Miniatur-Ausstellung in Schaufenstern
Marienbögen werden nicht aufgebaut

Warendorf -

Die Bogengemeinschaften hatten zunächst überlegt, in Corona-Zeiten dennoch die neun Marienbögen aufzubauen, um die Tradition beizubehalten. Jetzt steht jedoch fest, dass dies nicht geschehen wird, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Auch die Spendensammlung findet in diesem Jahr nicht statt. Damit die Warendorfer jedoch nicht ganz auf ihr Heimatfest verzichten müssen, werden Miniaturbögen ausgestellt sein.

Mittwoch, 24.06.2020, 16:02 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 21:05 Uhr
Die Bogengemeinschaften hatten zuerst überlegt, die neun Marienbögen trotz Corona-Pandemie aufzubauen, um die Tradition beizubehalten. Jetzt steht jedoch fest, dass dies nicht geschehen wird, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Auch die Spendensammlung findet in diesem Jahr nicht statt.
Die Bogengemeinschaften hatten zuerst überlegt, die neun Marienbögen trotz Corona-Pandemie aufzubauen. Jetzt steht jedoch fest, dass dies nicht geschehen wird, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

In der Festwoche von Mariä Himmelfahrt – rund um dem 15. August – werden von den sogenannten „Bogengemeinschaften“ in der Altstadt neun große Bögen zu Ehren der Gottesmutter errichtet, unter denen sich am Samstagabend Tausende von Pilgern aus nah und fern versammeln. An diesem Abend ist die Stadt wie verwandelt durch zahllose Lichter, Blumen und Fahnen, durch Marienbilder in den Kirchen und Häusern, durch rote Bungen, geistliche Musik und Marienlieder. „Sie scheint etwas widerzuspiegeln von der Herrlichkeit des Himmels, in den Maria aufgenommen wurde“, heißt es auf den Seiten der Pfarrgemeinde St. Laurentius.

Viele tausend Menschen, Pilger und Schaulustige, kommen zu einer einzigartigen Huldigung an Maria an diesem Fest in Warendorf zusammen. Mariä Himmelfahrt ist das größte Volksfest, das in Warendorf gefeiert wird. Diese Feier findet in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt. Abgesagt – das ist bekannt. Laut Erlass der NRW-Landesregierung vom 15. April sind aufgrund der Corona-Pandemie bis zum 31. August alle Großveranstaltungen abgesagt. Nur 1952 fand – ebenfalls aufgrund einer Pandemie (Kinderlähmung) – die Veranstaltung nicht statt.

Die Bogengemeinschaften hatten überlegt, dennoch die neun Marienbögen aufzubauen, um die Tradition beizubehalten. Jetzt steht jedoch fest, dass dies nicht geschehen wird, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Auch die Spendensammlung findet in diesem Jahr nicht statt. „Wir nehmen natürlich dennoch gerne für nächstes Jahr Spenden entgegen“, betonte Markus Döhring von der Bogengemeinschaft der Münsterstraße. Die Gelder werden für die Restaurierung und Instandhaltung der Bögen benötigt.

Neun Bögen werden jedes Jahr an zentralen Punkten aufgebaut: Freckenhorster Straße, Heumarkt, Königstraße, Lüningerstraße, Marktplatz, Münsterstraße, obere Brünebrede, Oststraße und untere Brünebrede. Schaufenster und Häuser sind geschmückt mit Blumen, Fahnen und roten Bungen.

Damit die Warendorfer nicht ganz auf ihr Heimatfest verzichten müssen, werden jedoch die Miniaturbögen ausgestellt. Eine Tischlerberufsschulklasse der Kreishandwerkerschaft Warendorf hatte anlässlich des 250-jährigen Jubiläums im Jahre 2002 alle neun Marienbögen sowie einen Marktbogen aus einer anderen Epoche als Holzmodelle angefertigt. Diese werden nun in verschiedenen Warendorfer Schaufenster in Szene gesetzt – ein Mini-Marienfest, das darauf hoffen lässt, dass im nächsten Jahr wieder das volle Programm stattfinden kann.

Das Heimatfest Mariä Himmelfahrt hat eine lange Tradition. 1753 fand die erste Marienprozession statt. In einer mündlichen Überlieferung heißt es, dass der Schreinergeselle Johann Hermann Budde auf seiner Wanderschaft in Wien die Inspiration zu den Bögen fand. Dort wurden anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten prachtvolle Bögen aufgebaut.

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