Covid-19 und das Brauchtum
Nikolaus kommt nicht ins Haus

Freckenhorst -

„Nikolaus, komm in unser Haus“ pflegen die Kinder in Freckenhorst am 5. Dezember, am Vorabend des Nikolaustages, zu singen. Doch in diesem Jahr wird der Nikolaus dieser Aufforderung nicht Folge leisten. Wegen der Corona-Pandemie werden er und Knecht Ruprecht ihre Geschenke an den Haustüren abgeben.

Mittwoch, 16.09.2020, 14:22 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 19:49 Uhr
Der Nikolaus muss in diesem Jahr draußen bleiben. Wegen der Coronaschutz-Auflagen wird er seine Geschenke diesmal an der Haustür überreichen.
Der Nikolaus muss in diesem Jahr draußen bleiben. Wegen der Coronaschutz-Auflagen wird er seine Geschenke diesmal an der Haustür überreichen. Foto: René Penno

Sie gehören weder zu den Verschwörungstheoretikern noch zu den Reichsbürgern, und ganz gewiss sind sie keine Querulanten, die sich über die Coronaschutz-Auflagen hinwegsetzen würde. Der Nikolaus und das Christkind haben beschlossen, dass sie, Covid 19 hin oder her, auch in diesem Dezember all jene besuchen werden, die unter der Pandemie besonders leiden: die Kinder.

Anders als das Christkind, das eine direkte Begegnung mit den Kindern meidet, werden Nikolaus und Ruprecht den Kindern am Nikolausabend direkt begegnen, der Aufforderung „Nikolaus, komm in unser Haus“ aber wohl nicht Folge leisten.. Weil vor allem der Nikolaus über seinem langen Bart wohl kaum einen Mund-Nasen-Schutz tragen könnte und weil es in den Wohnungen schwierig werden dürfte, die Mindestabstände einzuhalten, werden die Nikolaus-Gespanne den Kindern ihre Geschenke dieses Mal an der Haus- oder Wohnungstür überreichen.

 Überhaupt werde am Nikolaustag coronabedingt einiges anders sein, sagt Richard Poppenborg , Primas des Nikolaus-Collegiums. So werde der Nikolaus-Empfang auf dem Kirchplatz ebenso ausfallen wie das gesellige Beisammensein aller Nikolause, Ruprechte und Helfer nach getaner Arbeit. Stattdessen soll es am Nachmittag eine Kutschfahrt mit Nikolaus und Obermuff durch Freckenhorst geben, damit möglichst viele Eltern und Kinder den Nikolaus schon vor dem abendlichen Besuch begrüßen können.

 Ob die Wintersynode des Nikolaus-Collegiums, in der traditionell die Diözesen vergeben werden, sowie die Mitglieder-Versammlung des Nikolaus-Vereins stattfinden können, hänge von der weiteren Entwicklung der Corona-Situation ab, sagt der Primas.

Das gelte auch für die nachgelagerten Besuche von Nikolausen bei Vereinen, Firmen, in Kindergärten oder Familien. „Stand jetzt“, so Poppenborg, „wird es solche Besuche in diesem Jahr nicht geben können.“

Die Weihe der neuen Nikolaus-Fahne werde auf jeden Fall stattfinden, versichert der Primas. Ursprünglich sollte diese in das Krüßingfest eingebettet werden, das ebenfalls abgesagt werden musste. Neuer Termin für die Fahnenweihe ist nun der 6. Dezember. Am Gedenktag des heiligen Nikolaus wird die Fahne während der Sonntagsmesse in der Stiftskirche geweiht.

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