Eingeschränkter Regelbetrieb ab Montag im evangelischen Kindergarten
Leben kehrt zurück in die Kita

Warendorf -

Melanie Schmidt und Pia Jäger freuen sich darauf, dass ab Montag „wieder Leben in der Bude ist“. Die Bude – in diesem Fall ist das der evangelische Kindergarten an der Pictoriusstraße.

Sonntag, 07.06.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 15:14 Uhr
Pfarrer Cornelius Bury und die Erzieherinnen Melanie Schmidt (l.) und Pia Jäger erzählten vom Kindergarten-Alltag in Corona-Zeiten und freuen sich darauf, dass am Montag wieder so etwas wie Normalität einkehren wird.
Pfarrer Cornelius Bury und die Erzieherinnen Melanie Schmidt (l.) und Pia Jäger erzählten vom Kindergarten-Alltag in Corona-Zeiten und freuen sich darauf, dass am Montag wieder so etwas wie Normalität einkehren wird. Foto: Joke Brocker

Im evangelischen Kindergarten durften sich die Erzieherinnen seit dem 16. März, wie in vielen anderen Kindertageseinrichtungen im Land, nur noch um jene Kinder kümmern, die auf eine Notbetreuung angewiesen waren, weil ihre Eltern in sogenannten „systemrelevanten Berufen“ arbeiten.

Stille bisweilen „gruselig“

Auch wenn der Personalschlüssel in der Gruppe, die seit dem 28. Mai von zehn bis 15 Kindern täglich besucht wurde, traumhaft anmutet, empfanden die Erzieherinnen die Stille im Kindergarten bisweilen als „gruselig“. Die Kinder, die es in dieser Zeit zu betreuen galt, kamen in den Genuss von Kreativangeboten und anfänglich sogar einer 1:1-Betreuung. Als in der ersten Woche nur ein Kind die Kita besuchte, bastelte es gemeinsam mit einer Erzieherin aus einem Besenstil ein Steckenpferd.

Kontakt auf digitalen Kanälen

In den Wochen danach wurde die Gruppe immer größer und gestaltete einen Regenbogen, der das große Fenster über dem Haupteingang schmückt. Zu Ostern wurden die Fenster besonders geschmückt. Ein Bäumchen vor der Kita wurde mit Grußbotschaften dekoriert – von den Kindern, die betreut wurden, aber auch von jenen, die zu Hause bleiben mussten. Mit ihnen stand das Erzieherinnen-Team selbstverständlich auch in Verbindung. So wurden selbst gedrehte Videos über den Elternrat als WhatsApp-Nachricht an die Eltern weitergeleitet, die diese dann wiederum ihren Kindern zeigen konnten. Auch vorgelesene Geschichten hätten die Kinder auf diesem Weg erreicht, berichten Jäger und Schmidt.

Neues Verpflegungsportal ab August

Pfarrer Cornelius Bury erzählt von einer Bilderaktion in den sozialen Medien. Die Kinder hätten „Zuversichtsbilder“ gestaltet, die dann an alle 75plus-Gemeindeglieder geschickt worden seien. Die bunten Bilder seien auch ins Netz gestellt worden. Die Erzieherinnen, die zum Teil auch im Homeoffice damit beschäftigt waren, Elternbriefe zu schreiben oder Dokumentationen zu erstellen, nutzten die Corona-Zeit auch, um sich mit dem KiTa-Plus-Verpflegungsportal zu beschäftigen, über das Eltern – voraussichtlich ab dem 1. August – die Verpflegung ihrer Kinder guthabenbasiert vorbestellen können.

Rund 60 Kinder werden wieder erwartet

Mit Beginn des eingeschränkten Regelbetriebs in den nordrhein-westfälischen Kindergärten am kommenden Montag erwartet der evangelische Kindergarten wieder rund 60 Kinder in der Dreigruppen-Anlage an der Pictoriusstraße. Allerdings werde zunächst nur ein reduzierter Betreuungsumfang möglich sein, stellt Pia Jäger klar. Statt 45 Stunden pro Woche könnten zunächst nur 35 Stunden angeboten werden. 8 bis 14.30 Uhr, das sei weiterhin die Kernzeit, sagt Jäger, wohl wissend, dass ihr und den Kolleginnen in nächster Zeit viel Flexibilität abverlangt wird, wenn es gilt, individuelle Wünsche der Eltern zu berücksichtigen.

Weiterhin seien nur feste Gruppen erlaubt, betont Melanie Schmidt, dass die Gruppen weiterhin räumlich voneinander getrennt blieben. Auch die Hygienekonzepte, die den Kindern inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen sind, gelten weiterhin.

Abschied von Schulkindern und Aufnahme ab vier Monaten

Bei einem Treffen des Elternrates am Mittwochabend stand vor allem die Frage im Vordergrund, in welcher Form die angehenden Schulkinder vom evangelischen Kindergarten verabschiedet werden können. So soll es am 26. Juni um 10 Uhr auf der Wiese hinter dem Kindergarten einen Abschlussgottesdienst für die 20 Kinder und deren Eltern geben. Weil das traditionelle Schlaffest ausfallen muss, wird das Team jedem Kind eine Überraschungsbox überreichen, „damit es das Schlaffest mit den Eltern zelebrieren kann“. Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres stehen dem Erzieherinnen-Team weitere Veränderungen ins Haus. Denn ab 1. August werden in der Einrichtung auch Kinder ab vier Monaten betreut.

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