Blutspende unter Corona-Bedingungen
„Stammkundin“ an der Stimme erkannt

Hoetmar -

Die Corona-Pandemie bringt die Blutspendedienste in die Zwickmühle: Einerseits werden Blutkonserven derzeit dringend benötigt - andererseits erschweren die strengen Hygienemaßnahmen die Entnahme enorm. Ein Blick hinter die Kulissen vor Ort:

Mittwoch, 03.06.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 08:30 Uhr
Zur Sicherheit kontaktlos: vor der Spende wurde noch ein weiteres Mal die Körpertemperatur gemessen. Zur Sicherheit wurde dieser Vorgang zuvor bereits an der Eingangstür durchgeführt.
Zur Sicherheit kontaktlos: vor der Spende wurde noch ein weiteres Mal die Körpertemperatur gemessen. Zur Sicherheit wurde dieser Vorgang zuvor bereits an der Eingangstür durchgeführt. Foto: Andreas Engbert

Zu den wenigen öffentlichen Veranstaltungen, die seit Mitte März nicht abgesagt werden mussten, gehören die Blutspendetermine des Deutschen Roten Kreuzes . Der Grund liegt auf der Hand: Die Konserven werden weiterhin dringend benötigt, und die aus dem Blut gewonnenen Bestandteile lassen sich nicht ersetzen.

Das scheinen die Hoetmarer gut zu wissen. Über 88 erschienene Spender freuen sich Mitarbeiter vom DRK-Blutspendedienst West und dem DRK-Ortsverein Freckenhorst, der den Termin organisierte. Das sind über 30 Spender mehr als noch im März im Golddorf zur Ader gelassen wurden.

Die Sicherheit der Spender, des Entnahmeteams und unserer Helfer ist oberstes Gebot.

Nadine Berneis, Blutspendebeauftragte im DRK Freckenhorst

Selbst für die erfahrensten Blutspender bedeutete dieser Termin Umstellungen vom bisherigen Ablauf. „Die Sicherheit der Spender, des Entnahmeteams und unserer Helfer ist oberstes Gebot“, erläuterte Nadine Berneis , Blutspendebeauftragte im DRK Freckenhorst, die Änderungen. Statt wie sonst im Pfarrheim waren die Betten in der Turnhalle der Dechant-Wessing-Grundschule aufgebaut. So war genügend Platz für die Einhaltung der Abstandsregeln und eine „Einbahnstraßenregelung“, die Begegnungen verhinderte. Schon am Eingang ermittelte eine Mitarbeiterin des Blutspendedienstes kontaktlos die Körpertemperatur – noch bevor es zum Einchecken ging. Dort las Gaby Nüßing vom DRK Ortsverein die Blutspendeausweise ins System ein. „Manchmal erkennt man die Leute hinter den Masken nicht auf den ersten Blick“, stellt sie lachend fest, als sie eine „Stammkundin“ erst an der Stimme erkannt hat. Die Spenderin nimmt es, wie die allermeisten anderen auch, mit Humor. „Klar, das ist ungewohnt, aber die Spender haben viel Verständnis für die Situation“, haben die Verantwortlichen festgestellt.

Das Vorgehen

Zwischen Reck und Jonglierkeulen wurden die Spender dann, abgeschirmt durch Tischtennisplatten, im Geräteraum ärztlich untersucht. Gleich zwei Ärzte hatte der Blutspendedienst aus Münster geschickt, um Warteschlangen zu vermeiden. Nach der Spende verließen die Spender die Turnhalle durch den Notausgang – eben alles Einbahnstraße. Nicht jedoch, ohne vorher ein Lunchpaket in Empfang zu nehmen. Auf den gemeinsamen Imbiss musste dieses Mal verzichtet werden, um unnötige Kontakte zu vermeiden. Nicht nur bei den Besuchern, sondern auch beim ehrenamtlichen Team des DRK Ortsvereins, das sich im Normalfall um die Versorgung der Spender kümmert. Lediglich drei Mitglieder mussten eingesetzt werden.

Ähnlich wie in Hoetmar werden auch die nächsten Blutspendetermine des DRK Ortvereins Freckenhorst ablaufen. Sie finden am 8. Juni (Montag) und 9. Juni (Dienstag) – erstmalig in der Sporthalle der ehemaligen Hauptschule (Am Wörden) – zwischen 16 und 20 Uhr statt.

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