Schutz für Radfahrer: Lins beklagt permanenten Rechtsbruch
Abstand auf L 547 wird nie eingehalten

Warendorf -

Geht es um Abstand im Verkehr, denken die meisten Fahrzeugführer vermutlich zu allererst an den Sicherheitsabstand. Vor allem Radfahrer geraten immer wieder in gefährliche Situationen, weil Führer von Kfz es mit der Entfernung manchmal nicht ganz so genau nehmen. Die neuen Regeln der Straßenverkehrsordnung stärken insbesondere die schwächeren Verkehrsteilnehmer, schaffen mehr Schutz für Radfahrende.

Dienstag, 19.05.2020, 15:26 Uhr aktualisiert: 19.05.2020, 16:38 Uhr
Thomas Lins, VCD-Vorsitzender, mit einem Zwei-Meter-Zollstock, der von der Mitte des Radwegs weit in die Fahrbahn reicht. Kleines Bild: ein Bus fährt in circa ein Meter Entfernung an dem Radfahrer Lins vorbei.
Thomas Lins, VCD-Vorsitzender, mit einem Zwei-Meter-Zollstock, der von der Mitte des Radwegs weit in die Fahrbahn reicht. Kleines Bild: ein Bus fährt in circa ein Meter Entfernung an dem Radfahrer Lins vorbei. Foto: VCD

Die neuen Regeln der Straßenverkehrsordnung stärken insbesondere die schwächeren Verkehrsteilnehmer, schaffen mehr Schutz für Radfahrende. Wer innerorts Radfahrer überholen möchte, der benötigt einen Mindestabstand von 1,5 Metern, außerorts liegt dieser bei zwei Metern. Diese klaren Angaben ersetzen die alte Fassung von einem „ausreichenden Seitenabstand“. Auf die Einhaltung der neuen Verordnung weist der Verkehrsclub Deutschland hin. Thomas Lins , Vorsitzender des VCD Regionalverbandes Münsterland führt die Landstraße 547 zwischen Freckenhorst und Warendorf ins Feld. Da dort der Fahrradweg direkt neben der Fahrbahn verlaufe, werde der Abstand nie eingehalten. „Ich sehe hier einen permanenten Rechtsbruch zulasten des Radverkehrs“, hat Lins Landrat Dr. Olaf Gericke auf die Problematik aufmerksam gemacht. In dem Schreiben heißt es: „Auf der Ostseite der L 547 zwischen Freckenhorst und Warendorf ist ein ausgewiesener Radweg, der sogar im Mai 2018 in dem von Ihnen herausgegebenen Radverkehrskonzept des Kreises als Hauptveloroute aufgeführt wird. Die Mängel an dem Radweg sind seit Längerem bekannt. Spätestens seit dem Aufbringen einer neuen Teerdecke und dem Versetzen der Begrenzungspfähle weiter auf den Radweg, ist eine gefahrlose Nutzung des Radwegs nicht mehr möglich, vor allem nicht bei Begegnungsverkehr von Radfahrenden oder in der Begegnung von Radfahrenden (eventuell noch mit Anhängern) und Zu-Fuß-Gehenden (eventuell noch mit Kinderwagen). Schon bisher war nach meiner Rechtsauffassung ein ausreichender Sicherheitsabstand zum KFZ-Verkehr nicht gegeben.“

Nunmehr sei die Rechtslage eindeutig: „Da dieser Radweg außerhalb geschlossener Ortschaften ist, muss ein Überholabstand von mindesten zwei Metern von den Autos eingehalten werden. Dies geschieht durchweg nie. Nach meiner Beobachtung und Fotodokumentation ist der Abstand zwischen Auto und Fahrrad circa ein Meter – und das bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von Tempo 70. Der Zwei-Meter-Sicherheitsabstand zum Rad- und Fußverkehr in Richtung Warendorf reicht weit in die Fahrbahn hinein. Dieser permanente Rechtsbruch ist ein unhaltbarer Zustand.“

Lins fragt den Landrat: „Was gedenken Sie konkret zu unternehmen, um hier Abhilfe zu schaffen?“

Zwingend sei seines Erachtens, die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit für Autos, eventuell ein Überholverbot, plakative Hinweise für Autofahrer, die zur Einhaltung des Zwei-Meter-Abstands aufgefordert werden, oder auch bauliche Trennung von Straße und Radweg.

Lins weist abschließend daraufhin, dass es dem VCD nicht darum gehe, den Kfz-Verkehr zu schikanieren, sondern den umweltfreundlichen Rad- und Fußverkehr zu fördern und zu schützen und mögliche Unfälle präventiv zu verhindern.

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