Lockdown trifft Warendorf
Linke: „Maßnahme unverhältnismäßig“

Warendorf -

Was der Lockdown jetzt speziell für Warendorf bedeutet, vermochte Bürgermeister Axel Linke gerade mal 20 Minuten nach Bekanntwerden der Corona-Schutzverordnung um 16 Uhr am Dienstagnachmittag noch nicht zu sagen. Eine Pressemitteilung wird am Mittwoch erwartet. Irritiert äußerte sich Linke darüber, dass der Lockdown den gesamten Kreis getroffen hat: „Diese Maßnahme halte ich für unverhältnismäßig.“

Dienstag, 23.06.2020, 22:42 Uhr
Bürgermeister Axel Linke
Bürgermeister Axel Linke Foto: Edler

Nach dem Lockdown im Kreis Gütersloh wird das öffentliche Leben jetzt auch im Kreis Warendorf heruntergefahren – somit auch in Warendorf, was Ministerpräsident Armin Laschet morgens noch anders angekündigt hatte.

Den flächendeckenden Lockdown hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Dienstagnachmittag in Düsseldorf verkündet – eine Folge des Corona-Ausbruchs in der Fleischwarenfabrik Tönnies im Nachbarkreis Gütersloh. Nach Informationen unserer Zeitung werden im Warendorfer Krankenhaus zwei an Covid-19 erkrankte und in Warendorf wohnende Mitarbeiter des Unternehmens behandelt.

Was der Lockdown jetzt speziell für Warendorf bedeutet, womöglich auch für die Ratssitzung am Donnerstag, vermochte Bürgermeister Axel Linke gerade mal 20 Minuten nach Bekanntwerden der Corona-Schutzverordnung um 16 Uhr am Dienstagnachmittag noch nicht zu sagen. Eine Pressemitteilung wurde für Mittwoch erwartet. Irritiert äußerte sich Linke den WN gegenüber, dass der Lockdown den gesamten Kreis getroffen hat: „Diese Maßnahme halte ich für unverhältnismäßig.“ Er habe die Corona-Schutzverordnung sozusagen ohne Vorwarnung erhalten. Linke hätte sich gewünscht, dass so einschneidende Maßnahmen im Vorfeld mit ihm besprochen worden wären. Der Bürgermeister kritisiert ganz offen diese Informationspolitik und zeigte sich im ersten Moment fassungslos: „Ich habe aus der Presse über den Lockdown erfahren. Es gibt drei bestätigte Fälle in Warendorf. Wie soll ich das den Menschen hier in meiner Stadt erklären, dass wir jetzt alles wieder runterfahren müssen?“

„Diese Maßnahme halte ich für unverhältnismäßig.

Bürgermeister Axel Linke

Es gelten ab dem heutigen Mittwoch die Kontaktbeschränkungen vom März und noch viele weitere Einschränkungen: Bis Dienstag, 30. Juni, darf unter anderem Sport nicht in geschlossen Räumen stattfinden, Kontaktsport im Freien ebenfalls nicht. Museen, Kinos, Indoorspielplätze werden geschlossen. Das Freibad darf – nach zunächst anders lautender Mitteilung der Stadtwerke – geöffnet bleiben. Bars und Saunen sind ebenfalls betroffen. Reisebusfahrten dürfen nicht stattfinden, keine Picknicks oder Grillevents im Freien. Veranstaltungen und Versammlungen sind untersagt. Donnerstag werden dann Kitas und Schulen im Kreis geschlossen – kurz vor Ferienbeginn. Geschäfte und Restaurants haben weiterhin geöffnet. Auch zum Friseur können die Menschen gehen.

VHS und Freibad geschlossen

Die Volkshochschule hat ab dem heutigen Mittwoch geschlossen – bis 30. Juni. Offiziell sollten am 29. Juni die abgespeckten Ferienkurse in der VHS starten.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung sagte der Warendorfer Reit- und Fahrverein noch am Dienstag seine für den gleichen Abend geplante Mitgliederversammlung ab. Dabei stand ein wichtiges Thema auf der Tagesordnung. Es geht um die Zukunft des Reit- und Fahrvereins (wie berichtet). Die Versammlung, so Vorsitzender Georg Ettwig gegenüber unserer Zeitung, soll in drei bis vier Wochen nachgeholt werden. „Gesundheit geht vor. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Mitglieder.“

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