Gedenkfeier zum Tod von Bürgermeister Manfred Kampelmann
Ausdruck tiefer Menschlichkeit

Warendorf -

Keine Frage, Manfred Kampelmann hat viele Spuren in dieser Stadt, aber auch in den Herzen der Menschen hinterlassen. „Er wird in unserer Erinnerung bleiben und dort lebt er weiter,“ sagte Bürgermeister Axel Linke in seiner Rede anlässlich der Gedenkfeier zum Tod von Bürgermeister Manfred Kampelmann am Samstag in der St.-Laurentius-Kirche vor 125 geladenen Gästen, darunter Familie, Freunde und politische Wegbegleiter.

Samstag, 01.08.2020, 14:06 Uhr
Eine Standarten-Abordnung der Bürgerschützen Warendorf und der Schützen aus Vohren erweist Manfred Kampelmann die letzte Ehre.
Eine Standarten-Abordnung der Bürgerschützen Warendorf und der Schützen aus Vohren erweist Manfred Kampelmann die letzte Ehre. Foto: Joachim Edler

Non omnis moriar! Nicht alles stirbt! Das Zitat des römischen Dichters Horaz beschäftigte den Lateiner, Lehrer, Kommunalpolitiker und Bürger Manfred Kampelmann die letzten Tage vor seinem Tod mehr denn je. Die Frage, was ist mit dem Tod? Gibt es eine Hoffnung, eine Perspektive? Und, warum gibt es so unendlich viel Leid auf dieser Welt? Diese Fragen seien für Manfred Kampelmann „kein Glasperlenspiel, sondern existenzielle Fragen gewesen“, sagte Kreisdechant Peter Lenfers am Samstagmorgen in seiner Predigt zum Gedenkgottesdienst für den am 3. April dieses Jahres verstorbenen Bürgermeister Manfred Kampelmann – wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag. Vor 125 geladenen Gästen in der St.-Laurentius-Kirche, darunter Familie, Freunde und politische Wegbegleiter, erinnerte Lenfers an den tief gläubigen Menschen Kampelmann, „der vom Glauben getragen auf den Tod zugegangen ist“. Lenfers las aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther: „Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin.“

Dass die Gedenkfeier erst vier Monate nach dem Tod von Manfred Kampelmann stattfand, lag am Ausbruch der Corona-Krise und den damit verbundenen Kontaktregeln. „Wie angreifbar, brüchig das Leben ist, das hat uns Corona vor Augen geführt“, schlug Pfarrer Lenfers einen Bogen zur Corona-Pandemie. „Anfangs vielleicht belächelt, heute bedrohlich nah, mitten unter uns. Corona hat uns gezeigt, dass wir – trotz aller menschlichen Anstrengungen – das Leben nicht im Griff haben, das es uns Grenzen setzt.“

Keine Frage, Manfred Kampelmann hat viele Spuren in dieser Stadt, aber auch in den Herzen der Menschen hinterlassen. „Er wird in unserer Erinnerung bleiben und dort lebt er weiter,“ sagte Bürgermeister Axel Linke in seiner Gedenkrede. Und er erinnerte daran, dass die Wärmestube eine besondere Herzensangelegenheit von Manfred Kampelmann war. Und Dr. Hans Günther Schöler, Kampelmanns Freund und politischer Wegbegleiter (wenn auch unterschiedliche Parteien), ergänzte: „Der Einsatz für die Wärmestube, für die ganz Armen unserer Gesellschaft, war für Manfred Kampelmann nicht Pflicht, sondern Ausdruck tiefer Menschlichkeit.“

Schöler habe Kampelmann erst spät kennengelernt, zuerst beim Small Talk auf dem Bahnsteig: „Manfred fuhr zur Familie, die ihm nach dem Tod seiner Frau Halt und Lebensfreunde gab – ich fuhr zur Arbeit.“ Erst nachdem er sich aus der Politik zurückgezogen habe und man gemeinsam einen Literaturkreis besuchte, sei die Freundschaft gewachsen und enger geworden. Schöler beschrieb Kampelmann als „freundlich, bescheiden und zurückhaltend“, aber auch als „Westfalen, der nicht groß herumredete, sondern etwas anpackte. „Manfred Kampelmann war ein außergewöhnlich lieber Mensch, einer der immer für andere da war, aber auch jemand, der genießen konnte.“ Ein Mensch, der früh habe Verantwortung übernehmen müssen und fest in der katholischen Glaubens- und Soziallehre verwurzelt war.

Mit großer Hartnäckigkeit und Durchsetzungsfähigkeit konnte Manfred Kampelmann Projekte verfolgen, die er für wichtig und richtig hielt, würdigte Bürgermeister Axel Linke, dass 35-jährige großartige kommunalpolitische Engagement Kampelmanns in der Stadt Warendorf und nannte einige Beispiele: Schaffung von Wohnraum, Förderung von Veranstaltungen wie die Bundeschampionate, Neubau städtischer Kindergärten. Kampelmann habe die Geschicke in der Stadt maßgeblich mitbestimmt, davon 25 Jahre im Rat und 15 Jahre als ehrenamtlicher Bürgermeister. Die politische Auseinandersetzung hat er nicht gescheut, nie polarisiert. Er war beliebt bei den Bürgern. Von seinen Gegnern wurde er geschätzt, über alle politischen Lager hinweg.

Bürgermeister Axel Linke:„Ich selbst habe Manfred Kampelmann seit meinem Amtsantritt im Jahre 2015 leider nicht mehr intensiv kennenlernen dürfen – und doch bin ich ihm ständig begegnet – in der Wertschätzung, mit der die Menschen unserer Stadt von ihm sprechen. Sie alle zeichnen das Bild einer integren Persönlichkeit, deren Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, Geradlinigkeit und Verlässlichkeit sie über Interessen- und Parteigrenzen hinweg zu einer Gemeinschaft verband, die Dinge zum Besseren wendete.“

Als Lehrer und stellvertretender Schulleiter des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums habe Kampelmann in diesem Sinne gewirkt: als Förderer und Ermöglicher von Verbundenheit, sagte Linke und erinnerte an Kampelmanns Initiativen, an den Schulen den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zu begehen. Seine Überzeugung: „Nicht nur das Gegenwärtige, auch das Vergangene prägt und bindet uns. Wir spüren das heute sehr eindringlich.“

Musikalisch eingebettet war die Gedenkfeier unter anderem in Werken von Johann Sebastian Bach (Fantasie und Fuge c-Moll), Felix Mendelssohn-Bartholdy („Sei Stille dem Herrn aus Elias op.70), Pie Jesu aus dem Requiem von Gabriel Fauré. Gesang: Christiane Timphaus. Trompete: Georg Potthoff. Orgel: Bernhard Ratermann. Vor und nach der Gedenkfeier bestand die Möglichkeit zur Eintragung in das Kondolenzbuch.

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