Ratsmehrheit entscheidet unter anderem für neues Hallenbad
Noch ein Plus unterm Strich

Warendorf -

2,4 Millionen Euro Plus? Das dürfte es nach dem Corona-Jahr erst mal nicht mehr geben. Jetzt stärkt der Haushaltsüberschuss aber die solide Eigenkapitalquote der Stadt. Die bald, auch das entschied der Rat,ein neues Hallenbad bekommt.

Freitag, 26.06.2020, 16:02 Uhr
Bis Tagesordnungspunkt 8 – Thema Emsinsel – waren die Zuschauerplätze hinten in der Turnhalle des ehemaligen Mariengymnasiums voll besetzt, danach schlagartig fast leer.
Bis Tagesordnungspunkt 8 – Thema Emsinsel – waren die Zuschauerplätze hinten in der Turnhalle des ehemaligen Mariengymnasiums voll besetzt, danach schlagartig fast leer. Foto: Jörg Pastoor

Das Haushaltsjahr 2019 hat ein siebenstelliges Plus unterm Strich: 2,4 Millionen Euro sind es laut Sachgebietsleiter Elmar Bornefeld . Insgesamt zeichnete er zu Beginn der 37 öffentliche Tagesordnungspunkte umfassenden Ratssitzung in der ehemaligen MGW-Sporthalle an diesem fühlbar warmen Donnerstagabend ein positives Bild der Kassenlage: „Die Ausgleichsrücklage dürfte verhindern, dass man in die Haushaltssicherung kommt.“ Klar sei im Coronajahr 2020 allerdings auch, dass die angenommenen 24,5 Millionen Euro Gewerbesteuer „in der Form nicht zu erreichen“ seien, so Bornefeld. Immerhin verfüge die Stadt über eine solide Eigenkapital-Quote von 38 Prozent (98 Millionen Euro).

Beim Thema Geld und Aussichten übernahm dann Dr. Martin Thormann . Der Erste Beigeordnete und Kämmerer ging aus buchhalterischer Sicht zunächst für Ende dieses Jahres von einem Haushaltsdefizit um rund acht Millionen Euro aus – rund fünf Millionen weniger Gewerbesteuer und über zwei Millionen Minus beim städtischen Anteil an der Einkommensteuer. Aber: „Ich glaube nicht, dass das im Ergebnis so schlimm kommt.“ Erstens habe man am Ende des Jahres meist besser abgeschnitten, andererseits seien ja Kompensationen durch die Regierung angekündigt.

Ich glaube nicht, dass das im Ergebnis so schlimm kommt.

Kämmerer Martin Thormann zum Ende 2020 erwartbaren Defizit

Axel Linkes Part war es danach, über den Strategieprozess zu berichten. Oder besser: dem Rat mitzuteilen, dass wegen der Pandemie wohl erst der neu konstituierte Stadtrat über das Papier beschließen wird, das Entwicklungsrichtungen in Warendorf für die nächsten zehn, zwanzig Jahre festlegen soll. Und zwar in den Rubriken „wissensstark!“, „mobil!“, „umwelt- und klimaaktiv!“ und „pferdestark!“

Eines der teuersten Projekte für die nächsten Jahre, das Donnerstag noch unter der Regie des aktuellen Stadtparlamentes auf den Weg kam, ist das neue Hallenbad. Es soll die Variante 2 werden, die am 28. Mai im Hauptausschuss als „Sport- und Familienbad“ vorgestellt worden war. Das Bad mit 25-Meter-Sportbecken, Lehrschwimmbecken und Elternbereich mit Planschbecken fand eine Mehrheit.

Strategieprozess wohl Thema für neuen Rat

Ob es zusätzlich eine Textilsauna und ein Sprungangebot geben muss, das sah CDU-Fraktionschef Ralph Perlewitz noch nicht zu Ende beleuchtet. Aber er fand dieses Modell gerade wegen der vorhandenen 50-Meter-Anlage der Bundeswehr mehr als genug. Die könne die Stadt mit nutzen, und da gelte es, mit der Bundeswehr weiter zusammenzuarbeiten. Andrea Kleene-Erke (SPD) hatte Variante drei bevorzugt, die ein 50-Meter-Becken enthielte und Warendorf „unabhängig von der Bundeswehr“ mache.

2023 ist schon ambitioniert.

Kämmerer Martin Thormann zum geplanten Hallenbad-Neubau

Deshalb enthielten sich die neuen SPD-Mitglieder bei der Abstimmung. Die Mehrheit war für Variante 2. Für deren Planungen stehen 150 000 Euro bereit. Kosten soll sie je nach Baustandard zwischen 14,4 und 18 Millionen Euro. Kämmerer Martin Thormann wagte noch eine Einschätzung zum bisherigen Zeitplan: „2023 ist schon ambitioniert – um nicht zu sagen: Ist nicht zu schaffen.“

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