Bürgermeister zum Lockdown
„Oberstes Ziel: Infektionswelle eindämmen“

Warendorf -

Der Warendorfer Bürgermeister Axel Linke und der Erste Beigeordnete Dr. Martin Thormann gaben am Mittwoch, einen Tag nach der Verkündung des Lockdown durch das Land NRW, einen ersten Lagebericht. Und sie sagten, was sich jetzt von einen auf den anderen Tag ändert.

Mittwoch, 24.06.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 24.06.2020, 19:39 Uhr
Besonders hart trifft der Lockdown die Kitas, gab Bürgermeister Axel Linke, am Mittwoch, einen Tag nach Bekanntwerden der neuen Corona-Schutzverordnung, einen ersten Lagebericht Hier greift wieder die Notbetreuung wie zu Anfang der Corona-Pandemie. Eltern, die ihre Kinder bis Mittwoch noch gut untergebracht wussten, hängen jetzt wieder in der Luft
Besonders hart trifft der Lockdown die Kitas, gab Bürgermeister Axel Linke, am Mittwoch, einen Tag nach Bekanntwerden der neuen Corona-Schutzverordnung, einen ersten Lagebericht Hier greift wieder die Notbetreuung wie zu Anfang der Corona-Pandemie. Eltern, die ihre Kinder bis Mittwoch noch gut untergebracht wussten, hängen jetzt wieder in der Luft Foto: Joachim Edler

Lockdown: In Warendorf können die Menschen die Lage nicht fassen. Alle Pläne werden mit einmal über den Haufen geworfen. Viele wollen sich auf Corona testen lassen. Besonders begehrt ist der Befund, wenn man in Urlaub fahren möchte. Mittlerweile hört man immer häufiger, dass im Urlaubsland ein Corona-Test verlangt wird, wenn man aus dem Kreis Warendorf kommt.

In Kürze sollen Corona-Test auch bei Hausärzten möglich sein, informierte die Stadt. „Die 38 000 Bewohner der Stadt Warendorf müssen sich noch einmal auf harte Lebenseinschränkungen einstellen“, hätte sich Bürgermeister Axel Linke etwas anderes gewünscht. Dass der Lockdown für den gesamten Kreis Warendorf angeordnet wurde, kann der Bürgermeister nicht gutheißen: „Ich hätte mir eine regionale Betrachtung der Corona-Fälle gewünscht.“

Ab Donnerstag müssen alle Schulen und Kindergärten wieder geschlossen werden. Der Lockdown gilt zunächst für eine Woche. Voraussetzung für eine Aufhebung wäre, dass es keine Infektionswelle über die Beschäftigten der Fleischwarenfabrik Tönnies (im benachbarten Kreis Gütersloh) hinaus gibt. Linke: „Oberstes Ziel muss es sein, die Infektionswelle einzudämmen.“

Verschärfte Kontaktbeschränkungen

Aktuell an Covid-19 erkrankt sind sechs in Warendorf wohnende Mitarbeiter des Fleischverarbeiters. Weitere 19 fest Angestellte des Unternehmens plus deren Familien – ebenfalls aus Warendorf – stehen unter Quarantäne, gaben Bürgermeister Axel Linke und der Erste Beigeordnete Dr. Martin Thormann am Mittwoch, einen Tag nach der Verkündung des Lockdown durch das Land, einen ersten Lagebericht.

Und sie sagten, was sich jetzt von einen auf den anderen Tag ändert. Es gelten wieder verschärfte Kontaktbeschränkungen: Treffen von mehr als zwei Personen oder von Personen aus mehr als einem einzigen Hausstand. Geschlossen bleiben Museen, Kunstausstellungen, Galerien, Theater und Kinos. Verboten sind Konzerte, Picknick und Grillen in Parks. Fitness-Studios müssen ebenfalls wieder schließen, Saunen und Indoor-Sportanlagen. Verboten sind Kontaktsportarten wie Fußball – auch im Freien.

