Reit- und Fahrverein erhebt einmalig 50 Euro
Aufnahmegebühr kontrovers diskutiert

Warendorf -

Der Zeitpunkt sei schlecht und schrecke künftige Mitglieder eher ab, meinten Mitglieder des Reit- und Fahrvereins zum Vorschlag des Vorstandes, eine Aufnahmegebühr von 50 Euro einzuführen. Die Zukunft des Reit- und Fahrvereins müsse erst einmal gesichert sein, bevor man eine solche Gebühr erhebt. „Das ist das falsches Signal.“

Dienstag, 28.07.2020, 12:08 Uhr
Wer Mitglied im Reit- und Fahrverein Warendorf werden möchte, muss neben dem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 85 Euro ab sofort eine einmalige Aufnahmegebühr von 50 Euro zahlen. Das gilt nicht für passive Mitglieder.
Wer Mitglied im Reit- und Fahrverein Warendorf werden möchte, muss neben dem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 85 Euro ab sofort eine einmalige Aufnahmegebühr von 50 Euro zahlen. Das gilt nicht für passive Mitglieder. Foto: Joachim Edler

Wer Mitglied im Reit- und Fahrverein Warendorf werden möchte, muss neben dem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 85 Euro ab sofort eine einmalige Aufnahmegebühr von 50 Euro zahlen. Das gilt nicht für passive Mitglieder. Die Einführung einer Aufnahmegebühr, wie sie bereits in umliegenden Reitervereinen üblich und auch teurer ist, wurde auf der Mitgliederversammlung am Montagabend kontrovers diskutiert. Der Zeitpunkt sei schlecht und schrecke künftige Mitglieder eher ab, meinten Mitglieder und erinnerten daran, dass die Zukunft des Reit- und Fahrvereins erst einmal gesichert sein müsste, bevor man eine solche Gebühr erhebt. „Das ist das falsches Signal. Wenn wir eine neue Vereinsanlage haben, sieht da anders aus.“

Hintergrund der Einführung einer Aufnahmegebühr sind die weggebrochen Einnahmen des Reit- und Fahrvereins – auch cornabedingt. Aber auch die seit 2017 bis heute immer wieder aufkommenden Unstimmigkeiten mit dem Eigentümer der Flächen und die damit verbundene Unsicherheit um die Zukunft des Vereins, haben dazu geführt, dass Mitglieder ausgetreten und Einstaller dem traditionsreichen Verein den Rücken gekehrt haben.

Aushängeschild des Reit- und Fahrvereins bleibt die Voltigierabteilung, die stetige Zuwächse verzeichnet und die eine Aufnahmegebühr von 30 Euro bereits eingeführt hat.

Attraktivität sei nicht automatisch billig, verteidigte der frühere Vorsitzende und Finanzchef Klaus Müller die Aufnahmegebühr. Kurz zuvor hatte er den Finanzbericht des Reit- und Fahrvereins (204 000 Euro Sachvermögen) vorgelegt, der unter dem Strich gerade mal mit einem Gewinn von 900 Euro abschließt. „Wir werden nicht durch billig attraktiv, sondern durch Leistung“, konterte ein Mitglied.

Einmalig 50 Euro sei nicht viel, wenn man bedenke, was der Reitsport an sich kostet, plädierte Elena Otto-Erley von der Reiterjugend für eine Aufnahmegebühr. Und Friedrich Otto Erley stimmte ihr zu: „Wir alle, wie wir hier sitzen, haben die Anlage zudem gemacht, was sie heute ist. Warum soll dann nicht jemand Neues einen Obolus zahlen, für das, was wir jahrzehntelang erarbeitet haben.“ Und Erley erinnerte daran, dass der Vorstand auch Kraft seines Amtes diese Aufnahmegebühr eigenständig beschließen könnte, aber gern das Votum der Mitglieder hätte. Und die stimmten am Ende mehrheitlich für eine Aufnahmegebühr. Keine Zustimmung fand der ursprüngliche Vorstoß des Vorstandes auch für passive Mitglieder eine Aufnahmegebühr einzuführen.

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