Corona-Krise trifft Partnergemeinde in Ghana hart / Hilferuf
„Walewale nicht vergessen“

Warendorf -

Gerade die Armen trifft es häufig noch härter als die Menschen in den Industriestaaten. So ist auch die Lage in Walewale sehr schwierig“, heißt es in einer Pressemitteilung des Warendorfer Partnerschaftskomitees. Der Partnerschaftskreis hat daher beschlossen, eine Soforthilfe für die Menschen in Walewale auf den Weg zu bringen und bittet die Warendorfer um eine solidarische Unterstützung.

Montag, 06.07.2020, 04:14 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 16:54 Uhr
Als Kinder noch ungestört spielen konnten. Pause an einer Grundschule in Walewale. Die Schule ist heute geschlossen.
Als Kinder noch ungestört spielen konnten. Pause an einer Grundschule in Walewale. Die Schule ist heute geschlossen. Foto: Privat

Die Corona-Krise trifft Walewale, die Partnergemeinde der Pfarrgemeinde St. Laurentius in Ghana, hart. „Gerade die Armen trifft es häufig noch härter als die Menschen in den Industriestaaten. So ist auch die Lage in Walewale sehr schwierig“, heißt es in einer Pressemitteilung des Warendorfer Partnerschaftskomitees. Durch den regen Kontakt per E-Mail und Messenger-Dienste haben die Mitglieder des Partnerschaftskreises der St.-Laurentius-Gemeinde hier einen guten Einblick. Und der sei wirklich erschreckend.

Hier ihr Bericht: „Auch für Walewale und das gesamte Land wurde eine weitgehende Ausgangs- und Kontaktsperre erlassen. Die Schulen sind geschlossen, das öffentliche Leben weitgehend zurückgefahren. Auch fanden über Monate keine Gottesdienste mehr statt, erst seit Anfang Juni ist dies unter strengen Auflagen wieder erlaubt. Die Angst vor der Ausbreitung des Virus ist sehr groß, denn eine medizinische Versorgung ist kaum vorhanden, vor allem im sehr armen Norden des Landes. Und so tun die Einwohner dort möglichst alles, um eine Ansteckung zu verhindern. Denn wer erst einmal infiziert ist, der hat kaum eine Chance auf eine ausreichende Behandlung.

Der Lockdown, also das Herunterfahren von Kontakten und Besuchen, hat auch für die Wirtschaft massive Folgen. So gehen kaum noch Menschen auf den ansonsten täglich stattfindenden Markt. Das hat nicht nur Auswirkungen für die dort stattfindende Kommunikation, sondern vor allem auch für die Möglichkeiten, ein wenig Geld zu verdienen. Oftmals sind es die Frauen, die auf dem Markt ihre kleine Ernte von den Feldern, einige Eier oder die wenig selbst erzeugte Shea-Butter verkaufen. Auch wenn damit nur „Pfennige“ verdient werden, so leistet der Verkauf doch einen wichtigen Beitrag zur Grundversorgung der Familien. Dies fällt jetzt seit Monaten weg.“

Zudem profitiere Walewale in normalen Zeiten von der großen Durchgangsstraße, die mitten durch den Ort führt. Dort fahren täglich hunderte von Lkw durch, die Waren vom Süden in das nicht weit entfernte Burkina-Faso oder nach Mali bringen. Walewale biete für die Lkw-Fahrer eine gute Gelegenheit zum Kauf von Nahrung oder für eine Übernachtung. Dem entsprechend habe sich in Walewale eine rege Handelstätigkeit mit kleinen Versorgungsgütern (Trinkwasser, kleine Speisen) am Straßenrand entwickelt. Seit Monaten gibt es aber kaum noch Durchgangsverkehr, sodass auch hier nichts mehr verdient werden kann.

Die Lage werde zunehmend dramatisch: immer öfter erreichten die Warendorfer Nachrichten von Familien, die nicht mehr ausreichend zu Essen haben. Die ersten Bauern müssen jetzt schon das Saatgut essen, das eigentlich für die nächste Aussaat vorgesehen wäre. „Den Pfarrer der Partnergemeinde St. Pauls (Walewale) erreichen regelmäßig Anfragen von hungrigen Menschen. Aber das Priesterteam steht selber vor dem Nichts: da in Ghana die Priester kein Gehalt bekommen, leben sie ausschließlich von der Kollekte und von Spenden aus der Gemeinde. Da aber lange Zeit keine Gottesdienste mehr stattfanden und zudem die Menschen ohnehin selbst kaum genug zum Leben haben, ist auch diese Einkommensquelle faktisch versiegt.“

Der Partnerschaftskreis hat daher beschlossen, eine Soforthilfe für die Menschen in Walewale auf den Weg zu bringen und bittet die Warendorfer um eine solidarische Unterstützung. „Auch, wenn hier bei uns in Deutschland viele Menschen Sorgen um ihre Zukunft haben, so sollten wir die Menschen in Walewale nicht vergessen“, heißt es dazu.

Am Wochenende (11./12. Juli) wird in den Gottesdiensten der Laurentius-Pfarre über die Situation in Walewale berichtet. Die Kollekten der Gottesdienste kommen vollständig der Bevölkerung in Nord-Ghana zu Gute.

Spendenkonto Partnerschaftskreis Walewale (Sparkasse Münsterland/Ost):

IBAN: DE81 4005 0150 0000 0118 90.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7481192?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Nachrichten-Ticker