Emsrenaturierung in Vohren abgeschlossen
Ems kann wieder mäandrieren

Warendorf -

Sieben Monate dauerten die Arbeiten zur Renaturierung der Ems unterhalb der Axtbachmündung in Vohren. Seit Montagmittag ist der Spazierweg durch die Auenlandschaft wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.

Montag, 06.07.2020, 19:49 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 14:06 Uhr
Freuen sich über die nun abgeschlossene Renaturierungsmaßnahme unterhalb der Axtbachmündung (v. l.): Klaus Hoffmann, Andreas Vollmer, Heiner Alck, Ulrike Alck
Freuen sich über die nun abgeschlossene Renaturierungsmaßnahme unterhalb der Axtbachmündung (v. l.): Klaus Hoffmann, Andreas Vollmer, Heiner Alck, Ulrike Alck

Fünf Jahre waren Klaus-Peter Kranke , erster Vorsitzender des Kreisfischerei-Vereins, und Andreas Vollmer vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Geseke mit der Planung der Emsrenaturierung unterhalb der Axtbachmündung in Vohren beschäftigt. Nach nur siebenmonatiger Bauzeit ist die Maßnahme, die den Emsabschnitt gemäß europäischer Wasserrahmenrichtlinie in einen guten ökologischen Zustand versetzen sollte, nun abgeschlossen.Mit der Freigabe der neuen Brücke bei feinstem April-Wetter gab Klaus-Peter Kranke auch den bei vielen Warendorfern so beliebten Spazierweg entlang des renaturierten Abschnitts (sechs Hektar) am Montagmittag wieder für Fußgänger und Radfahrer frei.

Sahen diese vor der Baumaßnahme vor allem Wiese, dürfen sie sich nun am Anblick einer in drei Schleifen mäandrierenden Ems erfreuen. „Hier ist die große Vielfalt unterschiedlicher Gewässertypen zu erleben“, erläuterte Andreas Vollmer beim Ortstermin. Neben der frei fließenden Ems finden sich Flutrinnen, die nur bei Hochwasserereignissen Wasser führen, Randsenken, die ganzjährig unter Wasser stehen, sowie Randsenken, die sich nur bei erhöhtem Grundwasserstand füllen.

Der Blick auf die Auenlandschaft, auf verbautes Totholz, von Josef Besselmann zur Verfügung gestellt, auf Dämme, geschaffen mit Hilfe von Baggern der in Sachen Renaturierungsarbeiten erfahrenen Firma Edgar Tegelkamp (Müssingen), und ein in die Gesamtmaßnahme integriertes bestehendes Biotop mit reichem Fischbestand lässt bereits erahnen, wie es hier in spätestens einem Jahr aussehen könnte. Lohnend ist auch der Blick von der südlichen Seite in die neu geschaffenen Schleifen. Schon jetzt fühlen sich Kanada-Gänse, Nutria, Uferschwalben, Enten, große Fischschwärme und der Kiebitz offensichtlich wohl.

Wer nicht so lange warten möchte, spaziert 1,2 Kilometer weiter und schaut sich das Ergebnis einer bereits 2015 oberhalb der Axtbachmündung realisierten Renaturierungsmaßnahme an, für die Josef Besselmann, Eigentümer beider Renaturierungs-Flächen, seinerzeit bereits zwei Hektar Land zur Verfügung gestellt hatte. Der am Montag frei gegebene Weg an der Nordgrenze der renaturierten Aue stehe den Warendorfern dauerhaft zur Verfügung, versicherte Klaus-Peter Kranke. Das sei auch grundbuchrechtlich so eingetragen. Gefördert wurde die 850 000 Euro teure Maßnahme durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW.

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