Stadt baut für fast zehn Millionen Euro neue Kindergärten
Investition in die Kinder

Warendorf -

Fast zehn Millionen Euro hat die Verwaltung für den Bau drei neuer Kindergärten eingeplant, zwischen 2,6 und 3 Millionen Euro pro Kindertagesstätte. Die Standorte: im neuen Baugebiet „In de Brinke“, am Drosselweg im Warendorfer Süden und in Freckenhorst.

Freitag, 19.06.2020, 13:45 Uhr aktualisiert: 21.06.2020, 13:22 Uhr
Am Drosselweg, auf der städtischen Grünfläche, plant die Stadt den Neubau eines Kindergartens. Zunächst als Interimslösung für die Unterbringung der Jakobus-Kinder, wenn deren Einrichtung neu gebaut wird; später, um einen anderen Bestandskindergarten (St. Ludgeri) dort unterzubringen, dessen Gebäude ebenfalls nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht.
Am Drosselweg, auf der städtischen Grünfläche, plant die Stadt den Neubau eines Kindergartens. Zunächst als Interimslösung für die Unterbringung der Jakobus-Kinder, wenn deren Einrichtung neu gebaut wird; später, um einen anderen Bestandskindergarten (St. Ludgeri) dort unterzubringen, dessen Gebäude ebenfalls nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Foto: Joachim Edler

Viel Geld in die Hand nimmt die Stadt Warendorf für die Kinder in dieser Stadt. Fast zehn Millionen Euro hat die Verwaltung für den Bau von drei neuen Kindergärten eingeplant, zwischen 2,6 und drei Millionen Euro pro Kindertagesstätte. Die Standorte: im neuen Baugebiet „In de Brinke“, am Drosselweg im Warendorfer Süden und in Freckenhorst.

Zudem beteiligt sich die Stadt mit 400 000 Euro an der Erweiterung des katholischen Kindergartens St. Johannes in Milte um eine vierte Gruppe. Der Bauherr, die Kirche, rechnet mit Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro. So wird in Milte ein Betreuungsangebot für 75 Kinder (53 Ü3-Kinder und 22 U3-Kinder) geschaffen. „Dieser Bedarf ist nach Einschätzung des Kreisjugendamtes und der Stadtverwaltung nicht nur aktuell und kurzfristig gegeben“, hieß es am Donnerstagabend seitens der Verwaltung im Sozialausschuss. Die Geburtenjahrgänge seien ein Beleg dafür, dass für den Ortsteil Milte die Kinderzahl steigt.

Andreas Hornung (SPD) wollte angesichts des großen Investitionspakts „Kindergärten“ von der Verwaltung wissen, ob der städtische Haushalt diese Investitionen – auch angesichts der Corona-Krise – verkraftet. Stadtkämmerer und Erster Beigeordneter Dr. Martin Thormann gab Entwarnung: Die Stadt sei zwar mit zehn Millionen Euro im Kernhaushalt verschuldet, andere Investitionen müssten deshalb aber nicht zurückgestellt werden. Die Stadt, die das Geld aufnehmen muss, werde sich jedoch weiter verschulden. Das könne sie aber verkraften, so Thormann.

Die Kindergarten-Landschaft ist weiter in Bewegung: Abgerissen werden soll der Kindergarten St. Jakobus (Träger: Kirchengemeinde St. Laurentius) an der Nordstraße. Eine Sanierung ist unwirtschaftlich. Nach dem Abriss soll an gleicher Stelle ein Neubau errichtet werden. 70 Kinder besuchen die Einrichtung im Norden der Stadt, die während der Bauzeit vorübergehend woanders untergebracht werden müssen.

Da kommt die Stadt ins Spiel, die als Interimsstandort ihre städtische Fläche (3100 Quadratmeter) am Drosselweg mit einem Vier-Gruppen-Kindergarten bebauen möchte. Die Kindergarteninfrastruktur gebe das her, sagte Thormann, da bereits jetzt die Interims-Kindergartengruppe in der ehemaligen Franziskusschule (Rosenstraße) für den neuen Kindergarten „In de Brinke“ vollgelaufen sei, obwohl noch nicht ein Haus in dem neuen Baugebiet steht. Der Bedarf sei da. Deshalb habe Thormann keine Bedenken, das Gebäude am Drosselweg mit Leben zu füllen, wenn die Jakobus-Kinder wieder an ihren alten Standort an der Nordstraße zurückgezogen sind.

Denkbar wäre auch ein anderer Bestandskindergarten, dessen Gebäude den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt. Möglicherweise, so der Erste Beigeordnete, sei der katholische Kindergarten St. Ludgeri (Am Münsterfeld) ein Kandidat.

Thormann sieht einen insgesamt wachsenenden Bedarf an Kindergartenplätzen – auch aufgrund der Baugebietsentwicklung „In de Brinke“. Daher sei es denkbar, dass die Stadt den Kindergarten am Drosselweg als zusätzliches Angebot benötig. Der Erste Beigeordnete prophezeite, dass spätestens Mitte 2021 die Interimsgruppe „In de Brinke“ in der Franziskusschule erschöpft sein werde und die Stadt dann für ein Jahr eine weitere Interimslösung brauche, bis die ersten Häuser im Baugebiet „In de Brinke“ stehen und auch der dort geplante Kindergarten fertig sei.

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