Bericht zur Corona-Lage
Kultur und Schule wandern ins Netz

Warendorf -

„Corona hat uns einfach eiskalt erwischt.“ So formulierte es Horst Breuer als Sachgebietsleiter Kultur der Stadt, als es am Donnerstagabend in der AWG-Turnhalle für den Kultur- und Schulausschuss um einen Bericht zur aktuellen Corona-Lage ging.

Freitag, 05.06.2020, 15:56 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 15:14 Uhr
In der Zeit des Shutdowns wurden die Planungen für die Spielzeit 2020/21 vorangetrieben unter Berücksichtigung aller Optionen, auf eine weitere Corona-Entwicklung angemessen reagieren zu können.
In der Zeit des Shutdowns wurden die Planungen für die Spielzeit 2020/21 vorangetrieben unter Berücksichtigung aller Optionen, auf eine weitere Corona-Entwicklung angemessen reagieren zu können. Foto: Trautner

Am 14. März seien alle Museen der Stadt geschlossen worden. Mit einer Ausstellung im Historischen Rathaus ging es dann am 17. Mai in einem ersten Schritt wieder los. „Insbesondere die Standorte des Dezentralen Stadtmuseums haben wir aber noch zurückgestellt, weil es dort überall sehr eng ist und oftmals die Aufsichtspersonen zur Risikogruppe gehören“, erläutert der Kulturamtsleiter.

Zeit des Shutdowns gut genutzt

Dennoch wurde die Zeit des Shutdowns gut genutzt: Der von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit zehn Millionen Euro bestückte Fördertopf „NEUSTART“ – ein Sofortprogramm für Corona-bedingte Investitionen in Kultureinrichtungen“ kam dabei gerade recht. „Wir waren schnell und sind mit unserem Förderantrag auf Platz 309 von insgesamt 1000 Anträgen“, zieht Horst Breuer Bilanz. Jetzt gibt es Hoffnung, davon zu profitieren, um in eine 360-Grad-Kamera und ein Tour-Guide-System zu investieren. So könnten Aufnahmen für digitale Führungen gemacht werden und Gästeführungen auf Abstand ermöglicht werden. Rund 20.000 Euro betrage das beantragte Investitionsvolumen.

Hoffnung ist das Maß der Dinge

Auch für den Bereich Theater gilt: Die Hoffnung ist das Maß der Dinge. In der Zeit des Shutdowns wurden die Planungen für die Spielzeit 2020/21 vorangetrieben unter Berücksichtigung aller Optionen, auf eine weitere Corona-Entwicklung angemessen reagieren zu können. „Aber man kann ja nur noch im Konjunktiv reden“, so Breuer.

Im Bereich Touristik hat der Shutdown ebenfalls voll zu geschlagen. „Wir sind nun nach ersten Lockerungen wieder in die Gästeführungen und Quartiersvermittlungen eingestiegen“, erläutert der Kulturamtsleiter den Ausschussmitgliedern. Dennoch sei die Entwicklung verhalten. Der Grund: Es gebe insbesondere auch für die älteren Gäste viele Unwägbarkeiten bei der Anreise und bislang insgesamt wenig Anreize, etwas zu besichtigen. Umso mehr gehe es darum, dauerhaft alternative Vermittlungsformate zu schaffen. Als Beispiel legte Breuer den Lokalpolitikern das virtuelle Gedenken zum Tag des Kriegsendes am 8. Mai ans Herz. Was ursprünglich als Flashmob gedacht war, zieht nun weite Kreise als neues Digital-Format.

Lernen auf Distanz

Die Corona-Bilanz rund um das Thema Schule in Warendorf zeigten Gertrud Korf (leitende Gesamtschuldirektorin) und Barbara Weber (Schulleiterin Josefgrundschule) auf. Das Lernen auf Distanz habe in der Grundschule recht gut funktioniert, führte Barbara Weber aus. Die Schüler wurden mit Lernpaketen versorgt. Dazu erfolgte ein Austausch per Telefon, Brief oder Mail mit den Eltern. Nachdem die Notbetreuung anfangs nur mit rund fünf Schülern einsetzte, werde diese mittlerweile mit 40 Kindern durchgeführt.

Eltern zum Teil überfordert

Während der Start des Präsenzunterrichts am 7. Mai mit den vierten Klassen gut gestartet sei, sei es für die jüngeren Schülerinnen und Schüler schwieriger gewesen, alle Vorschriften einzuhalten. Zugleich seien mittlerweile erste Ermüdungserscheinungen des neuen Systems erkennbar und Eltern seien zum Teil mit der Betreuung im häuslichen Umfeld schlicht überfordert.

Ein deutliches Lob sprach die Schulleiterin aber an die Zusammenarbeit mit der Verwaltung aus. „Wir haben jederzeit von unseren Ansprechpartnern in der Verwaltung Unterstützung und Rat erhalten. Das hat sehr geholfen.“

Lob für Zusammenarbeit mit der Verwaltung

Das bestätigte Gertrud Korf für die weiterführenden Schulen. „Vieles geht bei uns auf digitalem Weg, vieles hängt aber auch vom Umfeld der Schülerinnen und Schüler ab.“ Schwierig und spannend werde es für die jetzigen Oberstufenschüler der Q1, denen praktisch ein ganz Lernquartal fehle. „Das kann zur Vorbereitung auf das Abitur kaum aufgeholt werden“, so von Korf. Die Abstandsregelungen seien auch an den weiterführenden Schulen zunehmend schwieriger durchzusetzen. „Es wäre wirklich schön, wenn der normale Schulalltag bald wieder hergestellt werden könnte“, wünscht sich Gertrud Korf.

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