Blick auf die Partnerstädte in der Corona-Krise
Und 2022 wird Geburtstag gefeiert

Freckenhorst/Pavilly -

So langsam stellt sich Alltag ein. Ein neuer Alltag. Einer mit Corona. Zeit, vielleicht einmal zu schauen, wie es den Menschen in den Partnerstädten geht. Für das Partnerschaftskomitee Freckenhorst-Pavilly hat Dieter Mevert Kontakt zu den Freunden in Pavilly aufgenommen.

Samstag, 23.05.2020, 08:09 Uhr aktualisiert: 24.05.2020, 10:30 Uhr
Städtische Bedienstete und Ratsmitglieder befüllen Hygiene-Beutel mit Nasen-Mund-Schutz für Pavillaner Familien
Städtische Bedienstete und Ratsmitglieder befüllen Hygiene-Beutel mit Nasen-Mund-Schutz für Pavillaner Familien Foto: privat

Wochenlang erforderte die Corona-Krise zunächst die Konzentration auf die unmittelbare Umgebung und die eigenen Region. Welchen Lauf würde die Pandemie vor Ort nehmen? Welche Auflagen können umgesetzt werden und welche Wirkung zeigen sie? Fragen über Fragen. Jetzt stellt sich ein Alltag mit Corona ein, und der Blick sollte sich mal wieder auf Vertrautes, auf Freunde und Partner richten, denen sich die Warendorfer verbunden fühlen. Die WN haben mit Hilfe der Partnerschaftsvereine und Komitees der Warendorfer Partnerstädte einen Blick über die Grenzen geworfen.

7000 Masken an Familien verteilt

Für das Partnerschaftskomitee Freckenhorst-Pavilly hat Dieter Mevert Kontakt zu den Freunden in Pavilly aufgenommen, das unmittelbar an Warendorfs weitere Partnerstadt Barentin grenzt und rund 160 Kilometer von Paris entfernt ist. Immerhin besteht die Partnerschaft zwischen Pavilly und der damals selbstständigen Stiftsstadt Freckenhorst seit 1967. Seine Informationen aus Pavilly fasst Dieter Mevert zusammen:

„Die Folgen der Coronapandemie sind in Frankreich noch gravierender als in Deutschland. Die Beschränkungen für die Bürger und Bürgerinnen wurden daraufhin noch enger gefasst. Sie gelten natürlich auch in Pavilly, der Freckenhorster Partnerstadt. Schließung von Schulen, Geschäften, Restaurants, eine Ausgeherlaubnis für eine Stunde (nur mit Passagierschein), Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Supermarkt, Absagen von Veranstaltungen. Was die Maskenpflicht anbetrifft, so hat die Stadt Pavilly große Hilfestellung geleistet und ihre Bürger mit dem erforderlichen Mundschutz versorgt. Eine erste Lieferung von 7000 Exemplaren wurde von städtischen Bediensteten und Ratsvertretern in Hygiene-Umschläge entsprechend der Größe eines Familienhaushaltes zusammengestellt und auch von diesen verteilt, da die Bürger ja Ausgehverbot hatten. Selbst Bürgermeister Francois Tierce half bei der Verteilung. Mit einer zweiten Lieferung konnten dann weitere Haushalte auf die gleiche Weise bedient werden.

Inzwischen wurden die Ausgehbeschränkungen für die Bürger weitgehend gelockert. Eine zeitliche und räumliche Beschränkung besteht nicht mehr. Man darf wieder Spaziergänge unternehmen, radfahren und joggen. Das jedoch, einschließlich der Autofahrten zu Verwandten oder Bekannten, darf nur in einem Radius von 100 Kilometer geschehen. Ähnlich wie in Deutschland wurden auch viele kleinere Geschäfte wieder geöffnet. Der immer gut besuchte Wochenmarkt in der Innenstadt von Pavilly, jeweils donnerstags, ist wieder geöffnet. Die vier Grundschulen von Pavilly sollten eigentlich ab 11. Mai wieder geöffnet werden. Eine Begehung der Schulen mit kommunalen und regionalen Schulvertretungen, den Schulleitungen und Vertretern der Elternschaft hat jedoch ergeben, dass die geforderten sanitären Voraussetzungen nicht gewährleistet sind, so dass diese Schulen auch weiterhin geschlossen bleiben. Für das College (Schule ab Klasse 5) wird ab dem 18. Mai eine klassenweise und zeitlich abgestimmte Öffnung des Unterrichts in Angriff genommen. Zunächst werden die Klassen 6 und 7 an vier Tagen in der Woche beschult. Es dürfen maximal zwölf Schüler in einer Gruppe unterrichtet werden. Da der Unterrichtsbesuch freiwillig ist, kann es sein, dass weit weniger Schüler kommen. Die Abstände müssen eingehalten werden bei durchgehender Maskenpflicht. Das Büfett in der Mittagspause ist für die Schüler geschlossen. Die Tabletts werden vom Personal an die Tische gebracht.

Begegnung fällt ins Wasser

Versammlungen und größere Veranstaltungen sind in Frankreich auch weiterhin verboten.

Von der Coronapandemie ist auch die jährliche Bürgerbegegnung zwischen den beiden Partnerstädten betroffen. Eigentlich sollte sie turnusgemäß über Pfingsten in Pavilly stattfinden. Weit über 50 Teilnehmer hatten sich für diese Fahrt schon eingeschrieben, und in Pavilly waren für das Besuchsprogramm schon die Weichen gestellt worden. Nun ist alles gestrichen worden. Es wird seit Jahren das erste Mal sein, dass diese Begegnung ins Wasser fällt. Da zudem die Partnerschaft Freckenhorst / Pavilly ihre Kraft und Lebendigkeit aus der Unterbringung der Gäste in den Familien schöpft, ist auf beiden Seiten die Absage auf volles Verständnis getroffen. Die Begegnung wird nicht verschoben, sondern fällt einfach aus, so dass im kommenden Jahr wieder die Pavillaner Bürger Freckenhorst besuchen werden.

Dafür bereiten sich Bürgermeister Francois Tierce und das Partnerschaftskomitee schon auf 2022 vor, wenn in Pavilly das 50-jährige Bestehen der offiziellen Partnerschaft in einem großen Rahmen gefeiert werden soll. Anfang November werden sich die Vorstände der Partnerschaftskomitees wie gewohnt in Freckenhorst treffen, um das Programm für den Besuch der Pavillaner 2021 in Freckenhorst vorzubereiten – immer vorausgesetzt, dass sich die Lockerungen weiter fortsetzen.“

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