Malteser Marienheim: Sparkasse und Bürgerstiftung unterstützen Digitalprojekt
Glücksmomente mit dem Tablet

Warendorf -

Um den Kontakt mit ihren Angehörigen aufrecht erhalten zu können, nutzten die Bewohner moderne Tablets. Möglich gemacht hatte dies die Sparkasse Münsterland Ost sowie die Bürgerstiftung Warendorf.

Montag, 22.06.2020, 11:19 Uhr aktualisiert: 23.06.2020, 15:20 Uhr
Dank Tablet und Internet-Hotspot wurde im Malteser Marienheim während des Corona-Lockdowns die Möglichkeit geschaffen, mit den Angehörigen Kontakt zu halten. Dank der Unterstützung durch die Sparkasse Münsterland Ost und die Bürgerstiftung erfolgte die Umsetzung dieser Projekt-Idee sehr schnell. Darüber freuen sich Georg Drees (hinten l.) und Bernhard Austermann (vorne l.) sowie Karl-Eugen Weweler (Hausleitung) und Andreas Wienker (Sparkasse Münsterland Ost, hinten r.).
Dank Tablet und Internet-Hotspot wurde im Malteser Marienheim während des Corona-Lockdowns die Möglichkeit geschaffen, mit den Angehörigen Kontakt zu halten. Dank der Unterstützung durch die Sparkasse Münsterland Ost und die Bürgerstiftung erfolgte die Umsetzung dieser Projekt-Idee sehr schnell. Darüber freuen sich Georg Drees (hinten l.) und Bernhard Austermann (vorne l.) sowie Karl-Eugen Weweler (Hausleitung) und Andreas Wienker (Sparkasse Münsterland Ost, hinten r.). Foto: Monika Vornhusen

Diese Aktion hat unter den Bewohnern des Malteser Marienheims in den zurückliegenden Monaten für viele glückliche Momente gesorgt. Per Tablet konnten sie während der Zeit der Corona-Krise Kontakt mit ihren Lieben aufnehmen und sich im Gespräch austauschen.

„In bin sehr froh und sage nochmals vielen Dank, dass Sie das so schnell möglich gemacht haben“, machte der Heimleiter des Malteser Marienheims, Karl-Eugen Weweler , im Rahmen eines Pressetermins deutlich. Seinen Dank richtete er dabei an Andreas Wienker von der Sparkasse Münsterland Ost sowie an Georg Drees und Bernhard Austermann als Vorstandsvertreter der Bürgerstiftung Warendorf.

Das war eine große Herausforderung für alle.

Karl-Eugen Weweler

Quasi über Nacht sei mit dem Start des Lockdowns im März für die Bewohner kein Kontakt mehr zu den Menschen des engsten Freundeskreises und der Familien möglich gewesen.

„Das war eine große Herausforderung für alle“, beschreibt Karl-Eugen Weweler die Situation rückblickend. Besonders, zumal technische Hilfsmittel wie Handys, Tablets oder Computer in der Einrichtung für eine Nutzung durch die Bewohner mangels WLAN nicht zur Verfügung standen. „Ein Mitarbeiter von uns hat mit einem privaten Tablet und einem Internet-Hotspot die praktische Umsetzung einer Verbindungen zu den Angehörigen vorgemacht“, erläutert Weweler die Entwicklung.

Schnell hätten die Bürgerstiftung und die Sparkasse Münsterland Ost eine hohe Bereitschaft gezeigt, diese Idee zu unterstützen, um den Bewohnern schnellsten den Kontakt zu ihren Angehörigen wieder zu ermöglichen. So hat die Sparkasse die Hardware-Ausrüstung finanziert, und die Bürgerstiftung unterstützte mit einem erheblichen Geldbetrag die laufenden Kosten dieser Lösung. Kurz: Anfang April konnten die Tablets bereits eingesetzt werden.

Wir haben Bewohner, deren Kinder in Frankreich, in der Schweiz und sogar in Afrika leben.

Karl-Eugen Weweler

Und damit war zugleich der Grundstein gelegt, im Malteser Marienheim digitale Techniken zu nutzen, um für die Bewohner den Kontakt nach außen zu wahren. Mehr noch: „Wir haben als Träger zugleich in drei große Fernsehbildschirme investiert. So können beispielsweise aktuell Gottesdienste oder wieder stattfindende kulturelle Angebote in den einzelnen Wohnbereichen gestreamt werden.“ Und Weweler malt noch weitere Zukunftspläne aus: „Vielleicht können wir in absehbarer Zukunft auch live dabei sein, wenn wieder ein Stadtfest oder gar ein Vogelschießen an der Schützenstange ausgerichtet werden.“

Selbst die Warendorfer Hausärzte planten aktuell bereits erste Videovisiten über die nun vorhandenen Tablets.

Aber Weweler bleibt vorsichtig: „Die Entwicklung in unserem Nachbarkreis Gütersloh zeigt, dass es uns auch hier in Warendorf wieder treffen kann mit neuen Infektionswellen.“ Nach neuesten Erkenntnissen seien offiziell 60 Prozent der Corona-Infizierten bundesweit bislang Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen gewesen.

Deshalb freut sich das ganze Team umso mehr über die neuen technischen Möglichkeiten. Schöne Alltagsgeschichten am Rande haben sich dabei schon ergeben. So wurde zum Beispiel der 101. Geburtstag eines Bewohners per Videotelefonat gefeiert. „Wir haben Bewohner, deren Kinder in Frankreich, in der Schweiz und sogar in Afrika leben“, so Weweler. „Da schaffen die neuen digitalen Möglichkeiten plötzlich neue Verbindungen.“

Das kann auch Georg Drees von der Bürgerstiftung bestätigen. Sein Vater ist Bewohner des Malteser Marienheims. „Die Familie hat ihn täglich besucht. Als wir das nicht mehr konnten, hat er extrem abgebaut und die Situation nicht verstanden“, erinnert sich Drees. „Wie kommst du denn nur da hinein?“, habe der Vater immer wieder beim ersten Sichtkontakt während des Lockdowns gefragt und dabei das Tablet in alle Richtungen gewendet. „Nach einigen Video-Gesprächen hat er sich aber schnell an die Situation gewöhnt“, beschreibt Georg Drees seine Erfahrung.

Für Karl-Eugen Weweler ist klar: „Trotz aller Schwierigkeiten hat Corona die Schritte hin zum digitalen Wandel in den Senioreneinrichtungen beschleunigt.“ Für das Marienheim steht in einem nächsten Schritt das WLAN und das Internet-Angebot für die Bereiche des betreuten Wohnens auf dem Programm.

Für die gesamte Einrichtung sei die Umsetzung und die Schaffung eines entsprechenden Netzwerkes aber technisch und auch finanziell nicht mal eben so einfach zu stemmen. Aber immerhin: Ein erster Schritt ist nun getan.

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