Versammlungen verboten

Für die Gastronomie gilt: Bars und Thekenbetrieb in Gaststätten schließen, in Restaurants gelten Kontaktverbote. Weiter geöffnet bleiben dürfen die Volkshochschule sowie das Freibad, das war zunächst anders kommuniziert worden. Grundsätzlich verboten sind Versammlungen. Es gibt Ausnahmen, so Linke. Laut Corona-Schutzverordnung seien öffentlich-rechtliche Gremien wie die Ratssitzung erlaubt.

Auf die Frage, wie viel Öffentlichkeit in der AWG-Sporthalle, in der die 42 Ratsmitglieder Donnerstag tagen, hergestellt werden kann, antwortete Thormann: „So viel Öffentlichkeit wie wir noch nie hatten, ist möglich.“ Es gilt ein Hygiene-Konzept und Abstände sind einzuhalten. Auch der Reit- und Fahrverein, so Linke, hätte seine Sitzung nicht absagen müssen.

Was ist im Kreis Gütersloh noch erlaubt?

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  • Im Kreis Gütersloh gibt es angesichts von mehr als 1500 infizierten Arbeitern beim Schlachtbetrieb Tönnies einen regionalen Lockdown. Was bedeutet das für die über 360.000 Menschen, die dort leben?

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  • LOCKDOWN: Die Kontaktbeschränkungen vom März 2020 treten laut der Coronaregionalverordnung ( pdf ) um Mitternacht (Mittwoch, 24. Juni 2020) wieder in Kraft. Die Maßnahmen gelten laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet bis zum 7. Juli 2020. 

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  • TREFFEN: Diese Beschränkungen schreiben vor, dass sich nur Menschen aus einer Familie oder einem Hausstand in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten dürfen. Treffen dürfen sich auch zwei Personen, die weder der Familie angehören noch zusammen leben. Damit sind auch die anderswo wieder erlaubten Feiern mit bis zu 50 Personen bei Anlässen wie Hochzeit, Taufe, Geburtstag verboten, genau wie Schulentlassfeiern.

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  • FREIZEIT: Bis zum 7. Juli sind wieder viele Kulturveranstaltungen sowie Sport in geschlossenen Räumen verboten. Fitnessstudios werden ebenso geschlossen wie Kinos und Indoorspielplätze und Schwimmbäder. Picknicken und Grillen im öffentlichen Raum sind untersagt.

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  • GASTRONOMIE: Der Betrieb von Bars und die Bewirtung an Theken in Gaststätten ist verboten. Restaurants dürfen unter Auflagen geöffnet bleiben. Es dürfen maximal zwei Personen oder alternativ eine Familie an einem Tisch sitzen. 

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  • SCHULEN UND KITAS: Bereits seit dem 17. Juni sind zumindest die Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh wieder geschlossen. 

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  • FERIEN: Am Freitag ist der letzte Schultag in NRW. Laschet erklärte, der Lockdown bedeute kein Ausreiseverbot in den beginnenden Sommerferien. Er appellierte aber an die Betroffenen, den Kreis nicht zu verlassen. Allerdings hat Bayern ein Beherbergungsverbot für Gäste aus Landkreisen ausgesprochen, in denen die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt. Es sei denn, die Urlauber können einen aktuellen negativen Coronatest vorlegen.

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  • QUARANTÄNE: Rund 7000 Tönnies-Mitarbeiter stehen mit ihren Familien unter Quarantäne, die auch von der Polizei überwacht wird. Das Zentrum des Corona-Ausbruchs liegt Laschet zufolge in der Fleischzerteilung des Unternehmens.

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  • TESTS: Alle Bürgerinnen und Bürger des Kreises Gütersloh sollen die Möglichkeit erhalten, kostenlos einen Test durchführen zu lassen - in speziellen Test-Zentren oder beim Hausarzt. Die Bevölkerung soll durch Lautsprecherdurchsagen zur Testung aufgerufen werden.

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  • GESCHÄFTE: Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer verweist darauf, dass die Einschränkungen weniger umfangreich seien als im März. „Ich bin froh, dass zum Bespiel die Geschäfte weiter geöffnet bleiben dürfen″, sagte Adenauer.  „Viele Dinge, an die wir uns wieder gewöhnt haben, bleiben uns erhalten”, richtete er einen Appell an die Bewohner seines Landkreises, sich an die neuen Regeln zu halten.

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