Dorsel verstärkt Praxis Menkhoff/Elpers
Herzspezialist im (Un)-Ruhestand

Warendorf -

Als Dr. Thomas Dorsel im Mai dieses Jahres mit 64 Jahren seine langjährige Tätigkeit als Herzspezialist im Josephs-Hospital beendete, um in Rente zu gehen, stellte sich für ihn die Frage: Was nun? Befreit vom beruflichen Druck im Krankenhaus, praktiziert Dorsel weiter, und zwar in der Warendorfer Arztpraxis Menkhoff/Elpers an der Freckenhorster Straße. Zunächst nur einmal in der Woche, donnerstags, und nach Vereinbarung behandelt der Herzspezialist Patienten mit Herzproblemen und Bluthochdruck.

Freitag, 03.07.2020, 22:43 Uhr
Verstärkung bekommen haben
Verstärkung bekommen haben Foto: Joachim Edler

Viele Ärztinnen und Ärzte möchten sich im Ruhestand engagieren und ihr medizinisches Wissen oder ihre berufspolitische Kompetenz weiterhin einbringen. Die Auswahl an Möglichkeiten ist groß, sei es als Ehrenamtler, Referent oder Gutachter bis hin zu Honorar- und Vertretungstätigkeiten. Als Dr. Thomas Dorsel im Mai dieses Jahres mit 64 Jahren seine langjährige Tätigkeit als Herzspezialist im Josephs-Hospital beendete, um in Rente zu gehen, stellte sich für ihn die Frage: Was nun?

Dorsel hatte die Kardiologie im Warendorfer Krankenhaus aufgebaut, war seit 1999 Chefarzt. Heute, 21 Jahre später und befreit von beruflichem Druck im Krankenhaus, praktiziert Dorsel weiter, und zwar in der Warendorfer Arztpraxis Menkhoff /Elpers an der Freckenhorster Straße. Zunächst nur einmal in der Woche, donnerstags, und nach Vereinbarung behandelt der Herzspezialist Patienten mit Herzproblemen und Bluthochdruck. „Hier habe ich nicht mehr den Klinik-Druck“, gesteht Dorsel und freut sich auf seine neue Tätigkeit. In der Praxis hat er ein eigenes Arztzimmer, auch die für seine Fachrichtung erforderlichen medizinischen Geräte, etwa ein nagelneues Ultraschall-Gerät, finden die Patienten vor. Dorsel: „Das ist das gleiche Gerät, mit dem ich auch in der Klinik gearbeitet habe.“ Von Dorsels medizinischem Wissen profitieren allerdings nur Selbstzahler.

Der Kardiologe kennt die Ärzte Andreas Menkhoff und Jörg Elpers noch aus der Zeit, als sie Assistenzärzte im Warendorfer Krankenhaus waren – seit 20 Jahren. Und so stand für Dorsel schnell fest, dass er sich eine Zusammenarbeit sehr gut vorstellen konnte. Auch auf eine enge Kooperation mit dem Warendorfer Krankenhaus und mit seinem Nachfolger, Dr. Jürgen Biermann, legt Dorsel großen Wert. Und sollte im Krankenhaus wirklich mal Not am Mann sein, wäre Dorsel jederzeit bereit, am Herzkatheder-Platz einzuspringen.

Der Kardiologe bleibt auch im (Un-)Ruhestand weiter berufspolitisch vernetzt, bekleidet Ämter in Aufsichtsräten und Ärztekammern. Dorsel ist unter anderem Landesvorsitzender des Verbandes leitender Krankenhausärzte in NRW.

Über seine Praxistätigkeit hinaus, engagiert sich Dorsel ehrenamtlich für den Verein „Etiopia-Witten“. Im Februar, kurz vor der Corona-Pandemie, war der Herzspezialist selbst eine Woche vor Ort im Norden Äthiopiens (Mekelle), um Studenten, aber auch Ärzten den Umgang mit Ultraschall-Geräten zu zeigen. Auch im Herzkatheter-Labor hat er während dort gearbeitet.

„In Äthiopien herrscht eine unbeschreibliche Armut. Damit Herzklappenfehler bei Kindern möglichst frühzeitig entdeckt werden, bedarf es Ultraschall-Geräte“, sagt Dorsel. Dem Verein Etiopia-Witten sei es jetzt gelungen, einen namhaften Sponsor zu finden, der zwei mobile Apparate zur Verfügung stellt. „Das Gerät ist nicht größer als eine Hand. Patienten können so zu Hause untersucht werden. Im Notfall können schnelle Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden.“

Über das Hammer Forum, eine Kinderhilfsorganisation, die sich seit 1991 um die medizinische Versorgung von Kindern in Krisengebieten kümmert, plant Dorsel ein herzkrankes Kind aus Äthiopien nach Deutschland zu holen. Er stehe bereits in Kontakt mit dem Chefarzt der Schüchtermann-Klinik, in der das Kind operiert werden soll.

Und was macht Dorsel in seiner Freizeit? Da geht der „Landarzt“ aufs Schiff. Zweimal im Jahr heuert er als Schiffsarzt auf der Sea Cloud an, einem Segelschiff mit 60 Passagieren. Die Tätigkeit als Schiffsarzt sei eine willkommene Abwechslung zu seiner Arbeit an Land und verbinde Hobby und Arbeit. In diesem Jahr habe die Reederei allerdings aufgrund von Corona alle Segeltörns gestrichen. Unter Vertrag ist Dorsel erst wieder im Januar. Der Windjammer mit den weißen Segeln nimmt dann Kurs auf die Karibik.

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