Thronjahr wurde im März durch Corona gestoppt und wird – so unsere Planungen – dann hoffentlich im März 2021 weitergeführt werden können. So entgeht Ihnen keine Veranstaltung, es findet halt alles ein Jahr später statt. Dies gilt natürlich auch für unsere Könige in den Formationen und unseren Jugend- und Kinderkönig. Und ich bin sehr dankbar, dass die Entscheidungen des Vorstandes von der Throngesellschaft zu jedem Zeitpunkt unterstützt werden.

WN: Ein Blick in die Zukunft: Wann dürfen die Mitglieder denn mit der nächsten Veranstaltung des Bürgerschützen-Vereins rechnen?

 

Kalthöner: Neben der Absage unseres Schützenfestes haben wir auch die Verschiebung unserer Generalversammlung und des Jungschützenjubiläums beschlossen. Unser Ziel ist es, in diesem Jahr noch eine Generalversammlung durchzuführen. Wir suchen derzeit einen Termin im Herbst, in der Hoffnung, dass dann eine solche Veranstaltung möglich ist. Das Fest zum 50-jährigen Bestehen der Jungschützen werden wir 2021 nachholen und dann als 51. Geburtstag feiern. Unsere Beteiligung an der Herbstwoche und dem Weihnachtsmarkt ist davon abhängig, inwieweit diese Veranstaltungen generell möglich sind. Ansonsten hoffen wir, dass wir im kommenden Jahr wieder unbeschwert miteinander feiern können. Die Vorfreude ist jedenfalls bei allen Schützen groß!

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