Gewinner und Verlierer der Kommunalwahl
„Das ziehen wir jetzt noch durch“

Warendorf -

Während Jessica Wessels das glänzende Ergebnis der Grünen bei der Kommunalwahl kaum fassen konnten, musste die CDU am Wahlabend bittere Verluste hinnehmen. Die WN sprachen mit Gewinnern und Verlierern der Wahl.

Montag, 14.09.2020, 16:41 Uhr aktualisiert: 14.09.2020, 20:34 Uhr
Am Ende des Wahlabends kommentierten auf der Bühne im Sophiensaal die Sprecher aller Fraktionen im Gespräch mit Mike Atig die Wahlergebnisse. Das Foto zeigt (v. l.): André Wenning (FWG), Jessica Wessels (Bündnis 90/Die Grünen), Andreas Hornung, Selmar Ibrahimovic (Die Linke), Moderator Mike Atig, Ulla Kindler (CDU), Dr. Beate Janinhoff (FDP) und Paolo da Silva (Die Partei).
Am Ende des Wahlabends kommentierten auf der Bühne im Sophiensaal die Sprecher aller Fraktionen im Gespräch mit Mike Atig die Wahlergebnisse. Das Foto zeigt (v. l.): André Wenning (FWG), Jessica Wessels (Bündnis 90/Die Grünen), Andreas Hornung, Selmar Ibrahimovic (Die Linke), Moderator Mike Atig, Ulla Kindler (CDU), Dr. Beate Janinhoff (FDP) und Paolo da Silva (Die Partei). Foto: Andreas Engbert

Das Ergebnis ist bei mir noch nicht ganz angekommen“, gibt Jessica Wessels am Morgen nach einer kurzen Nacht zu. Im Innenhof des Kaiserlichen Postamtes an der Oststraße hatten die Sprecherin der Grünen und ihre Fraktion auf den Wahlerfolg (zum Ergebnis der Kommunalwahl 2020 in Warendorf ) angestoßen und sich darauf verständigt, bis zur Bürgermeister-Stichwahl in 14 Tagen „noch einmal durchzustarten“: „Das ziehen wir jetzt noch durch“, macht Wessels klar, dass Kandidat Peter Horstmann mit dem vollen Rückhalt der Grünen rechnen kann. 19,88 Prozent aller abgegebenen Stimmen waren bei der Kommunalwahl auf die Grünen entfallen, denen es erstmals gelang, zwei Direktmandate zu erringen,  die sie CDU-Mann Willi Schöning und dessen Fraktionskollegin Marija Ruzhitskaya abgenommen hatten. 

Dass Kirsten Rolf und Manfred Lensing-Holtkamp sich diese Direktmandate sicherten, sei „sehr, sehr bitter“, hatte CDU-Stadtverbandsvorsitzende Ulla Kindler noch in der Wahlnacht im Gespräch mit unserer Zeitung bemerkt. Die Abwahl Willi Schönings im Hanseviertel habe deutlich gezeigt, dass es der Fraktion nicht gelungen sei, den Bürgern zu vermitteln, „dass das Thema B 64n im Wesentlichen ein bundespolitisches und kein Thema des Stadtrates ist“, versuchte sie eine Einordnung des Ergebnisses. Mit der Abwahl Schönings, gehe viel Kompetenz verloren, bedauerte Kindler. Auch Marija Ruzhitskaya bescheinigte sie, einen hervorragenden Wahlkampf gemacht zu haben.

„Das Genick halb gebrochen“

Auch Dr. Beate Janinhoff ( FDP ), die im Vorfeld der Wahl noch auf vier Sitze im neuen Rat gehofft hatte, und nun weiterhin mit drei Sitzen vorlieb nehmen muss, zeigte sich überzeugt, dass neben der Diskussion um die Emsinsel das Wahlkampfthema B 64n und das Festhalten der Freien Demokraten am Bau dieser Ortsumgehung der Fraktion „das Genick halb gebrochen“ habe. Doch die FDP, erklärte die Fraktionsvorsitzende am Wahlabend in einem Interview mit Mike Atig, der mehrere Talkrunden im Sophiensaal moderierte, stehe zu ihren Positionen.

SPD-Stadtverbandsvorsitzender Andreas Hornung zeigte sich erleichtert, dass die Sozialdemokraten, obwohl die Stimmung auf Bundes- und Landesebene anderes habe erwarten lassen, ihr Ziel, ein Ergebnis über 20 Prozent, erreicht haben und nicht von den Grünen überholt wurden. Wenngleich er sich in seinem eigenen Wahlbezirk 3 (Astrid-Lindgren-Schule) CDU-Mann Johannes Austermann geschlagen geben musste, der sich mit 47,82 Prozent ein Direktmandat sicherte, zeigte er sich mit dem Abschneiden seiner Fraktion zufrieden. Vor allem die Entscheidung, die parteilose Christa Pigulla in Milte und Uwe Hesse in Hoetmar ins Rennen zu schicken, habe sich ausgezeichnet. Pigulla erhielt in Milte, bis dato immer eine CDU-Hochburg, auf Anhieb 30 Prozent der Stimmen, Hesse in Hoetmar sogar 32 Prozent.

CDU punktet bei Direktmandaten

Der neue Rat wird 48 Mandate haben, da die CDU in 18 der 20 Wahlkreise mehr Mandate errungen hat, als ihr mit 38 Prozent rechnerisch zustünden. Folgende Direktkandidaten gehören dem neuen Rat an: Andreas Nickel, Johannes Austermann, Alfons Havelt, Dirk Schellhammer, Ursula Kindler , Peter Steinkamp, Bianca Füchtenkötter, Andrea Blacha, Stefan Hölzle, Friedrich-Wilhelm Otto-Erley, Sascha Schmies, Mechtildis Wissmann, Frederik Büscher, Nikolaus Graf von Westerholt, Michael Rövekamp, Martin Richter, Doris Kaiser, Stephan Ohlmeier (alle CDU), Manfred Lensing-Holtkamp und Kirsten Rolf (beide Grüne).

 Neben den direkt gewählten Wahlbezirkskandidaten kommen folgende 28 Bewerber über die Listen in den Rat: Andrea Kleene-Erke, Andreas Hornung, Christian Elsner, Simone Lutz, Uwe Hesse, Wolfgang Stüker, Franz-Ludwig Blömker, Michael Gierhake, Markus Haffke, Joachim Schulz (alle SPD), Jessica Wessels, Hubert Grobecker, Dr. Hermann Mesch, Nina Hiller, Klaus Aßhoff, Sibille Schneider, Ralf Spiekermann, Rudolf Wand (alle Bündnis 90/Die Grünen), André Wenning, Sebastian Scharf, Martin Lepper, Nicole Pellemeyer (alle FWG), Dr. Beate Janinhoff, Heike Löbke, Günter Belt (alle FDP), Selmar Ibrahimovic, Sarah Saure (Die Linke) sowie Paolo da Silva (Die Partei).

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