Kulturausschuss unterstützt neues Bibliothekskonzept
Auf dem Weg zur „Wunsch-Bücherei“

Warendorf -

Die Stadtbücherei möchte sich weiterentwickeln – hin zu einem modernen Treffpunkt für „Lesehungrige“ und „Wissensdurstige“, der zugleich die Attraktivität der Innenstadt steigern soll.

Freitag, 05.06.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 15:14 Uhr
Viel mehr als nur Bücherregale: Das Konzept „Neue Bücherei“ soll aus der Stadtbücherei einen Ort machen, der auf vielfältige Art und Weise inspiriert.
Viel mehr als nur Bücherregale: Das Konzept „Neue Bücherei“ soll aus der Stadtbücherei einen Ort machen, der auf vielfältige Art und Weise inspiriert. Foto: Monika Vornhusen

Erste Schritte sind bereits getan – in den vergangenen Monaten wurde das neue Konzept diskutiert. Ja mehr noch: Auf der Grundlage einer ausgiebigen Bürgerbefragung wurde ermittelt, was genau die Erwartungen an eine attraktive Stadtbücherei sind. Corona sorgte allerdings dafür, dass der Arbeitskreis rund um das neue Büchereikonzept in seiner Arbeit ausgebremst wurde. Dennoch, die Wünsche der Warendorfer sind klar formuliert.

Ebenso klar entschieden sich auch die Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Schule am Donnerstag dafür, das Konzept „Neue Bücherei Warendorf“ mitzutragen. In einem Kurzfilm, der zugleich der Bewerbung um entsprechende Fördermittel diente, präsentierte Birgit Lücke , Leiterin der Stadtbücherei, die Wünsche und Visionen rund um das Thema Bücherei-Konzept: Vorträge und Konzerte, Musik hören, schreiben, malen, zeichnen, in Gruppen lernen und sich austauschen, Spiele spielen Kaffee trinken, Räume selbst gestalten – kurz: sich einfach immer wieder neu inspirieren lassen. Das soll Stadtbücherei alles sein und bieten, ginge es nach den Wünschen ihrer Nutzer.

Nur die Umsetzung dieser Wünsche kostet eine Menge Geld. Mit der Teilnahme an dem Programm „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ der Kulturstiftung des Bundes ist der Modernisierungsprozess bereits eingeleitet. Zur Umsetzung der Gesamtmaßnahme, sind verschiedene Förderschienen möglich, so erläuterte es Birgit Lücke. Diese Fördertöpfe haben einerseits einen städtebaulichen Ansatz, setzen andererseits aber auch auf Inhalte. Für 2020 biete sich das Förderprogramm „Dritte Orte NRW – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ an. Bei einer Förderung von 80 Prozent der Kosten könnte es das entwickelte Bibliothekskonzept perfekt fortführen. Eine Antragsstellung müsse bis zum 30. August erfolgen. Bei einer maximalen Fördersumme von 450 000 Euro belaufe sich der Förderzeitraum dann von 2021 bis 2023.

Lücke stellte klar, dass gegenwärtig weitere Planungen für das „Wunsch-Raumkonzept“ der Stadtbücherei erforderlich seien. Viele Fragen zur baulichen Machbarkeit, zum Thema Brandschutz oder auch der denkmalrechtlichen Genehmigungsfähigkeiten seien noch offen. „Das ist jetzt alles nur eine Grobeinschätzung.“ Auch könnten die Gesamtkosten der Maßnahme derzeit noch nicht eingeschätzt werden. Im nächsten Haushalt sollten dazu notwendige Planungskosten von mindestens 50 000 Euro berücksichtigt werden, um mit Architekten die entsprechenden Fragen in Angriff zu nehmen.

„Unsere Unterstützung haben sie“, formulierte es Andrea Blacha (CDU) für die Fraktion ganz deutlich. „Das hat alles großen Charme und wäre wirklich ein Gewinn für Warendorf, zumal wenn es noch die entsprechende Förderung finden würde. Allerdings müsse deutlich formuliert sein, dass der Haushalt unter Corona-Bedingungen die Eigenmittel auch tatsächlich hergebe.

Mathilde Tüß sprach sich für die SPD-Fraktion ebenfalls positiv zu dem Projekt aus. „Wir unterstützen das gerne, es wird von so vielen mitgetragen. Die Neuausrichtungen könnte obendrein ganz neue Gruppen in eine Stadtbücherei locken.“ Dr. Hermann Mesch (Bündnis 90/Die Grünen) machte es kurz: „Das Projekt ist super; mit unserem positiven Beschluss soll der Rat auch sehen, dass die Kultur in Warendorf dieses Projekt gerne möchte.“

Mit dieser Absichtserklärung sorgten die Ausschussmitglieder dafür, dass das Konzept „Neue Bücherei“ zügig weitergebracht werden kann, wenn Fördermittel fließen.

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