WN-Interview mit Peter Huerkamp
„Kämpfe nicht, bewerbe mich“

Warendorf -

Er ist Betriebswirt und Sozialarbeiter und tritt als parteiloser Kandidat für das Amt des Bürgermeisters an: Peter Huerkamp. Die WN sprachen mit dem 61-Jährigen.

Dienstag, 01.09.2020, 06:20 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 06:30 Uhr
Peter Huerkamp geht als parteiloser Bürgermeisterkandidat ins Rennen, hat aber zahlreiche Unterstützer. Der 61-jährige Betriebswirt nutzt die digitalen Medien, setzt aber auch auf persönliche Begegnungen.
Peter Huerkamp geht als parteiloser Bürgermeisterkandidat ins Rennen, hat aber zahlreiche Unterstützer. Der 61-jährige Betriebswirt nutzt die digitalen Medien, setzt aber auch auf persönliche Begegnungen.

Mit Peter Huerkamp (61), diplomierter Betriebswirt ( TH Köln ) und Sozialarbeiter (FH Münster), der als Experte für betriebliche Personalkonzepte für ein genossenschaftliches Zentralinstitut tätig ist, tritt ein parteifreier Bürgermeisterkandidat am 13. September an, der von seiner Familie und einem großen Unterstützerteam getragen wird. Mit Huerkamp sprach WN-Redakteurin Joke Brocker über die Wahlkampfbedingungen für einen Herausforderer in Corona-Zeiten und seine thematischen Schwerpunkte während der heißen Phase des Wahlkampfes.

 

 

Wie sah Ihr Wahlkampf in den vergangenen Wochen aus?

 

Peter Huerkamp: Ich kämpfe gegen niemanden, sondern bewerbe mich bei den Bürgerinnen und Bürgern um das sehr verantwortungsvolle Amt des Bürgermeisters. Deshalb nenne ich es Wahlbewerbungsaktivitäten. Diese waren in den vergangenen Monaten und Wochen sehr spannend und abwechslungsreich. Es ist einfach wertvoll, viele Gespräche zu führen und mit der Bürgerschaft in den aktiven Austausch zu kommen. Mein großes Unterstützerteam und ich haben sehr viele (digitale) Kontakte mit den Menschen in Warendorf mit den Ortsteilen, Bürgerinitiativen, Vereinen und weiteren Bürgergruppen gehabt. Wir haben neue Formate eingeführt und diese auch erfolgreich umgesetzt. Beispiele für unsere Aktivitäten sind Huerkamps Bürgertalk, Huerkamps Bürgerlauf, Huerkamps Bürgerdreh, ehrenamtliche Entwicklung der Website www.peter-huerkamp.de, Huerkamps Infostände, Präsenz auf Facebook, Instagram, WhatsApp, Podcast, YouTube und Info-Fahrradtouren in den Ortsteilen. Seit zwei Wochen bin ich auch mit einem Lastenfahrrad unterwegs, um immer wieder den direkten unkomplizierten Kontakt zu meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu suchen. Mir macht alles sehr viel Freude und ich bin tatkräftig für die Menschen in Warendorf unterwegs. Es ist natürlich eine große Herausforderung, diese vielfältigen Unternehmungen mit meinen intensiven beruflichen Tätigkeiten zu vereinbaren.

Wie stark sehen Sie sich durch die Coronakrise als Herausforderer benachteiligt?

Vielfalt an Interaktionsmöglichkeiten nutzen

 

Huerkamp: Was fehlt, sind gleichzeitige persönliche Auftritte aller Bürgermeisterkandidaten. Podiumsdiskussionen oder ähnliche Formate sind da schon hilfreich. Mein Team und ich sind aber der festen Überzeugung, dass unsere Aktivitäten und Informationen auf allen Kanälen ausreichen für die Meinungsbildung der interessierten Wählerschaft.

Parteien und Bürgermeister haben sich in der Pandemie angepasst und versuchen jetzt, auf einer Reihe von digitalen Kanälen potenzielle Wähler zu erreichen. Können Apps, Facebook und Instagram den klassischen Wahlkampf ersetzen?

Huerkamp will digital arbeiten, aber auch Bürgerkontakt

 

Huerkamp: Die digitalen Kanäle gewinnen insgesamt mehr an Bedeutung. Deshalb nutzen wir diese vom Start der Wahlbewerbungsaktivitäten an. Dies reicht aber nicht aus. Die digitalen Möglichkeiten können letztlich die persönlichen Begegnungen nicht ersetzen.

Zu Beginn der Krise gab es Stimmen, die eine Verschiebung der Kommunalwahlen forderten, weil sie die Einschränkungen für den Wahlkampf als zu gravierend betrachteten. Hätten Sie auch dafür plädiert, die Wahl zu verlegen?

 

Huerkamp: Dafür hätte ich nicht plädiert. Die Corona-Gegebenheiten werden uns meines Erachtens noch länger begleiten. Es ist einfach wichtig, das Wahlrecht am 13. September 2020 oder per Briefwahl auszuüben. Eine Wahl ist immer die Chance, sich als Bürgerin und Bürger an der politischen Willensbildung zu beteiligen.

Sie treten als parteifreier Kandidat an, haben aber viele Unterstützer. Haben diese Einfluss auf die Themensetzung oder unterstützen sie den Kandidaten aufgrund der Themen, die er gesetzt hat?

Die Corona-Gegebenheiten werden uns meines Erachtens noch länger begleiten.

Peter Huerkamp

 

Huerkamp: Der erste Impuls für meine parteifreie Bürgermeisterkandidatur kam aus der Bürgerschaft auf mich zu. Die Bürgermeisterwahl ist vor allem eine „Persönlichkeitswahl“ und hier habe ich anscheinend viele Menschen überzeugt. Mein Wertekompass, meine Haltungen, meine Kompetenzen und meine Themen helfen mir, Unterstützer zu gewinnen. Als Teamplayer liegt es mir am Herzen, dass sich die Unterstützer mit eigenen Themen einbringen. Dies tun sie, und gemeinsam wird entschieden, ob diese Bereiche für die Bürgerschaft wichtig sind.

Was sind Ihre Schwerpunkte in der bevorstehenden heißen Phase des Wahlkampfes?

 

 

Huerkamp: Wir haben uns als Team entschieden, relativ kurzfristig in Warendorf, Einen-Müssingen, Freckenhorst, Hoetmar und Milte fünf Informationsveranstaltungen anzubieten. Das Format heißt „Wer ist Peter Huerkamp? – Ihr parteifreier Bürgermeisterkandidat stellt sich vor.“ Mir ist es wichtig, dass die Menschen in Warendorf und den Ortsteilen meinen Wertekompass, meine Kompetenzen und meine Ziele für das Bürgermeisteramt kennenlernen. Nach der Devise: „Warum Peter Huerkamp zum Bürgermeister wählen?“ Weiterhin werden wir auf den digitalen Kanälen, der Website www.peter-huerkamp.de, mit Infoständen, Huerkamps Bürgerlauf, Huerkamps Bürgerdreh, Inforadtouren, Gesprächsrunden, Teilnahme an Veranstaltungen, Einsatz des Lastenfahrrads, Verteilung der Wahlbewerbungsbroschüre, Pressearbeit und einigen überraschenden Aktionen Präsenz bei den Bürgerinnen und Bürgern erreichen. Dies geht nur mit der Unterstützung von einem großen Team und ist ein Beispiel für aktive Bürgerbeteiligung. Gemeinsam gehen wir mit voller Motivation in die letzten Wochen der Wahlbewerbung.

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