Mitglieder geben grünes Licht und sprechen Vorstand ihr Vertrauen aus
Reitverein verkauft seine Anlage für 1,35 Millionen

Warendorf -

113 Ja-Stimmen, nur eine Nein-Stimme und eine Enthaltung. Eine klare Mehrheit der Mitglieder des Reit- und Fahrvereins votierte am Montagabend für den Verkauf. Der traditionsreiche Reit- und Fahrverein Warendorf verkauft seine Reitanlage in Dackmar für 1,35 Millionen Euro an Josef Besselmann.

Montag, 27.07.2020, 23:30 Uhr aktualisiert: 28.07.2020, 13:58 Uhr
Georg Ettwig, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins.
Georg Ettwig, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins. Foto: Joachim Edler

Der traditionsreiche Reit- und Fahrverein Warendorf verkauft seine Reitanlage in Dackmar für 1,35 Millionen Euro an Josef Besselmann , Eigentümer des Geländes. Die Mitglieder gaben auf einer außerordentlichen Versammlung am Montagabend dafür grünes Licht und sprachen dem Vorstand ihr Vertrauen aus. Der Vorstand hatte den Kaufvertrag im Vorfeld ausgehandelt, der nur noch die Zustimmung der Mitglieder bedurfte, um rechtswirksam zu werden.

Eine klare Mehrheit votierte für den Verkauf: 113 Ja-Stimmen, nur eine Nein-Stimme und eine Enthaltung. 121 Mitglieder, davon 115 stimmberechtigt, waren der Einladung in die Reithalle gefolgt.

Bis Ende Juni 2023 soll die Anlage noch wie bisher genutzt werden können, auch das sei vertraglich zugesichert, hieß es. Dann muss der Reit- und Fahrverein seine Stätte räumen.

Nicht, jedoch ohne ein neues Domizil im Auge zu haben. Keinen Kilometer von der alten Anlage entfernt, auf dem landwirtschaftlichen Hof Freye (Schweinezucht) soll ein neues Reitzentrum auf der anderen Seite der B 475 in Höhe des Gartenbetriebs Schulze-Eckel entstehen. Die größte Herausforderung: die Baugenehmigung im Außenbereich. Bauherr: der Reit- und Fahrverein. Die Fläche auf Erbpacht – wie jetzt auch. Das Bauamt der Stadt, so Georg Ettwig, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins, stehe zu „120 Prozent“ hinter dem Verein. Er habe ein gutes Gefühl, dass es auch nach dem 30. Juni 2023 in der Pferdestadt Warendorf eine Reitstätte – vielleicht sogar mit Reitschule – geben wird. „Doch es gibt noch keine Garantie. Nachher haben wir ein volles Bankkonto aber keine Anlage“, stellte Ettwig klar, dass ein Umzug noch lange nicht in trockenen Tüchern sei und viele Behörden ein Wörtchen mitzureden hätten. Heute werde lediglich über den Verkauf entschieden.

Der Reit- und Fahrverein plant einen Umzug auf eine 9,5 Hektar große Fläche des Schweinelandwirts Lukas Freye. Dieser war zur Versammlung anwesend und stellte sich den Reitern vor. Neben seiner Sauenhaltung plane er ein zweites Standbein und sei deshalb an den Reit- und Fahrverein herangetreten, der anfangs etwas skeptisch reagiert habe und den Schweinelandwirt wohl nicht ganz ernst genommen habe. Doch das änderte sich schnell. Bereits jetzt bietet Freye seinen Versorgungsservice für Pferde auf der Reitanlage an. Der Reit- und Fahrverein ist mit dem Bau von 25 Boxen angefangen. Nicht von ungefähr. Denn durch die immer wieder ungewisse Zukunft des Reit- und Fahrvereins, haben viele Einstaller dem Verein den Rücken gedreht und sind mit ihren Pferden auf andere Höfe oder Reitanlagen abgewandert. Waren es mal 65 Einstaller in Dackmar auf dem ehemaligen Hof Everwand (heute Besselmann), sind es jetzt nur noch 15. Jetzt versucht der Verein, Einstaller zurückzugewinnen. Spätestens mit dem Umzug.

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