Nachbarn des Saray-Restaurants nehmen Stellung zu Immissionen
„Für ungestörtes, friedliches Miteinander“

Warendorf -

„Je nach Windrichtung und Wetterlage steht der Geruch in der Laurentiusstraße, den Hinterhöfen bis in den Neuenhof, in der Petersiliengasse und in den Hinterhöfen der Kolpingstraße. Ein Lüften ist teilweise nicht mehr möglich und trockene Wäsche riecht sofort nach Rauch.“ Nachbarn des Saray-Grills nehmen jetzt schriftlich Stellung in dem derzeit andauernden Streit um Geruchs-, Rauch- und Lärmimissionen, die vom Holzkohlegrill des Restaurants ausgehen.

Freitag, 04.09.2020, 16:38 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 16:50 Uhr

„Wir sind für ein attraktives Restaurant am Standort Laurentiusstraße 4. Wir unterstützen und tolerieren jeden Wirt und Nachbarn jeder Herkunft“, beziehen Nachbarn des Saray-Grills jetzt schriftlich Stellung in dem derzeit andauernden Streit um Geruchs-, Rauch- und Lärmimissionen, die vom Holzkohlegrill des Restaurants ausgehen. „Der Erfolg eines Restaurants kann aber nicht zu Lasten der Lebensqualität der gesamten Nachbarschaft gehen“, so die Stellungnahme, die von sieben Anliegern (Laurentiusstraße, Markt, Neuenhof, Oststraße und Kolpingstraße) unterschrieben ist. „Grillrauch ist nachweislich gesundheitsschädlich. Fett, Fleischsäfte, Gewürze und Öle fallen auf die glühende Kohle und erzeugen hochgradig krebserregende PAK-Stoffe und Feinstaub. Besonders gefährlich für schwangere Frauen und Familien. Damit wäre ein Wohnen für Familien in der Innenstadt nicht mehr zu empfehlen“, befürchten die Nachbarn und listen auf, was sie direkt stört: „Je nach Windrichtung und Wetterlage steht der Geruch in der Laurentiusstraße, den Hinterhöfen bis in den Neuenhof, in der Petersiliengasse und in den Hinterhöfen der Kolpingstraße. Ein Lüften ist teilweise nicht mehr möglich und trockene Wäsche riecht sofort nach Rauch.“

Zudem sei der Ventilator für die Küchenabluft und die Zuluft zum Restaurant zu laut und trotz geschlossener Fenster bis spät in die Nacht zu hören. Kritisch hinterfragen die Nachbarn auch den Abhol- und Lieferservice: „Zurücksetzen gegen die Einbahnstraßen, Parken in nicht gekennzeichneten Zonen und auf Rettungswegen, Fahren über den Marktplatz zum schnellen Erreichen der Nordstadt ist an der Tagesordnung.“ Sie stellen die Frage, ob diese Konzepterweiterung mit Auslieferung und Abholung gebietsverträglich ist. Und sie gehen davon aus, dass Eigentümer der Immobilie sowie Betreiber des Restaurants (die Stellungnahme liegt ihnen vor) die Probleme lösen werden und damit zukünftig wieder das „ungestörte und friedliche Miteinander im Vordergrund stehen kann.“

Um eine detaillierte Einschätzung der Geruchsbelästigung zu erhalten, hat das Ordnungsamt der Stadt die Verfahrensstelle für Immissionsschutz des Kreises eingeschaltet. Im Raum steht der Einbau einer Filteranlage. Erst nach Klärung der immissionsschutzrechtlichen Frage, teilt die Stadt auf WN-Anfrage mit, werde man sich mit der bauordnungsrechtlichen Frage auseinandersetzen. Dabei geht es dann um den fast zehn Meter hohen Schornstein, der mit der Gestaltungssatzung der Altstadt nicht konform ist.

Die Altstadtfreunde haben die Stadt bereits um Stellungnahme gebeten. Sie hätten gern gewusst, wie es zu der Genehmigung gekommen ist und was die Denkmalbehörde dazu sagt.

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