WSU: Mitglieder haben Treue bewiesen
Vereinsleben kam zum Tragen

Warendorf -

Eigentlich ist die Warendorfer Sportunion – wie der Name schon sagt – ein Verein bei dem sich alles um Bewegung dreht. Doch mit dem Lockdown stand für die Mitglieder des Sportvereins alles still. Was das für den Verein bedeutete, erklärt Präsident Ralf Sawukaytis.

Sonntag, 16.08.2020, 16:19 Uhr aktualisiert: 16.08.2020, 16:49 Uhr
In Sachen „Schwimmtraining“ gab es zum 2. Lockdown kurz ein Missverständnis; im Freibad konnte das Training aber dann doch weiter gehen. Auf dem Foto schwimmt Maximilian Reimann (WSU) - 200 m Brust, im 36. Warendorfer Sparkassen-Pokalschwimmen 2015
In Sachen „Schwimmtraining“ gab es zum 2. Lockdown kurz ein Missverständnis; im Freibad konnte das Training aber dann doch weiter gehen. Auf dem Foto schwimmt Maximilian Reimann (WSU) - 200 m Brust, im 36. Warendorfer Sparkassen-Pokalschwimmen 2015 Foto: René Penno

Die Warendorfer Sportunion ist ein Verein mit rund 4500 Mitgliedern. In diesem Verein geht es um Bewegung, um Interaktion – kurz um die Freude am Sport mit all ihren Facetten. Doch mit dem coronabedingten Lockdown im März dieses Jahres ging plötzlich nichts mehr – kein Training, keine Mannschaftsspiele im Fußball, Handball oder Basketball, keine Vereins- oder gar Abteilungsversammlungen mehr. Alles ruhte. Was passiert mit einem Verein, der plötzlich still stehen muss, obwohl er zuvor von der Bewegung lebte. WN-Redakteurin Monika Vornhusen sprach darüber mit WSU-Präsident Ralf Sawukaytis .

Was hat der Lockdown im März für die WSU bedeutet?

Sawukaytis: Das war ganz einfach. Wir haben unmittelbar nach dem Lockdown die Entscheidung getroffen, dass der gesamte Sportbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt wird. Und das wurde auch umgesetzt. Das war schon so, dass uns als Verein von heute auf morgen der Boden unter den Füßen weggebrochen ist. Wir durften ja auch in keine Turnhalle mehr rein.

Und wie haben die Vereinsmitglieder darauf reagiert? Schließlich werden ja Beiträge gezahlt, um aktiv Sport zu machen?

Sawukaytis: An dieser Stelle muss ich unsere Mitglieder wirklich loben. Wir hatten in der ganzen Zeit nur eine Kündigung und eine weitere Anfrage, ob bzw. wann der Beitrag für das 2. Quartal denn zurückgezahlt wird. Denn dieses 2. Quartal war ja direkt im April unmittelbar nach dem Start des Lockdown angebrochen. So haben uns quasi alle die Treue gehalten.

Aber es gab ja sicher auch laufende Kosten?

Sawukaytis: Die Gehälter liefen natürlich weiter. Es arbeiten drei Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Zusätzlich gibt es auch einige Mitarbeiter auf 450 Euro-Basis in den Abteilungen, die als Trainer oder Betreuer tätig sind. Doch unter ihnen waren auch einige, die direkt gesagt haben, dass sie auf ihr Gehalt verzichten, wenn sie gar kein Training geben können. Und natürlich gab es auch weitere laufende Kosten für die Raummiete und Unterhaltung der Geschäftsstelle.

Da kam also ein Vereinsleben im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen?

Sawukaytis: Ja, das kann man so sagen. Deshalb haben wir als Verein dann auch für das 3. Quartal beschlossen, keinen Mitgliedsbeitrag einzuziehen als Dankeschön für die Treue, die die Mitglieder dem Verein gehalten haben.

Muss der Verein dazu dann Angebote wie das Sonderprogramm Heimat 2020 nutzen, die das Land kürzlich für Vereine angeboten hat?

Sawukaytis: Die WSU ist gut aufgestellt und kann dieses Dankeschön an die Mitglieder aus den vereinseigenen Gesamtrücklagen stemmen. Ob wir künftig auf das Sonderprogramm zurückgreifen müssen, dass kommt darauf an, wie es mit Corona weitergeht.

War es dann möglich, nach der Lösung des Lockdown den Betrieb auch wieder für alle Abteilungen zeitgleich hochzufahren?

Sawukaytis: Dabei haben uns die jeweiligen Fachverbände im Sport sehr unterstützt. Jede unserer Abteilungen hat einen eigenen Fachverband. Und diese hatten entsprechende Hygienekonzepte bereits erstellt. Während der Hallensport ja zunächst nur begrenzt wieder aufgenommen werden konnte, war es auch möglich mit einigen Sportarten nach draußen auszuweichen. Zum Beispiel hat die Karate-Abteilung eine Zeit im Stadt-Stadion überbrückt. Jede Abteilung musste individuelle Wege gehen und manchmal war es auch ein Kampf.

Ein Kampf?

Sawukaytis: Das Land hat natürlich, wie in vielen anderen Bereichen auch, ständig neue Richtlinien vorgegeben. Und die mussten in den Abteilungen ständig abgeglichen und umgesetzt werden. Das gipfelte dann in einem Missverständnis, als der zweite Lockdown kam. Da kam es zu dem Missverständnis, das Schwimmtraining könne im Freibad nicht mehr stattfinden, da alle Bäder von dem neuen Lockdown betroffen seien. Letztlich waren es aber nur die Hallenbäder, die schließen mussten.

Und wie läuft es aktuell in den Abteilungen?

Sawukaytis: In manchen Abteilungen müssen wir halt kreativ sein, so haben wir einige Kurse im Reha-Bereich in zwei Gruppen teilen müssen, um allen weiterhin den Sport zu ermöglichen. Aktuell stehen auch einige Spinning-Räder von Aktiv und Gesund in unserem Sportlerheim. Um hier möglichst vielen Personen diesen Sport wieder ermöglichen zu können, wird die Terrasse des Sportlerheimes genutzt. So können im Freien mehr Personen als im geschlossenen Raum teilnehmen. Die Abteilungen stehen in den Startlöchern. Mit dem Spielbetrieb bzw. den Wettkämpfe geht es bald wieder los. Zugute kam uns, dass wir auch in den Sommerferien die Turnhallen nutzen durften. Jetzt, nach Ende der Ferien, wollen wir wieder voll durchstarten. Hoffentlich kommt uns da Corona nicht wieder in die Quere.

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